Unterschiedliche Aussagen nach 2:3

Fast Spielabbruch: Skandal-Tor in Wasenberg

Ist wie seine Kollegen richtig sauer: Antrefftal/Wasenbergs Routinier Till Bischoff (am Ball). Foto: Hahn/nh

Wasenberg. Diesen Tag werden die Fußballer der SG Antrefftal/Wasenberg so schnell nicht vergessen: Sie wollten im Kellerduell der Kreisoberliga Schwalm-Eder gegen den TuSpo Guxhagen nur fair bleiben, kassierten in der 90. Minuten einen umstrittenen Treffer zum 2:3 und anschließend zwei Rote Karten.

Was war da denn los? In einem sind sich beide Seiten einig: Beim Stand von 2:2 landete ein weiter Abschlag von TuSpo-Torhüter Andre Appel in der gegnerischen Hälfte. Stürmer Edgar Lück ging nach einem Zweikampf zu Boden und soll laut geschrieen haben. Danach stellten die Gastgeber das Spielen ein, weil sie einen Pfiff des laut aller Beteiligten bis dahin souveränen Schiedsrichter Thorsten Olschewski warteten. Der sah jedoch keinen Grund einzuschreiten.

Das nutzte Christian Umbach, um das Leder zum Entsetzen der Schwälmer zu Rene Schwiebs zu passen, der keine Mühe hatte, freistehend und praktisch ohne Gegenwehr zum 3:2 zu treffen. Geschockt verließen die Hausherren daraufhin vor 150 Zuschauern in Wasenberg das Feld. Die Nerven lagen auch nach ihrer Rückkehr nach fünf Minuten blank. Jens Badenhausen und Marc Otto sehen nach einem Gerangel die Rote Karte (90. + 1). „Das darf uns nicht passieren. Aber einen Abstiegskrimi auf diese Weise zu verlieren, ist schwer zu akzeptieren“, sagte SG-Verteidiger Till Bischoff.

Spielte den entscheidenden Pass: Guxhagens Christian Umbach (li.), hier beim Jubel im Archivbild mit Kevin Lukas. Foto: Hahn/nh

Denn dieser Treffer hat gravierende Auswirkungen im Rennen um den Relegationsrang. Bei einem Remis wäre die SG drei Punkte vor dem TuSpo geblieben. Jetzt sind beide Teams zwei Spieltage vor Schluss gleichauf. Da Guxhagen den direkten Vergleich gewonnen hat, ist Antrefftal/Wasenberg nun auf fremde Hilfe angewiesen - oder muss in der Extrarunde gegen die beiden Zweitplatzierten der Kreisligen A 1 und A 2 antreten. „Wir predigen Kindern immer Fairness und dann wird die mit Füßen getreten“, fand Bischoff deutliche Worte.

Und Guxhagen? Trainer Uwe Herkt will den entscheidenden Moment nicht gesehen haben. „Neben dem Platz war viel Hektik und mich hat ein Ordner zurückgedrängt. Ich glaube meinen Jungs, dass sie fair waren und finde, der Schiedsrichter hätte das Spiel abbrechen sollen, als der Gegner vom Feld gegangen ist.“

Nach Angabe von Herkt sind seine Schützlinge mehrfach von den SG-Zuschauern, die im Festzelt nur zwei Meter neben dem Spielfeld gesessen hätten, verbal attackiert worden. Explizit nimmt er Vorlagengeber Christian Umbach in Schutz. „Er hilft uns in einer schwierigen Situation aus und geht jedem Ärger und Zweikampf aus dem Weg.“

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