KSV Hessen Kassel

KSV-Urgesteine feiern Jubiläum

Immer wieder im Vorstand des KSV: Holger Günther (links) und Jens Rose. Dieses Bild entstand 2008 anlässlich der Regionalliga-Partie gegen Wacker Burghausen.
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Immer wieder im Vorstand des KSV: Holger Günther (links) und Jens Rose. Dieses Bild entstand 2008 anlässlich der Regionalliga-Partie gegen Wacker Burghausen. Foto: Andreas Fischer.

Sie gehören zu den Löwen wie der Herkules zu Kassel: Charly Wimmer und Holger Günther. Beide wurden 1945 geboren, also feierten beide Urgesteine des heimische Fußballs nun 75. Geburtstag.

Was Charly Wimmer und Holger Günther verbindet? Na klar, da fällt einem sofort das Jahr 1998 ein. Nach der Neugründung des KSV Hessen Kassel erzielte Charly, der eigentlich Helmut heißt, im ersten Pflichtspiel das erste Tor für die Löwen – beim 4:1-Pokalsieg gegen den ESV Jahn Kassel. Und Günther? Der war gemeinsam mit Holger Brück im Vorstand verantwortlich dafür, dass es mit dem Fußball beim KSV wieder aufwärtsging. Aber nicht nur das Jahr 1998 eint die beiden Klub-Urgesteine, auch das Jahr 1945 – denn da wurden sie geboren und feierten nun ihren 75. Geburtstag.

„Das ist natürlich echt schon ein Ding gewesen, dass ich in meinem letzten Spiel für den KSV mit 53 Jahren noch einmal getroffen habe“, erzählt Wimmer, der seinen Geburtstag am 19. April aufgrund der Coronakrise im ganz kleinen Kreis begehen musste. Der Mann, der mehr als 1000 Einsätze für die Löwen bestritt, erinnert sich an ein Spiel ganz besonders: „Das war 1966, als es in Köln um die Deutsche Amateurmeisterschaft ging. Wir haben 4:1 geführt, dann kam ein Gewitter, und am Ende ging es 4:4 aus. Das Rückspiel verloren wir dann leider mit 0:2.“

Wimmer, der verheiratet ist sowie einen Sohn und zwei Enkelkinder hat, lernte Bankkaufmann und war schließlich beim früheren Arbeitsamt Kassel tätig. Beim KSV ist er mehr als 50 Jahre Mitglied, war schon Abteilungsleiter, zweiter Vorsitzender und Trainer. Heute gehört er dem Ältestenrat an. Die Löwen-Fans kennen ihn vor allem seit 30 Jahren als Stadionsprecher. „Die Karriere hat 1990 zunächst auf dem G-Platz angefangen. Später im Auestadion war ich anfangs schon sehr nervös, mittlerweile hat sich das aber gelegt“, erinnert sich Wimmer. Sein Spitzname „Charly“ hat übrigens auch etwas mit einem Mikrofon zu tun: „Als ich in der 2. Klasse war, starb der bekannte Sportreporter Charly Wimmer vom Bayerischen Rundfunk. Seitdem benannte mich mein Lehrer nach ihm – der Spitzname war perfekt.

Immer wieder im Vorstand des KSV: Holger Günther (links) und Jens Rose. Dieses Bild entstand 2008 anlässlich der Regionalliga-Partie gegen Wacker Burghausen. Foto: Andreas Fischer.

Holger Günther konnte dagegen seinen Geburtstag am 12. März gerade noch so vor der Coronakrise retten. „Ich war mit meiner Lebensgefährtin, meiner Tochter und deren Mann im Sansibar auf Sylt – eine Feier im kleinen Kreis. Kurz danach haben sie dann die Inseln abgeriegelt und wir mussten eine frühere Bahn nach Hause nehmen“, erzählt der in Großalmerode aufgewachsene Günther, der 1955 mit seiner Familie nach Kassel zog. „Da kam ich dann auch sofort mit dem KSV in Kontakt. Nach der WM 1954 sah ich ein Freundschaftsspiel im Auestadion gegen den 1. FC Kaiserslautern – mit fünf Weltmeistern. Fortan hielt ich den Löwen die Treue“, erinnert sich das KSV-Ehrenmitglied.

Nach seiner Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann im Bereich Radio und Elektro war Günther Filialleiter von Nordmende in Kassel und Frankfurt. 1989 wurde er dann Bezirksleiter von Lotto Hessen und übernahm seine erste Funktion im Verein. „Das war alles sehr emotional. Zum ersten Mal im Vorstand und dann auch noch der Aufstieg in die 2. Bundesliga – besser ging es nicht“, sagt Günther, der noch bis Ende des vergangenen Jahres zum Aufsichtsrat gehörte und einst die Geschäftsstelle leitete. Den Regionalliga-Aufstieg 2006 verfolgte er ebenfalls vom Vorstandsposten aus. Besonders in Erinnerung blieb ihm aber ein anderes Amt: „Mit 70 habe ich noch mal die A-Jugend trainiert. Und was soll ich sagen? Ein 70-Jähriger kann mit einem 18-Jährigen bestens zurechtkommen.“

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