Vier junge Übungsleiter probierten in dieser Serie viel aus

Ein Trainergespann setzte auf youtube

Führt die FSG Chattengau/Metze nicht nur mit seinen Toren auf Platz sechs: Spielertrainer Abdul Abdali. Foto: Kasiewicz

Vier Vereine aus der Fußball-Kreisoberliga setzten in der abgelaufenen Saison auf junge Trainer (U 30) und zeigten damit einen Trend auf. Nicht bei allen verlief die Saison ohne Probleme.

TSV Spangenberg

Malte Mehlhorn führte den TSV zum Klassenverbleib. Für den 26-Jährigen war es die erste Cheftrainerstation, zuvor war er bereits als Co-Trainer tätig und wird dies auch in der kommenden Saison unter dem neuen Coach Udo Koch (Baunatal) sein. „Das Jahr war anstrengend, hat aber unglaublich viel Spaß gemacht“, sagt er. Zuerst war es für Mehlhorn schwierig, die Distanz zu finden („Ich habe ja bis zu meiner Verletzung mit allen Jungs noch zusammengespielt.“). Aber: „Die Jungs haben es mir leicht gemacht.“ Zu Hilfe kam ihm bei seiner Trainertätigkeit auch der DFB. „Da habe ich mir etliche Fachbücher bestellt, um mich fortzubilden“, sagt der Coach. Besonders die Drucksituation machte ihm in der Endphase der Saison zu schaffen, denn der Druck sei als Trainer viel größer als bei einem Spieler. Jetzt rückt er wieder ins zweite Glied und nimmt die C-Lizenz in Angriff.

FSG Chattengau/Metze

Ein junges Trainergespann führte die FSG auf einen guten sechsten Platz. Matthias Tropmann (25) und Abdul Abdali (29) waren erstmals in dieser Saison als Spielertrainer tätig. Ihr Erfolgsrezept: Zuckerbrot (Tropmann) und Peitsche (Abdali). „Wir ergänzen uns gut. Matthias ist lockerer drauf und ich eher der strenge“, sagt Abdali, der Stürmer mit dem einprägsamen Bart. Eine Stammplatzgarantie gibt es für die beiden Spielertrainer übrigens nicht. „Bei uns zählt nur die Leistung. Allerdings waren wir bei den Ligaspielen oft eh nur zu elft, so dass wir so oder so immer gespielt haben“, so Abdali. Außerdem zählt der 29-Jährige zu den besten Stürmern der Kreisoberliga und wurde Torschützenkönig. Weitergebildet haben sich die beiden Jungtrainer auch über das Videoportal youtube. „Da gibt es einige interessante Videos zur Trainingsarbeit“, verrät Abdali.

SG Antrefftal/Wasenberg

Marco Schwab (29) ist seit dieser Saison Trainer von der SG Antrefftal/Wasenberg und führte den Aufsteiger nach einem Stotterstart auf den zehnten Tabellenplatz. „Die Mannschaft hat mir immer Rückendeckung gegeben. Als junger Trainer ist mir die Disziplin sehr wichtig“, beschreibt sich Schwab, der auch als Spielertrainer agiert. Besser gesagt: Agieren muss. „Eigentlich wollte ich nicht mehr spielen, dann fiel aber unser Stürmer Lukas Berneburg aus. Da musste ich nochmal ran.“ Der frühere Verbandsligasspieler des 1. FC Schwalmstadt sorgte somit nicht nur mit seinem Coaching, sondern auch mit seinen Toren für den Klassenverbleib. „In der nächsten Saison will ich mich nicht mehr allzu oft aufstellen. Von Außen hat man schon einen besseren Blick auf das Spielgeschehen“, sagt Schwab. In Zukunft will er sich auch seine C-Lizenz kümmern, denn bislang baut er vor allem auf die Erfahrungen, die er von seinen Vater Bernhard gesammelt hat. „Er ist mein Vorbild“, sagt der 29-Jährige über seinen Vater, den sie in der Schwalm alle nur Bimbo nennen. FSG Gudensberg

Tim Krüger hat mit seinen 27 Jahren als Trainer schon Höhe- und Tiefpunkte hinter sich. Erst stieg er mit der FSG Gudensberg in die Kreisoberliga auf, in dieser Saison aber gleich wieder ab. „Das hat lange an mir genagt. Ich denke aber, die Saison war lehrreicher als unsere Aufstiegssaison“, sagt der C-Lizeninhaber. Autoritätsprobleme hat der Mechatronik-Student nicht. Er kennt die meisten seiner Spieler aus der A-Jugend, die er schon mit 19 Jahren trainierte, bevor er vor zweieinhalb Jahren zum Seniorentrainer aufstieg. Jetzt geht er voller Energie in die kommende Saison, seine dritte Serie als Chefcoach. Womöglich wieder gekrönt von einem Aufstieg.

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