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Elfmeter absichtlich verschossen

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Von: Horst Schmidt

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Elfmeterschütze der TSG: Aykut Arslan (links).
Elfmeterschütze der TSG: Aykut Arslan (links). © p. malmus

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Im Spiel der Fußball-Kreisoberliga zwischen der TSG Wilhelmshöhe und der Spvgg Olympia verschoss ein Spieler der Gastgeber einen Handelfmeter – und zwar mit voller Absicht. Wir fragten deshalb nochmal nach: Was war denn da los?

Es lief am Sonntag die 15. Minute auf den Stockwiesen in Wilhelmshöhe – Spielstand 0:0. Nach einer Standardsituation herrschte im Strafraum der Gäste ein ziemliches Durcheinander. Dies sah auch TSG-Kapitän Aykut Arslan. Als er bemerkte, dass das Tor der Gäste verwaist war, versuchte er, das Leder ins Netz zu schlenzen. Das wusste Olympias Abwehrspieler Dennis Jablonski zu verhindern, nahm bei der Verhinderung eines möglichen Treffers allerdings die Hand zu Hilfe. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß.

Nun war erst einmal Rudelbildung angesagt. Die Olympianer protestierten, weil es unfair sei, ein Tor zu erzielen, wenn der Torhüter verletzt am Boden liegt. Schiedsrichter Can Yanmiyan bewahrte trotzdem kühlen Kopf. Als sich die Gemüter beruhigt hatten, gab er ein paar Gelbe Karten und ließ dann den Elfmeter ausführen. Entgegen der Festlegung des Schützen schritt Aykut Arslan statt Florian Müller zur Ausführung und schoss vorbei – absichtlich.

„Ich wollte kein Tor geschenkt bekommen“, sagte der 33-jährige Kapitän der TSG. Und weiter: „Als ich versuchte, den Ball ins Tor zu lupfen, hatte ich nicht gesehen, dass mein alter Kumpel Torhüter Ali Hellal verletzt am Boden lag. Damit war für mich klar: Dieses Geschenk nehme ich nicht an.“

Hellal spielte übrigens in der Saison 2017/2018 in Wilhelmshöhe, ebenso auch schon in der A-Jugend der TSG. „Auch wegen des Ramadan konnten wir anschließend nichts zusammen trinken“, das werden wir aber zeitnah nachholen“, sagte der Olympia-Torhüter.

Letztlich war zu dem Zeitpunkt nichts passiert, was den Spielverlauf geändert hätte. „Ich hätte auch so entschieden, wäre es eine Begegnung gewesen, in der es um die Meisterschaft oder den Abstieg gegangen wäre“, ergänzte der beruflich stark eingespannte Bauleiter.

„Ich fand die ganze Aktion war es Wert, Aykut Arslan für den Fairplay-Preis des DFB für den Monat April vorzuschlagen“, freute sich der anwesende Klassenleiter Jörg Buchenau auch in seiner Doppelfunktion als Abteilungsleiter der Zwehrener.

„Zunächst herrschte bei uns Verantwortlichen nur Verwunderung, dass Aykut den Elfmeter schießt“, zeigte sich TSG-Abteilungsleiter Markus Rahmann von der Situation überrascht. Nachdem die Situation zur Pause erklärt wurde, unterstützten auch die Wilhelmshöher Funktionäre die Aktion: „Das ist alles in unserem Sinne gelaufen und wird auch in Zukunft unterstützt.“

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