Akkreditierung sogar für Balljungen

DFB-Pokal: Viel Arbeit für den KSV Baunatal

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Tobias Nebe, Trainer beim KSV Baunatal.

Pure Freude herrschte beim KSV Baunatal, als er in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals einzog. Eine Woche vor dem Heimspiel gegen VfL Bochum hat sich daran nichts geändert. 

Obwohl die VW-Städter nicht ahnten, dass ihnen wegen organisatorischer und bürokratischer Hürden eine Herkulesaufgabe bevorstand.

Haarklein hat der DFB alles geregelt. Allein für das Lesen der Durchführungsbestimmungen fallen unzählige Arbeitstunden an. Sie wurden je nach Zuständigkeitsbereich verteilt. Wie der KSV überhaupt an die Aufgabe heranging? „Wir haben eine Taskforce gebildet. Seit die Ansetzung feststand, trifft sie sich mindestens einmal wöchentlich“, sagt Bernd Bilsing. 

Stolz und froh

Der Abteilungsleiter wirkt ebenso mit wie Detlef Nienhaus, Hartmut Schäfer, der extra eine Schulung beim DFB besuchte, Wilhelm Hempeler, Berthold Langmann und Willi Nebe sowie aus dem Gesamtvorstand Timo Gerhold, Friedrich Heintzemann und Präsidentin Annette Böhle.

„Die Größe der Herausforderung konnten wir anfangs nicht ermessen. Aber wir sind froh und stolz, dass wir es, auch mithilfe der Stadt, schaffen. Besonders, weil wir es hier bei uns schaffen und nicht ins Auestadion umziehen müssen“, sagt Bilsing.

Dabei profitierten die Baunataler kaum von den Erfahrungen, die sie in zwei Regionalliga-Spielzeiten sammelten. Allerdings wird der Gästeblock des VfL an selbiger Stelle auf der Stehtribüne abgetrennt wie damals. Und die Hauptkamera des übertragenden Senders Sky wird wieder neben der Sprecherkabine auf der Haupttribüne postiert. Zu mietende Hebebühnen- und Kräne tragen die weiteren Kameras.

Diese Bestimmungen gibt es

Daneben ist alles anders. Eine kleine Auswahl der Bestimmungen: Die Bandenwerbung im Parkstadion wird wie jede eigene Werbung des KSV abgedeckt. Genau geregelt ist, wie viel Strom zur Verfügung gestellt werden muss. Wegen der TV-Übertragung ist ein Notstromaggregat Pflicht. Die Mindestzahl von Duschen und Sitztoiletten in den Kabinen und der Abstand zwischen den Kleiderhaken sind vorgegeben. Auch die Kleidung ist Thema. „Weil unser Logo einen Zentimeter zu groß war, mussten wir die Trikots ändern lassen“, berichtet Annette Böhle.

„Die kurioseste Auflage ist für mich, dass Balljungen und Einlaufkinder sowie deren Eltern akkreditiert sein müssen. Und das gestaffelt für verschiedene Stadionbereiche“, sagt Bilsing. Nicht zu vergessen der Raum für Dopingtests. Er muss mit zwei Tischen, zwei Stühlen und einer Liege ausgestattet sein. Besetzt wird er mit einem DFB-Offiziellen, KSV-Teamarzt Hans-Günter Schafdecker und Helfern des Vereins.

Um alle Auflagen zu erfüllen, investieren die Baunataler eine, wie Bilsing sagt, „deutlich fünfstellige Summe“. Größte Batzen sind die Infrastruktur für Sky und externe Sicherheitsdienste. Aber es scheint sich zu lohnen. Knapp 5000 Karten sind verkauft. Wenn sie am 7. August mit dem Umbau im und am Stadion beginnen, gibt es vielleicht schon keine Tickets mehr. 

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