DIE PIONIERINNEN Spielerinnen der Eintracht Waldeck verschaffen sich früh Respekt

Männer putzen die Fußballschuhe

Das Waldecker Frauen-Team: Obere Reihe (von links): Gerda Blasius, Ursula Lehmann, Karin Warner, Monika Lühmann, Ingold Rischard, Sabine Weber, Angelika Löwen, Rosemarie Stiehl, Mitte: Inge Globisch, Waltraud Rummel, Unten: Sigrid Linke, Christa Schaller, Doris Heck und Waltraud Koch.
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Das Waldecker Frauen-Team bei einem Testspiel in Ippinghausen: Obere Reihe (von links): Gerda Blasius, Ursula Lehmann, Karin Warner, Monika Lühmann, Ingold Rischard, Sabine Weber, Angelika Löwen, Rosemarie Stiehl, Mitte: Inge Globisch, Waltraud Rummel, Unten: Sigrid Linke, Christa Schaller, Doris Heck und Waltraud Koch.

Ein Spiel gegen die vereinseigene C-Jugend war der Startschuss des Frauenfußballs in Waldeck. Bereits 1968 gründete sich dort erstmals ein Team.

„Wir schauten uns immer die Spiele unserer Männer an. Irgendwann kam dann die Idee selber zu spielen“, berichtet Waltraud Rummel, die zu den Gründungsmitgliedern gehört.

Schnell fanden sich 15 Frauen und fingen an zu trainieren. „Unser Fußball-Projekt sprach sich herum und so kamen auch einige Frauen aus den Nachbarorten zum Training“, sagt Rummel, „einmal in der Woche trafen wir uns und übten gemeinsam das Fußballspielen.“

Üben ist in diesem Zusammenhang wahrscheinlich das richtige Wort, denn die Waldeckerin betont: „Wir waren zwar alle sportlich, doch das fußballerische Können musste sich erst einmal entwickeln.“

Dabei half vor allem der TSV Eintracht Waldeck, der den Frauenfußball nicht nur aufnahm, sondern mit Eckhardt Stiehl zudem den ersten Trainer stellte. Auch Trikots organisierte der Sportverein für die neue Frauen-Abteilung. „Unser Fußballteam wurde schnell akzeptiert und gefördert“, erzählt sie.

Auch die Männer unterstützten ihre Frauen und schauten sich die Spiele an. „Anfangs belächelten sie uns zwar, doch später putzten die Männer sogar unsere Fußballschuhe“, berichtet Rummel.

Spielberechtigt ab 1972: Waltraud Rummel stürmte für den TSV Eintracht Waldeck.

Auch im Ort wuchs das Interesse am Frauenfußball. „Bei unseren Liga-Spielen kamen zwischen 30 und 40 Zuschauer“, so die Waldeckerin. Und die bekamen etwas geboten. Im März 1973 stand das Team auf dem dritten Tabellenrang der neu gegründeten Liga und überzeugte mit schönem Fußball.

Rummel sagt: „Wir spielten gut und hielten uns immer im Mittelfeld der Tabelle.“ Gegen die starken Gegnerinnen aus Korbach und Battenberg reichte es jedoch meistens nicht. „Das waren unsere Angstgegner, gegen die wir uns immer besonders schwer taten“, gesteht sie.

Doch auch mit Niederlagen konnte das Team gut umgehen. Nach Siegen wurde sogar ausgiebig gefeiert. Bis zuletzt war die Motivation deshalb hoch.

Mitte der 1970er-Jahre löste sich die Mannschaft dann aber auf. „Viele Frauen haben Kinder bekommen, andere zogen aus beruflichen Gründen um. Am Ende fehlte die Lust für einen Wiedereinstieg“, sagt Rummel. So nahm der Frauen-Fußball in Waldeck ein vorläufiges Ende.

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