Christian Schäfer spielt seit 20 Jahren für WeWaLeCa und ist im Abstiegskampf gefragt

Urgestein und Torjäger

Glücksbringer: Christian Schäfer als Schornsteinfeger. Foto: nh

HOMBERG. Als Christian Schäfer (38) vor 20 Jahren beim Fußball-Bezirksligisten SG Wernswig/Waßmuthshausen/Lenderscheid anheuerte, begann eine Liaison, die auch nach zwei Jahrzehnten noch hält. Nach der Winterpause sind die Qualitäten des Torjägers vielleicht mehr denn je gefragt, denn mit seiner SG WeWaLeCa muss der Routinier Gas geben, um den „Liga-Dino“ in der Kreisoberliga halten zu können. Denn aktuell sind die Vereinigten Letzter.

Schäfer hat das Fußball-Einmaleins beim FC Homberg gelernt, bei dem er von F- bis zur A-Jugend in allen Nachwuchsteams am Ball war. Dann wechselte der hoch aufgeschossene Linksfuß „auf‘s Dorf“, weil er sich keine Chancen ausrechnete, in der ersten Mannschaft der Kreisstädter einen Stammplatz zu ergattern.

Auf Anhieb wohl gefühlt

In Wernswig hat sich Schäfer indes auf Anhieb wohl gefühlt. „Es hat einfach alles gepasst“, sagt Schäfer. „In Wernswig wurde die Kameradschaft immer großgeschrieben und wir haben auch außerhalb des Platzes viel gemeinsam unternommen.“

Bis auf drei Spielzeiten, in denen er von 2001 bis 2004 für den damaligen Bezirksoberligisten Borken/Freudenthal die Stiefel schnürte, war Schäfer fortan nur noch für Wernswig am Ball. Anderthalb Jahre nach der Rückkehr aus Borken wurde er nach dem Abgang von Trainer Bernd Kater Spielertrainer bei der SG WeWaLeCa, wie sie jetzt hieß, nachdem auch Caßdorf ins SG-Boot eingestiegen war. Für sechs Jahre, von denen ihm eines besonders im Gedächtnis haften geblieben ist. 2008 nämlich, in dem der SG überraschend der Aufstieg in die Gruppenliga gelang. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem sich Schäfers Ex-Klub FC Homberg bei der Ausrichtung des Hessentages als Verbandsligist präsentieren wollte, jetzt aber hinter den Nachbarn vom Lande zurückblieb. „Wir sind dann zwar gleich wieder abgestiegen, aber dieses eine Jahr bleibt für immer. Das vergisst du als Fußballer nie“, erinnert er sich.

In den letzten beiden Serien erlebte Schäfer als Spieler ein Wechselbad der Gefühle. Unter dem neuen Trainer Frank Ruhland wurde der „Lange“, wie ihn alle nennen, 2012 mit der SG Dritter der Kreisoberliga und schaffte 2013 mit Ach und Krach den Klassenerhalt. Unter anderem durch einen 2:1-Sieg bei der SG Ohetal/Frielendorf, bei dem der eingewechselte Schäfer das 1:1 erzielte.

Schornsteinfeger in Elternzeit

Das ist pikant, denn Christian Schäfer ist Schornsteinfeger-Meister und für Frielendorf und umliegende Dörfer zuständig. Momentan ist der 38-Jährige allerdings nur selten auf den Dächern Frielendorfs unterwegs, weil er sich in Elternzeit befindet und sich um den anderthalbjährigen Sohn Fiete kümmert.

Wie lange werden sich die Zuschauer noch an der Spielkunst, den knallharten Torschüssen und den Kopfbällen von Schäfer erfreuen können? „Es macht mir noch Spaß und ich spiele, solange die Knochen halten“, sagt Schäfer.

Von Peter Pfeiffer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.