Im Schwalm-Eder-Kreis tickt die Uhr anders

Straftraining ist keine Option

Mario

Schwalm-Eder. Es ist nicht immer einfach, den Profi- und Amateursport zu vergleichen. Im Schwalm-Eder-Kreis fallen die Reaktionen zum Thema Straftraining eher verhalten aus. Der allgemeine Tenor ist der, dass so etwas im Amateurbereich überhaupt keinen Sinn macht.

Dirk Langhans vom Kreisoberligisten FC Edermünde weigert sich, ein Straftraining anzuordnen. „Das würde nur bedeuten, dass man als Trainer vorher etwas falsch gemacht hat. Bei mir gibt es so etwas wie ein Straftraining nicht und einen Strafenkatalog auch nicht.“

Auch Jürgen „Dino“ Seitz, Trainer vom B-Ligisten SG Beisetal hält ein Straftraining für kontraproduktiv. „Nach Niederlagen lasse ich immer etwas lockerer trainieren, damit der Spaß zurückkommt.“ Für den Amateurbereich würde das Straftraining nichts bringen, meint Seitz. Früher sei das anders gewesen. „Ich musste mich mal bei 35 Grad im Schatten in der Sandgrube quälen. Wenn ich so eine Einheit heute ansetzen würde, hätte ich am nächsten Tag keine Mannschaft mehr“, sagt Seitz.

Bei Verbandsligist TSV Mengsberg gibt es so etwas wie ein Straftraining nicht, wohl aber einen ausgefeilten Strafenkatalog. TSV-Trainer Mario Selzer verrät: „Wenn zum Treffpunkt einer fünf Minuten zu spät kommt, muss er dreimal würfeln. Würfelt er dreimal die Sechs muss er 18 Euro einzahlen.“ Ein Straftraining an sich hält er für den Amateurbereich für nicht machbar.

Etwas anders sieht es da schon beim Handball aus. Bei Landesligist TSV Ost/Mosheim heißt das Straftraining dann aber Zirkeltraining. „Wichtig ist es dabei aber den Ball zu integrieren. Stupides Laufen bringt keinen weiter“, sagt TSV-Coach Mario Lubadel.

So wird von ihm nach dem Zirkel gefordert von fünf Bällen vier ins Tor unterzubekommen. „In der Regel ist es aber so, dass das nach einem Zirkel nicht mehr wirklich klappt, so dass es eine weitere Bestrafung gibt“, sagt Lubadel und lacht. Er sagt aber auch: „Ein reines Straftraining ist nicht mehr zeitgemäß. „Sonst bringe ich die Spieler gegen mich auf. Zudem trifft es auch oft die falschen. Denn nach einem schwachen Spiel melden sich oft für die erste Trainingseinheit ein paar Spieler ab, weil zum Beispiel die Katze krank ist.“ Aus seiner aktiven Zeit in der DDR kennt Lubadel hingegen noch sehr wohl das Straftraining. „Da hieß es dann mal, ihr lauft jetzt zweimal um den Weißen See in Berlin, bevor es losgeht. Am schlimmsten war aber eigentlich immer, wenn Fußball zum Aufwärmen gestrichen wurde.“

Bei Gensungen/Felsberg-Coach Arnd Kauffeld gibt es kein Straftraining, zumindest nicht für einzelne Spieler. „Da gibt es immer andere Mittel und Wege. Ein Gespräch kann da viel mehr bewirken“, sagt er. Situationsbedingt erhöht er schon mal die Intensität bei den Trainingseinheiten, ohne dies aber generell als Straftraining zu bezeichnen. Fotos: nh

Von Daniel Schneider

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