Nach zehn Jahren

Spielertrainer Helge Hastrich will bei der SG Immichenhain/Ottrau nur noch coachen

+
Er gibt die Richtung vor: Helge Hastrich hat die SG in zehn Jahren als Spielertrainer zu zwei Aufstiegen geführt. In seiner elfte Saison möchte er „nur“ noch Trainer sein.  

Immichenhain/Ottrau. Für die SG Immichenhan/Ottrau war die Verpflichtung von Helge Hastrich vor zehn Jahren ein Glücksfall.  Der will in der kommenden Saison nicht mehr auf dem Feld, sondern "nur" noch an der Seitenlinie stehen.  Ob das dem Fußball verrückten Sportlehrer gelingt?

Viele Fußballspieler beenden ihre Karriere, wenn sie das 33. Lebensjahr vollendet haben, manche machen weiter bis 34 und einige halten noch ein bisschen länger durch. Als Helge Hastrich in diesem Alter war, dachte er auch daran, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Seine Frau Sandra zog es aus privaten und beruflichen Gründen zurück in die Heimat, und so siedelte die Familie Hastrich aus Braunfels in Mittelhessen nach Immichenhain in den Südosten des Schwalm-Eder-Kreises um.

„An Fußball habe ich damals nicht gedacht“, sagt der heute 44-jährige Lehrer, der an der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld Mathematik und Sport unterrichtet. Aber ein Sportlehrer muss sich fit halten. Und so machte Helge Hastrich manchmal beim Training des damaligen Kreisligisten SG Immichenhain/Ottrau mit. Als der wenig später einen Trainer suchte, hatte es sich bis zu den Vorsitzenden Sascha Degenhardt und Heiko Krey herumgesprochen, dass in Immichenhain ein Zugereister wohnte, der vor seinem Umzug als Spielertrainer des mittelhessischen Gruppenligisten SV Villmar agiert hatte.

Von Übergangs- zu Dauerlösung

Immichenhain/Ottrau war im Oktober 2008 ein abstiegsgefährdeter A-Ligist und es dauerte nicht lange bis Degenhardt und Krey den leidenschaftlichen Fußballer überredet hatten, als Spielertrainer zu fungieren. Aus angedachten 18 Monaten sind nun fast zehn Jahre geworden. In diese Zeit fielen zwei Meisterschaften und die damit verbundenen Aufstiege bis zur Gruppenliga. Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr beendete die SG die abgelaufene Saison in der Kreisoberliga auf dem dritten Tabellenplatz.

Helge Hastrich, der künftig „nur“ noch als Trainer tätig sein will, erinnert sich gern. An Spieler wie Sascha Degenhardt, Simon Schultheis, Christian Gabel und Roman Bernhardt. Aber auch an die Wissbegierde seiner Schützlinge, die stets gewillt waren, sich spielerisch und taktisch zu verbessern.

Bernhardt gibt das Lob zurück. „Helge hat die Fähigkeit, Spieler besser zu machen“, sagt der Mittelfeldmann, der eine weitere Gabe Hastrichs herausstreicht. Dieser verschaffe sich respekt, obwohl er locker drauf sei. Folglich freut sich Bernhardt auf eine weitere Saison mit dem Trainer Hastrich. Sagt aber auch: „Wir könnten ihn als Spieler ebenfalls noch gut gebrauchen.“

Thomas Schwalm sieht es genauso. Der SG-Abteilungsleiter geht davon aus, dass Hastrich auch in der kommenden Saison als Spielertrainer tätig wird. „Einer, der soviel Bock auf Fußball hat wie Helge Hastrich, wird es am Spielfeldrand nicht aushalten“, sagt Schwalm voraus.

Viel Sachverstand

Wenn der SG-Abteilungsleiter Hastrichs Vorzüge aufzählt, klingt das so, als würde auch Jupp Heynckes abblitzen, wenn er sich denn für den Trainerposten bei Immichenhain/Ottrau bewerben würde. Schwalm lobt dessen Sachverstand und freut sich, dass es dem Coach auch in seinem zehnten Jahr noch gelingt, seine Kicker zu motivieren.

Nun sind die Fußballfans im Südosten des Schwalm-Eder-Kreises gespannt, wie sich Hastrich in der kommenden Serie präsentiert. Im Trikot mittendrin oder vielleicht doch „nur“ in ziviler Kleidung am Spielfeldrand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.