Verbandssportgericht spricht Fußball-Kreisoberligist Sieg zu

Punkte in zweiter Instanz für SV Reichensachsen

Eschwege. Auf einmal hatte der SV Reichensachsen in der Tabelle der Fußball-Kreisoberliga drei Punkte mehr auf dem Konto. Vorausgegangen war ein Urteil des Verbandssportgerichts in Grünberg, in dem der Club einen 3:0-Sieg für die am 3. Oktober nach 20 Minuten abgebrochene Partie bei der SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund zugesprochen bekam. Das Kreissportgericht hatte zuvor noch auf Neuansetzung entschieden. Hans-Peter Apel, Fußball-Spartenleiter des SV Reichensachsen, legte gegen dieses Urteil jedoch Widerspruch ein – mit Erfolg.

• Die Vorgeschichte: Die Begegnung zwischen Pfaffenbachtal/Schemmergrund und Reichensachsen wurde seinerzeit beim Stand von 1:1 abgebrochen, da Schiedsrichter Philip Steinbrecher (Borken) mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte. Tobias Putlitz (Palm Strikers), der das Vorspiel der zweiten Mannschaft der SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund geleitet hatte, bot an, die Partie weiterzupfeifen. Nach einigen Diskussionen lehnten die Hausherren dies aber ab. Der § 69 der Spielordnung des Hessischen Fußballverbandes (HFV) sieht jedoch vor, dass ein Spiel fortgesetzt werden muss, wenn ein unbeteiligter Schiedsrichter zur Verfügung steht.

• Sicht der SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund: SG-Vorsitzender Jörg Leimbach ist von dem Urteil und dem Verhalten von Hans-Peter Apel enttäuscht. „Er wusste aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, dass er die drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen bekommen würde und hat uns das nicht eindringlich gesagt. Das hätten wir uns auf Kreisebene gewünscht“, sagt er. Zudem habe man sich im Lager der Gastgeber auf die Aussage von Schiedsrichter-Beobachter Uwe Weber verlassen, der Putlitz als unqualifiziert für ein Kreisoberliga-Spiel bezeichnet habe, so Leimbach. „Hans-Peter Apel hat zwar weiterspielen wollen, sein Wissen dann im entscheidenden Moment aber vorenthalten, als wir eine Fortsetzung ablehnten“, moniert Jörg Leimbach.

• Sicht des SV Reichensachsen: Hans-Peter Apel hat zweifellos das Recht auf seiner Seite. „Als Vereinsvertreter muss man sich mit so etwas einfach auskennen, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ich habe ausdrücklich gefordert, weiterzuspielen und damit mein Soll erfüllt“, sagt Apel.

• Sicht des Kreisfußballwarts: Auch Kreisfußballwart Horst Schott sieht in dem Urteil eine satzungskonforme und rechtmäßige Entscheidung. „Das Kreissportgericht wollte zuvor die Angelegenheit diplomatisch und menschlich mit einer Neuansetzung lösen, hat dabei aber die Spielordnung missachtet“, sagt er. Schott prangert zudem das Verhalten von Uwe Weber an. „Er hat nicht nur seine Kompetenzen überschritten, sondern auch Pfaffenbachtal/Schemmergrund auf die falsche Fährte gebracht. Kein Schiedsrichter muss für irgendeine Liga qualifiziert sein.“ Uwe Weber selbst äußerte sich nicht. (fk)

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