Fußball: Teamvorstellung des Landesligisten, der längst ernst genommen wird

„Keine Lachnummer mehr“

Die Neuen beim TSV Landolfshausen mit Trainer Ingo Müller (links): Kevin Eckermann, Franz Matezki, Hauke Wülfrath und Co-Trainer Jannik Meck. Es fehlen Daniel Markov und Marcel Rudolph. Foto: jelinek/gsd

Landolfshausen. Wenn man über diesen „Dorfklub“ (Selbstbezeichnung!) berichtet, kommt man um dieses eine Klischee einfach nicht herum. Als die Spieler des TSV Landolfshausen an diesem Mittwochabend auf dem A-Platz, dem einzigen des Klubs, im Nieselregen trainierten, weideten nebenan wieder zehn Kühe und muhten ab und an herüber. Welche Bedeutung dies hatte, ist natürlich nicht bekannt. So viel aber steht fest: Die Dorfkicker gehen bereits in ihre vierte Landesliga-Spielzeit.

„Mit unserem Ruf haben wir kein Problem“, versichert Trainer/Manager Ingo Müller, der inzwischen seit 1992 (mit vier Jahren Unterbrechung in Seulingen) die sportlichen Geschicke des Klubs leitet; in der kommenden Serie zum zweiten Mal zusammen mit Michael Kreter. „Von der Infrastruktur können wir natürlich nicht mithalten, aber aus unseren Möglichkeiten haben wir viel herausgeholt. Das wird auch im Braunschweiger Raum anerkannt, wir sind keine Lachnummer mehr und werden ernst genommen.“ Die Zeiten, als gegnerische Spieler Handyfotos mit den Kühen im Hintergrund machten, seien vorbei, so Müller.

Gesichertes Mittelfeld

Wie sind nun die Aussichten? „Wir wollen nicht wieder bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg spielen und im gesicherten Mittelfeld landen“, sagt Müller, dessen Team sieben Abgänge und fünf Neuzugänge verzeichnet. Martin Gläse und Benny Duell sind sicher schmerzliche Verluste. Müller bleibt vorsichtig und sagt: „Wir haben gute Spieler verloren, aber auch gute dazubekommen. So können wir das kompensieren.“

So hofft man beim TSV, mit der südniedersächsischen Konkurrenz auf Augenhöhe mitzuspielen (Grone, Hainberg, Weende). Wie alle anderen Trainer dieser Klubs sieht auch Müller den MTV Wolfenbüttel, Absteiger FT Braunschweig und Vahdet Braunschweig („die werden wohl ein Monsterteam haben“, so Müller) als Landesliga-Favoriten.

Mit Marcel Rudolph ist der frühere Torhüter (zuletzt SV Bilshausen) zurückgekommen; sein Stellvertreter ist Sven Wienecke, der Bruder von Abteilungsleiter Jan Wienecke. Der talentierte Franz Matezki kam, weil sein Kumpel Tomislav Relota ihm Landolfshausen schmackhaft machte. Kevin Eckermann (19) und Hauke Wülfrath (24) gelten als Talente, fünfter Neuer ist Daniel Markov.

Abzuwarten bleibt, wie torgefährlich die TSVer sein werden. Vergangene Saison war Zwei-Meter-Stürmer Patrick Kraus der erfolgreichste – mit nur sieben Treffern. „Wir leben von der Ausgeglichenheit“, merkt Michael Kreter an.

Auftakt sehr interessant

Interessant wird in der Serie allein schon der Auftakt: Mit Lebenstedt (zuhause) und Kästorf (auswärts) starten die Landolfshäuser gegen zwei der vier Aufsteiger (außerdem noch Hainberg und Braunschweig-Lehndorf). Den ersten Test bestreitet der TSV am Samstag (16 Uhr) in Bad Sachsa gegen den VfB Südharz, zwei weitere in Seulingen (19.7., SVG Einbeck und 22.7., Petershütte), ehe gegen BW Brehme am 28. Juli das erste Spiel auf eigenem Platz steigt. Das Bezirkspokalspiel in Bremke sieht man beim TSV als Vorbereitung auf den Punktspielstart. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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