Der neue 05-Trainer Jan Steiger: „Fünf Teams lassen wir hinter uns“

+
Locker und cool bleiben: Jan Steiger, der neue Trainer von Fußball-Landesligist Göttingen 05, bei der Auswechslung von Mazlum Dogan am vergangenen Sonntag beim Derby-Cup bei der SVG.

Göttingen. Mit einer 1:4-Niederlage im „Derby-Cup“ startete Göttingen 05 in die neue Fußball-Saison. Erneut hat der Traditionsklub den Klassenerhalt nur am grünen Tisch geschafft. Darüber und über die aktuelle Situation sprach die HNA mit dem neuen 05-Trainer Jan-Steiger.

Hallo Herr Steiger, wie kam es, dass Sie jetzt nach dem Amt des Sportlichen Leiters den Trainer-Job bei Göttingen 05 übernommen haben? 

Jan Steiger: „Nachdem Oliver Hille uns mitgeteilt hat, dass er für die kommende Spielzeit nicht zur Verfügung steht, haben wir verschiedene Überlegungen angestellt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Konstellation mit Torsten Burkhardt als Co-Trainer und mir aktuell die beste verfügbare ist. Torsten ist sehr engagiert und kompetent, wir beide kennen den Verein und die meisten Spieler über Jahre.

Nach Hansi Ehrlich, Nadjeh Braham, Martin Wagenknecht, Arunas Zekas und Oliver Hille sind Sie jetzt der sechste 05-Trainer in nur drei Jahren. Beunruhigt das nicht? 

Steiger: „Nein, ich bin da völlig entspannt. Fußball ist ein Ergebnissport. Haben wir Erfolg, kehrt automatisch Kontinuität ein.“

Zum dritten Mal hat 05 nur am „grünen Tisch“ den Klassenerhalt geschafft. Zehrt das nicht am Selbstverständnis? 

Steiger: „Ich muss Sie korrigieren, lediglich zweimal gelang der Klassenerhalt am „grünen Tisch“. Sicherlich hatten wir viel Glück, nun gilt es, sportlich die Liga zu halten.“

Was wollen Sie jetzt anders machen als Ihre Vorgänger, worauf legen Sie in der jetzigen Vorbereitungsphase das Hauptaugenmerk? 

Steiger: „Ich schaue nicht zurück, sondern nach vorn. Es gilt nun, die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison zu legen. Derzeit arbeiten wir vor allem an der Integration der Neuzugänge, der Grundlagenausdauer, dem Defensivverhalten, sowie dem Umschaltspiel. Wir werden viele Einzelgespräche führen. Neben harter und disziplinierter Arbeit sind auch Selbstvertrauen und Spaß wichtige Aspekte, die wir vermitteln werden. Wir wollen nicht ängstlich, sondern mutig auftreten. Die Lust am Gewinnen muss größer sein als die Angst vor einer Niederlage.“

Wie schätzen Sie das Team für die kommende Saison zu diesem frühen Zeitpunkt ein? 

Steiger: „Die Mannschaft zieht bisher sehr gut mit. Ich bin sehr dankbar, mit diesen Spielern arbeiten zu dürfen. Die neuen Spieler bringen individuelle Qualität mit und erhöhen den Konkurrenzkampf. Und auch die Nachwuchsspieler sind sehr engagiert und lernwillig. Die Mischung aus erfahrenen Spielern und Talenten passt. Die Stimmung ist gut.“

Was ist mit der neuen Mannschaft möglich, welchen Platz peilen Sie an?

Steiger: „Wir wollen und werden fünf Teams (so viele Absteiger gibt es, d. Red.) hinter uns lassen. Davon bin ich überzeugt.“

In der Rückrunde der vergangenen Saison waren kaum einmal mehr als 150 Zuschauer im Maschpark. Wie kann die „Marke 05“ wieder attraktiver werden? 

Steiger: „Fußball ist ein Ergebnissport. Sportlich müssen und werden wir liefern. 05 ist nach wie vor einer der allerersten Adressen im südniedersächsischen Fußball. Die aktive Fanszene ist einmalig, das gesellschaftliche und soziale Engagement sucht seinesgleichen (z.B. Projekt „Integrationsmannschaft“), und wir verfügen über die am höchsten spielenden Jugendmannschaften sowie über qualifizierte Jugendtrainer.“

Nachdem Präsident Jens Handkammer in der vergangenen Saison schon früh angekündigt hatte, aus beruflichen Gründen kürzer zu treten, war auch von seinem Mitstreiter Neels Lamschus schnell nichts mehr zu sehen. Wie soll die Vorstandsarbeit neu konzipiert werden, gibt es dafür schon neue Personen? 

Steiger: „Als Erstes möchte ich Thorsten Richter danken, dass er den Verein in den letzten Monaten sehr gut geführt hat. Ich bin mir sicher, dass er an Bord bleibt. Zudem gibt es viele engagierte und kompetente Menschen, die sich gern bei 05 einbringen wollen. Welche dieser Personen dem künftigen Vorstand angehören werden, hierüber muss die Mitgliederversammlung entscheiden.“

Wie sehen Sie die neue Landesliga mit jetzt vier Klubs aus der Region (05, SCW Göttingen, Landolfshausen und Aufsteiger FC Grone, d. Red.)? 

Steiger: „Die Landesliga ist mit den vier regionalen Vertretern aus Göttinger Sicht sehr attraktiv. Allerdings werden auch in den Derbys nur drei Punkte vergeben. Persönlich freue ich mich auf die Nachbarschaftsduelle vor vielen Zuschauern. Der SCW ist und bleibt mein Heimatverein, mit Grones Trainer Jozo Brinkwerth bin ich befreundet, das werden für mich persönlich sicher Highlights.“ (gsd/nh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.