Frank Jungermann hat Karriere gemacht

Gudensberger war  Spieler und Trainer und ist nun Schiedsrichter

Sicher an der Pfeife: Der Schiedsrichter Frank Jungermann. Foto: Hahn

Gudensberg. Frank Jungermann hat Karriere gemacht. Im März 2014 war er erstmals als Schiedsrichter in der B-Jugend im Einsatz. Nach wenigen Partien bei den Senioren stieg er in die Kreisoberliga auf.

Schade nur, dass er mit 45 Jahren die Altersgrenze für weitere Sprünge erreicht hat. Denn: „Frank könnte auch in der Gruppenliga pfeifen. Er ist zuverlässig und setzt seine große Erfahrung ideal ein“, lobt Timo Ide, der Mitglied des Verbandslehrstabs ist.

Stets mit klaren Gesten: Frank Jungermann als Trainer der FSG Gudensberg.

Wohlwissend, dass Jungermann eben nicht wie andere Kollegen Schiedsrichter geworden ist wegen mangelndem Talent als Fußballer oder weil er Spaß an Regeln hat, sondern, „weil ich im Alter in Bewegung bleiben wollte, feste Termine brauche und nach einer neuen Herausforderung gesucht habe“, wie der Gudensberger erklärt. Mit sechs Jahren begann der gebürtige Bad Wildunger in der Jugend der SG Gilsa/Jesberg, reifte dort ebenso wie die Böth-Brüder Jürgen und Stefan, Erhard Pretz oder Frank Schultz und feierte mit dem Dorfverein in der A-Jugend die Bezirksmeisterschaft.

Mit seinem Heimatverein marschierte er bis in die Landesliga durch. Anschließend spielte er beim FSC Lohfelden fünf Jahre in der Oberliga. „Ich war keiner, der unnötig zu Boden geht. Und wenn es mit dem Schiedsrichter mal nicht lief, konnte ich auch mal biestig werden“, blickt er lachend zurück. Deswegen ist er nun als Unparteiischer auch keiner, der schnell Karten für Meckern gibt, sondern lieber darauf achtet, „dass sauber gespielt wird“.

Womit Jungermann übrigens nicht nur die Zweikampfführung meint, sondern auch, ob ein Fußballer mannschaftsdienlich spielt oder egoistisch. Dann ertappt sich der zweifache Familienvater, der seinen Sohn Lennard nebenbei in der Gudensberger E-Jugend betreut, dabei, wie er den Kickern Ratschläge erteilt. Klar, 15 Jahre als Übungsleiter lassen sich schlecht abschütteln. Wobei er nie „nur“ Fußball-Lehrer war, sondern stets Spielertrainer. Erst in Gudensberg, wo er seit zehn Jahren lebt. Anschließend in der Bezirksliga-Spitze mit der SG Kirchberg/Lohne, für die er nun Schiedrichter ist. Als Herzensangelegenheit danach mit seinem jüngeren Bruder Mario bei der SG Bad Zwesten/Urfftal. Und schließlich wieder in Gudensberg, ehe er im April 2013 ausgerechnet bei A-Ligist FSG Eder/Ems zum ersten Mal entlassen wurde.

Konsequenz: „Ich habe mir dann endlich mal eine Pause verordnet“, sagt der 45-Jährige. Mehrere Anfragen als Trainer lehnte er ab. Und suchte einen neuen Reiz, den er als Schiedsrichter fand. „Ich wollte einfach mal testen, ob ich das kann und die Regeln drauf habe.“ Keine Selbstverständlichkeit wie Kollege Timo Ide weiß: „Es ist keine Garantie, dass ein guter Fußballer auch ein guter Schiri ist.“

Frank Jungermann hat bewiesen, dass das eine das andere nicht ausschließt. Weil er nicht zu schnell Strafstoß gibt, weil er weiß, „dass ein bisschen drücken und schieben dazu gehört“ und was Trainer versuchen, um Einfluss zu nehmen. Als Resultat guter Leistungen hat er Sportplätze kennengelernt, die er ohne Pfeife im Mund wohl niemals gesehen hätte: Roßdorf, Oelshausen, Meißner, Oberelsungen und auch Röddenau. „Es tut gut, wenn ich nach einem Spiel als Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl gelobt werde“, sagt der Spätberufene, der merklich Freude am neuen Hobby gefunden hat.

Von Sebastian Schmidt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.