Bas, Fisher und Stegmann zurück beim KSV Hessen und KSV Baunatal

Nach Rückkehr aus Fußball-Internaten: Profi-Traum lebt trotzdem weiter

Zurück in der Heimat: Ben Fisher (links) und Alen Bas spielen wieder für den KSV Hessen.Sebastian A. Reichert

Alen Bas, Ben Fisher (beide KSV Hessen) und Paul Stegmann (KSV Baunatal) sind drei sehr talentierte A-Jugend-Fußballer aus der Region, die vieles gemeinsam haben. Vor einiger Zeit wechselten sie in die Nachwuchsschmieden von Profi-Klubs. Seit dieser Saison spielen sie wieder zu Hause in der Region. Doch eines haben sie trotz ihrer Rückkehr nicht aufgegeben: ihren Traum vom Profi-Fußball.

Und alle drei Jungs bereuen eines nicht: Den Schritt in ein Nachwuchsleistungszentrum eines großen Vereins gewagt zu haben. „Bei mir war es ein Wechsel von der Kreisliga direkt in die Regionalliga“, sagt Alen Bas. „Da verbessert man sich automatisch.“ Vor allem in Bezug auf die so genannte Vororientierung habe er viel dazugelernt, meint der Mündener, der bei Hannover 96 spielte.

Während Alen Bas drei Jahre lang beinahe täglich das Pendeln nach Hannover („Zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück“) auf sich genommen hat, weil im Internat der Roten kein Platz frei war, wohnten Ben Fisher und Paul Stegmann in Internaten. „Für mich hat sich das Jahr auf Schalke auf jeden Fall gelohnt“, berichtet Fisher.

Aufgewachsen im kleinen Jesberg-Reptich wurde er in Gelsenkirchen von den Ex-Profis Frank Fahrenhorst (Trainer) und Mathias Schober (NLZ-Leiter) betreut. „Ich habe fast jedes Heimspiel der Schalker im Stadion gesehen“, blickt Fisher mit Freude zurück. „Ich habe gegen Gladbach gespielt – und sogar ein Tor geschossen.“ Die Borussia ist das Lieblingsteam des 16-jährigen Mittelfeldspielers, der für S04 in der Junioren-Bundesliga 18 (Kurz-) Einsätze absolvierte.

Paul StegmannKSV Baunatal

Auch Stegmann, der zur Saison 2017/18 zum FC Carl-Zeiss Jena gewechselt war, berichtet, dass er bei seiner Station bei einem Profi-Klub wertvolle Erfahrungen gemacht habe. „Ich habe gelernt, mit Druck umzugehen“, sagt der 16 Jahre alte Innenverteidiger, der in Jena Regionalliga-Erfahrung sammelte. „Die fußballerische Ausbildung war gut – nur mit meinen Verletzungen hat es leider nicht für mich hingehauen.“

Verletzungen waren bei allen drei Jungs ein Hauptgrund dafür, warum sie die Profi-Klubs verließen. Stegmann riss sich vor über einem Jahr in der ersten Vorbereitung in Jena gleich den Außenmeniskus, fiel nach einer Operation sechs Monate aus und kam deshalb nicht richtig ins Team rein. Erst seit diesem Frühjahr ist er wieder beschwerdefrei.

Fisher litt zunächst in der Vorbereitung an einer Entzündung der Wachstumsfuge. Dann brach er sich die Nase – und war wieder einige Wochen draußen. In der Winter-Vorbereitung knickte er um. Obwohl im ersten Spiel des neues Jahres eigentlich gesetzt, musste er aufgrund einer Grippe passen. Schließlich schlug Schober ihm eine Ausleihe vor, um Spielpraxis zu sammeln. Das wollte Fisher nicht – und wechselte zurück in die Heimat.

Bei Bas, der vor allem in seinem ersten Jahr von Muskelrissen zurückgeworfen worden war, lief sein Drei-Jahres-Vertrag in Hannover aus. Der Verein wollte ihn nicht verlängern. „Ich habe zuerst zwei Spiele gemacht. Dann habe ich eine Rote Karte gesehen. Nach der Sperre bin ich nur schwer wieder in die Mannschaft gekommen“, sagt der 17-Jährige, der letztlich in der Saison 2018/19 auf acht Einsätze in der B-Junioren-Bundesliga kam.

„Mein Ziel ist nach wie vor der Profi-Fußball“, sagt Bas. Optimistisch blickt auch Stegmann in die Zukunft „Ich würde gern erst einmal wieder beim KSV zum Führungsspieler werden. Und dann mal gucken, ob es noch für mehr reicht.“ Und Fisher erklärt: „Mein Fokus liegt jetzt erst einmal auf der Schule. Natürlich ist es aber immer noch mein Ziel, mal mit Fußball Geld zu verdienen.“

Von Sebastian A. Reichert

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