Nach aufrüttelndem Interview mit Matthias Trebing

Ist das Verhalten des BC Sport unfair? Ein Pro und Kontra

Kassel. Kein Thema bewegt im lokalen Sport derzeit mehr als das Verhalten des Fußball-Kreisoberligisten BC Sport.

Das Interview mit Trainer Matthias Trebing vom Konkurrenten Dennhausen/Dörnhagen hat alle aufgerüttelt.

Trebing sagte, der BC Sport ginge nicht fair vor. Daher unsere Frage: Ist das Verhalten des BC Sport unfair? Ein Pro und Kontra.

Pro: Es mangelt an Anstand

Ein Spieler liegt verletzt am Boden und muss behandelt werden. Der Mannschaftskamerad schießt den Ball ins Seitenaus – in der Erwartung, dass sein Team das Leder zurückbekommt, sobald der Schiedsrichter das Spiel fortsetzt. Nur: Der Gegner tut dies nicht und nutzt den Ballgewinn zu einem erfolgreichen Vorstoß.

Exakt dieses Bild bekommt man jetzt vom BC Sport: kein Anstand, kein angemessenes Verhalten. Dabei sind diese Tugenden die Eckpfeiler des Sports. Darauf pfeifen sie am Kreisel. Der eigene Erfolg steht über respektvollem Umgang mit anderen Vereinen.

Pro: Sportredakteur Björn Mahr.

Mit ihrem Vorgehen ziehen sich die Sportianer nicht nur den Unmut vieler Ligakonkurrenten zu. Sie tragen vor allem dazu bei, dass die Verantwortlichen von betroffenen Vereinen die Lust an ihren ehrenamtlichen Aufgaben verlieren. Wer mit Enthusiasmus bei einem Verein mit geringen finanziellen Möglichkeiten an der Zusammenstellung eines Teams mitarbeitet und dann mitansehen muss, wie nach dem Rundenstart mal eben eine halbe Mannschaft abgeworben wird, der fängt rasch an zu resignieren.

Kontra: Der Vidal unter den Clubs

Wäre der BC Sport ein Fußballer, so wäre er Arturo Vidal. Das Raubein des FC Bayern bewegt sich immer hart an der Grenze des Erlaubten, jeder regt sich über ihn auf – vom Platz aber fliegt er in der Regel nicht. Man mag das extrem ärgerlich finden, letztlich gehört aber auch so einer wie Vidal zum Fußball.

Mit dem BC Sport verhält es sich derzeit ähnlich: Er reizt alles aus, was möglich ist, aber er tut nichts, was die Statuten nicht zulassen. Insofern ist es nicht legitim, dem Verein vorzuwerfen, er handele unfair.

Kontra: Sportredakteur Florian Hagemann.

Vielmehr sollten die Statuten an sich in Frage gestellt werden. Schließlich ermöglichen sie einen solchen Fall erst, den keiner will: dass ein Klub nach Saisonbeginn noch kommen kann und der Konkurrenz die Spieler wegschnappen darf. Das ist in der Tat wettbewerbsverzerrend, aber selbst im Profibereich Praxis, da die Transferperiode nach Saisonstart endet.

Diesen misslichen Zustand hat aber der Verband zu verantworten – und nicht der BC Sport. Arturo Vidal wird ja auch nicht gesperrt, wenn er einfach nur extrem hart vorgeht. Er muss halt nur damit leben, dass ihn viele unsympathisch finden – wie den BC Sport derzeit auch.

Rubriklistenbild: © Fischer

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