C-Junioren des KSV Baunatal steckten sich wohl im Trainingslager an

Corona legt komplettes Team lahm

Ihre Freude auf den Regionalliga-Start wurde jäh getrübt: Die C-Junioren des KSV Baunatal infizierten sich komplett mit Corona.
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Ihre Freude auf den Regionalliga-Start wurde jäh getrübt: Die C-Junioren des KSV Baunatal infizierten sich komplett mit Corona.

Statt sich den Feinschliff im Trainingslager zu holen, schlug das Coronavirus zu. Und zwar auf ganzer Linie. Nicht nur einzelne Spieler, sondern die komplette U15-Mannschaft des KSV Baunatal infizierte sich und kann nicht wie geplant am Samstag mit dem Spiel bei den Offenbacher Kickers in die Regionalliga-Saison starten.

Der Süddeutsche Fußball-Verband setzte die erste Partie der Nordhessen in der höchsten deutschen Spielklasse der C-Junioren ab. „Man kann von einem Worst-Case-Szenario sprechen“, erklärte Trainer Robin Schüßler. Wahrscheinlich steckten sich die 22 Spieler im Trainingslager an. Dieses fand vom 9. bis 13. August in Naumburg/Saale statt. Wo, wie genau und durch wen die Übertragungen letztlich stattfanden, ist unklar. „Wir können das nicht mehr nachverfolgen. Eventuell ist es im Essensraum passiert, aber auch da wurden Masken getragen“, sagt Baunatals Abteilungs- und Jugendleiter German Jaeschke.

Sicher ist aber, dass vor der Fahrt ins Trainingslager alle 26 Teilnehmer in offiziellen Schnelltest-Stationen getestet wurden. Diese Tests waren alle negativ. „Ein negatives Test-Ergebnis war für mich Bedingung dafür, dass jemand mitfahren darf“, unterstreicht Schüßler.

Ohnehin habe der Verein beim Trainingslager vorsichtig agiert. „Das hat uns ja schon im Vorfeld ausgezeichnet, dass wir uns seit Beginn der Pandemie penibelst an Hygienerichtlinien und -konzepte gehalten haben. Die Eltern sind deshalb auch nicht sauer, dass uns das nun passiert ist. Sie haben sich ja erstmal gefreut, dass wir den Jungs eine Woche Trainingslager anbieten konnten“, sagt Jaeschke. In der Unterkunft – die Spieler waren in Vier-Bett-Zimmern in einzelnen Häusern untergebracht – habe laut Schüßler keine Durchmischung mit anderen Gästen stattgefunden. Bei Sitzungen sei auf gute Durchlüftung geachtet worden.

„Mir zeigen unsere Corona-Fälle einfach, dass es trotz der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen jeden treffen kann“, sagt Schüßler und verweist auf mögliche künftige große Infektionsherde auch in Schulen. Bei den Baunataler Jungs waren am vierten Trainingslager-Tag die ersten Corona-Symptome aufgetreten.

Am fünften und letzten Tag waren die Krankheitszeichen so deutlich geworden, dass die Trainer entschieden, keine Einheit mehr zu absolvieren und früher als geplant nach Hause zu reisen. Nach der Rückkehr unterzog sich das Team dann erneuten Tests.

Letztlich wurden alle 22 Spieler positiv getestet, dazu noch ein bereits geimpfter Betreuer. Trainer Robin Schüßler und Co-Trainer Danny Overkamp infizierten sich nicht, genau wie zwei Spieler, die aufgrund von Urlaub nicht mit im Trainingslager waren. „Die beiden haben wir jetzt erstmal bei unserer U16 zum Training untergebracht“, sagt Jaeschke.

Insgesamt seien nicht nur leichte Corona-Verläufe vorgekommen. „Etwa die Hälfte der Spieler merkte kaum etwas von der Infektion, einige Jungs lagen aber mit hohem Fieber mehrere Tage im Bett“, führt Schüßler aus und weist auch auf etliche Nachwirkungen hin. „Bei einigen Spielern litt der Geschmackssinn.“ Bei den meisten hätten die jeweils behandelnden Ärzte ein Sportverbot von zwei bis drei Wochen ausgesprochen. Deshalb habe der Süddeutsche Fußball-Verband auch trotz beendeter Quarantäne die Auftaktpartie abgesetzt. „Wir haben in der Vorbereitung von fünf Spielen nur ein einziges verloren und waren richtig guter Dinge. Klar, die Gesundheit steht jetzt absolut im Vordergrund. Aber unsere Gegner haben nun natürlich eine ganz andere Ausgangsposition, und bis wir ins Rollen kommen, wird es ein paar Spiele dauern. Das ist für diese Liga dann schon eine ordentliche Hypothek“, sagt Jaeschke.

Was mit dem Heimauftakt nächstes Wochenende gegen Karlsruhe passiert, ist noch unklar. Der KSV Baunatal nahm hinsichtlich einer Verlegung schon mit dem KSC Kontakt auf. „Sechs Testspiele mussten ausfallen. Unsere letzte Partie haben wir am 10. August bestritten“, erläutert Schüßler und hofft, gegebenenfalls nächste Woche vorsichtig wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. „Vielleicht können wir aus der Situation Kraft schöpfen.“

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