Fußball: Juarez Hilgert vor seinem Einstand bei Kreisoberliga-Tabellenführer Guxhagen

Verstärkung aus Brasilien

UweHerkt

Guxhagen. Einer ist schon da, drei sitzen auf gepackten Koffern. Somit könnte ein Quartett talentierter Brasilianer den Kader des Fußball-Kreisoberligisten TuSpo Guxhagen verstärken.

Der 21-jährige Juarez Hilgert trainiert bereits mit seinen neuen Mannschaftskameraden, Matheus Ledur (19) und Doglas Pörsch (19) sollen Mitte September eintreffen. Djonifer Artus (18) könnte mit bereits vorhandener Spielberechtigung folgen. Die Kontakte zu den deutschstämmigen Kickern aus Südamerika hat der Guxhagener FFC-Vorsitzende Dieter Elsner geknüpft. Der Fußball-Jugendbildungsbeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises, der in der Region Rio Grande do Sul oft zu Gast war, organisiert seit vielen Jahren Besuche von dortigen Nachwuchsteams in der Fuldatalgemeinde. „Jeder Ort hat in Brasilien seine Fußballschule, die meist von einem Proficlub unterstützt wird“, berichtet Elsner, der über Bezugspersonen vor Ort den Werdegang der Nachwuchsspieler, die mit ihrer „escola“ (Schule) nach Guxhagen kamen, verfolgt.

Zu einer dieser Fußballschul-Gruppen gehörte auch Juarez Hilgert. Er spielte zuletzt für den Hauptstadtclub der Region, Inter Porto Alegre, und möchte sich in Deutschland eine sportliche und berufliche Existenz aufbauen. Was so dual in seinem Heimatland unmöglich ist. Kosten entstehen dem TuSpo nicht, denn die werden von den Eltern des Spielers, die in Brasilien eine Spedition besitzen, übernommen.

Zubrot für starken Kader

Die ersten Trainingseindrücke des Abwehrrecken, der in einer Pension in der Nachbargemeinde Dörnhagen wohnt und möglicherweise im kommenden Spiel gegen Schrecksbach seinen Einstand feiert, sind positiv. „Juarez braucht noch etwas Zeit, kann uns aber sicher weiterhelfen und hat das Potenzial auch höherklassig zu spielen“, erklärt Trainer Uwe Herkt, der mit seiner Mannschaft - fünf Siege aus sechs Spielen - sehr erfolgreich in die neue Saison gestartet ist. Und betont: „Die Brasilianer sind ein Zubrot für unseren ohnehin gut aufgestellten Kader.“

In dem Wissen, dass Ledur und Pörsch, die ebenso wie Hilgert und Artus gut deutsch sprechen, noch sportliche Defizite besitzen: „Matheus und Doglas sind etwas verspielt und müssen sich an die hier geforderte Zweikampfhärte gewöhnen.“ Beide Akteure kennt Herkt aus der Hinrunde der Saison 2014/15, als sie bei einer Stippvisite mit Kurz-Praktikum schon einige Serienspiele im TuSpo-Dress absolvierten.

Jetzt haben sie eine Arbeitserlaubnis für ein Jahr und eine Wohnung im Ort. Und wenn die angepeilten Lehr- oder Arbeitsstellen in trockenen Tüchern sind, steht der Anreise über 10 000 Kilometer nichts mehr im Wege.

Von Reinhold Döring

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