Was ist da denn los? Thomas Albrecht hilft seinem Heimatverein in der Fußball-Kreisoberliga aus

Er steht mit 50 wieder im Tor des VfB Schrecksbach

Fit wie eh und je: VfB-Torhüter Thomas Albrecht. Foto: Krommes

Schrecksbach. Eigentlich setzen sie beim VfB Schrecksbach voll auf die Karte Jugend. Eigentlich hat Thomas Albrecht seine Karriere längst beendet. Doch am heutigen Samstag wird der 50-Jährige erneut das Tor des Fußball-Kreisoberligisten hüten im Derby beim SC Neukirchen (15.30 Uhr, Knüllkampfbahn).

Was ist da denn los? „Da ich am VfB hänge, mache ich das“, sagt Albrecht und muss schon etwas schmunzeln, wenn er an die vergangenen acht Tage denkt. Zweieinhalb Jahre hatte Albi, wie er liebevoll genannt wird, nicht mehr trainiert. Kein Fußball. Kein anderer Sport. Fit hält ihn allein die Arbeit als Trockenbauer.

Das änderte ein Anruf von Schrecksbachs Vorsitzendem Markus Jäckel. Der Verein war in Not. Erst war Routinier Steffen Völker kurzfristig zum 1. FC Schwalmstadt gewechselt, dann verletzte sich die junge Nummer Eins Johannes Heipel. Verdacht auf Bandscheibenvorfall lautet die erste Diagnose. Kommende Woche gibt ein MRT-Termin Klarheit. Ob er sich vorstellen könne, einzuspringen, fragte Jäckel vorsichtig.

„Wenn das Bein nicht am Rücken ist, ziehe ich das durch“, sagte Albrecht und absolvierte prompt eine Einheit mit Torwarttrainer Markus Straube. Tags darauf stand er in der Kreisoberliga-Partie bei Titelanwärter SC Edermünde (1:2) zwischen den Pfosten. „Albi hat hervorragend gehalten. Seine Reflexe sind hersausragend, auf der Linie hält er alles“, lobt VfB-Spielertrainer Christian Eibach.

Verteidiger in der Landesliga

Zudem zeichnet den reaktivierten Schlussmann eine ungemeine Ruhe aus. Und mitspielen kann er im Ernstfall auch. Denn eigentlich ist er gelernter Verteidiger. Ab der D-Jugend reifte er in Schrecksbach und feierte seinen Einstand 1985 in der Landesliga für den VfB. Trainer Georg Lange ließ damals sogar Hans-Dieter „Tango“ Diehl, der in der Saison 1975/76 neun Partien für den 1. FC Kaiserslautern in der 1. Bundesliga absolvierte, auf der Bank.

Ins Tor rückte Albrecht erst 1991. Je nach Bedarf wechselte er sich mit Frank Heipel ab. Dem heutigen Jugendleiter und Vater von Johannes Heipel. „Schon verrückt, dass ich vor fünf Jahren in der Ersten aufgehört habe, weil ich nie den Jungen den Weg verbauen wollte“, sagt dessen Vertreter. Jetzt sind sie in Schrecksbach einfach nur froh, dass Markus Jäckel vor acht Tagen die richtige Nummer gewählt hat. Ehrensache, dass Thomas Albrecht am Donnerstag extra nochmal im Mannschaftstraining war.

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