Gruppenliga vor der Saison

Leiser Pessimismus bei den Fußballerinnen des TSV Flechtdorf und des VfR Volkmarsen

 Katharina Brida vom TSV Flechtdorf (rechts) l gegen Pia Wilschewski (Volkmarsen) 
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Standhaft: Katharina Brida vom TSV Flechtdorf (rechts) scheint im Pokalspiel den Vorteil gegen Pia Wilschewski (Volkmarsen) zu haben. Beide Teams sehen nun der Punktrunde entgegen.

Der eine Zweiter, der andere Siebter: Die kleine Waldecker Abordnung hat sich in der Frauenfußball-Gruppenliga der annullierten Vorsaison irgendwo zwischen gut und ordentlich eingereiht.

Nur: Was heißt das nach ewig langem Lockdown für die neue Spielzeit? Darüber grübeln auch die Trainer – und blieben lieber erst mal in Deckung.

TSV Flechtdorf

Die Diemelseerinnen, zuletzt besagter Zweiter, hätten guten Grund für ein wenig Optimismus. Zuletzt warfen sie zweimal den Liga-Rivalen aus Volkmarsen aus den Wettbewerben um den Waldecker Pokal, den Test gegen den TuS Medebach gewannen sie mit 4:0. Und doch formuliert Trainer Michael Kahl seine Ziele lieber zurückhaltend. „Wir wollen in erster Linie so schnell wie möglich die Klasse halten. Wir müssen uns erstmal finden, alles Weitere wird man sehen“, sagt er.

Gut möglich, dass sie beim TSV nach den ersten zwei Liga-Kicks schon schlauer sind. Die Startgegner TSG Wilhelmshöhe und TuS Großenenglis II sind, dem Papier nach, nicht leicht zu hebende Prüfsteine. Bis dahin schaut Kahl auf das, was er hat. Und das ist nicht das gleiche wie vor einem Jahr. Zwar hat der TSV keine klassischen Abgänge zu verzeichnen, Spielerinnen aber ans Studium und wegen schwerer Verletzungen verloren – nicht alle kehren zurück.

Durchwachsene Vorbereitung beim TSV

Corona habe dabei sein Übriges getan, so Kahl, „ohne den vorher schon großen Kader wäre es nun schwierig“. Dass in der Vorbereitung einige Spielerinnen in den Urlaub gefahren seien, habe die Situation zusätzlich verkompliziert. Die Vorbereitung bezeichnet Kahl folglich als „durchwachsen“. Die Trainer hätten zwar immer mit 16, 17 Spielerinnen trainieren können, allerdings aus beiden Teams zusammen.

Doch ganz pessimistisch ist Kahl auch nicht. Vor allem von der Reserve und den dazugestoßenen Juniorinnen erhofft er sich einen kleinen Schub: „Wir haben da gute Spielerinnen in der Hinterhand, die ein enormes Entwicklungspotenzial mitbringen.“ Und die bisherigen Ergebnisse sind ja auch nicht so schlecht.

VfR Volkmarsen

Zunächst „nach unten“ schaut VfR-Trainer Martin Funke. Er hat seine Gründe. Die „sehr holprige Vorbereitung“ etwa und, damit verbunden, wiederholte Ausfälle verletzter Spielerinnen. „Deshalb geben wir als Ziel erst mal den Klassenerhalt aus. Etwas anderes ist zudem aufgrund der langen Pause auch nicht planbar“, sagt Funke.

Spaß am Fußball soll zurückkehren

In erster Linie solle der Spaß am Fußball wieder zurückkehren. Er ist einzelnen in der Corona-Pause abhanden gekommen. Funke beschreibt die Sache so: „Während der langen Pandemie-Zeit haben sich die Spielerinnen verständlicherweise andere Aktivitäten gesucht und nun ist der Fußball wieder da. Diese Aktivitäten kollidieren nun ab und an miteinander.“ Die Folge: oft dünner Trainingsbesuch, der sich auch in den Ergebnisse spiegeln – neben den Pokalniederlagen gegen Flechtdorf verlor der VfR mit 2:4 auch das Testspiel gegen Wormeln.

„Unsere Abläufe sind einfach noch nicht vorhanden, da müssen wir noch dran arbeiten“, sagt der Trainer, zeigt sich gleichwohl kämpferisch: „Die Liga ist sehr stark, aber wir haben definitiv das Zeug zum Klassenerhalt.“ Punkte beim schwierigen Auswärtsstart in Metze würden die Aussage sofort stützen. (RM)

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