Anadolu Spor Baunatal und TSV Oberzwehren überrascht

Verwirrung um Relegation zur Kasseler Fußball-Kreisoberliga 

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Nicht zu fassen: Hüseyin Göbkel (Trainer von Anadolu Spor) war die Enttäuschung nach der 0:1-Niederlage in Oberzwehren ins Gesicht geschrieben.

Kassel. Die Relegation zur Fußball-Kreisoberliga Kassel sorgt für Verwirrung. Noch ist ein Platz frei, doch alle drei Mannschaften sind punktgleich in der Abschlusstabelle.

Olympia Kassel ist als Erster aufgrund des Torverhältnisses aufgestiegen. Nach dem Rückzug des KSV Baunatal II ist aber noch ein Platz in der Kreisoberliga frei, den der Zweite in der Relegation erhält. Beim ersten Blick auf die Tabelle ist dies Anadolu Spor Baunatal. Nach den Durchführungsbestimmungen des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) in Anlehnung an die Spielordnung ist dies aber der TSV Oberzwehren. Das überraschte selbst die betroffenen Vereine. Wir beleuchten die komplizierte Situation.

Die Situation

Nach Abschluss der Relegationsspiele zur Kreisoberliga am Samstag ergab sich sowohl nach der Variante Punkte und Torverhältnis als auch der des direkten Vergleichs die Reihenfolge: 1. Olympia, 2. Anadolu Spor, 3. Oberzwehren. Da zwei Plätze in der Kreisoberliga frei sind, wären nach diesen beiden Verfahren zur Bestimmung der Platzierung Olympia und Anadolu Spor die Aufsteiger. Wären da nicht die Durchführungsbestimmungen des HFV. In denen ist der Passus Relegations- und Aufstiegsspiele zu finden. Der Abschnitt j) besagt:

Sollten mehrere Mannschaften aufstiegsberechtigt sein, werden die Platzierungen durch wiederholte Anwendungen der Bestimmungen des §32a Nr. 3 Buchstaben a) und b) Spielordnung ermittelt. (Beispiel: Bei Dreier-Gruppe mit drei punktgleichen Mannschaften erster Aufsteiger aus Torverhältnis; zweiter Aufsteiger durch direkten Vergleich.)

Daraus ergibt sich: Olympia steigt als Tabellenerster auf. Oberzwehren bleibt als Zweiter in der Kreisoberliga, da der TSV gegen Anadolu den direkten Vergleich gewonnen hat.

Den Vereinen sind die Durchführungsbestimmungen für die Saison 2017/18 als Beilage in der September-Ausgabe des Magazins „Hessen-Fußball“ zugestellt worden.

„Wir sind aus allen Wolken gefallen. Der Passus war uns so nicht bekannt. Wenn es so ist, akzeptieren wir das natürlich“, war die faire Reaktion von Anadolus sportlichem Leiter Murat Gürkan. „Wir sind davon ausgegangen, abgestiegen zu sein. Die neue Situation hat uns schon überrascht. Für Anadolu Spor tut es uns leid. Sie hätten es sportlich verdient gehabt“, sagt TSV-Abteilungsleiter Achim Löwenstein. Und weiter: „Ich hätte nichts dagegen, würde die Kreisoberliga in der kommenden Spielzeit mit 17 Mannschaften spielen.“

Klassenleiter Günther Schneider sagte gestern Mittag: „Durch den Hessischen Fußball-Verband wurden wir erst in der Nacht zum Sonntag noch mal auf die Durchführungsbestimmungen hingewiesen, weshalb zunächst Unklarheit über den Ausgang der Relegation herrschte. Die Vereine sind inzwischen schriftlich informiert.“

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