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Mannschaft und Freundeskreis: TSV Strothe feiert A-Liga-Meisterschaft und fühlt sich stark genug für die KOL

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TSV Strothe Mannschaftsbild
Kreisoberliga wir kommen: Die Strother Kicker feier die Meisterschaft in der Kreisliga A. Hintere Reihe (v.l.): Manuel Heidemann ( Trainer 2. Mannschaft ) Torsten Mannweiler ( Trainer ), Andreas Brandt ( Vorstand ) Mike Janus ( Vorstand ) Frank Drebes ( Vorstand ) Jonas Heidtmann; mittlere Reihe (v.l.) Ilir Gashi, Lukas Brandt, Simon von Hanxleben, Timo Nawroth, Florian Figge, Nico Mannweiler , Leon Kunkis, Claudio Murao, Max Schmidt , Julian Stiehl, Torsten Knoche ( Vorstand); vorn (v.l.): Dennis Hempelmann, Almedin Calakovic, Kai Kornemann, Lucas Göge, Jonas Stiehl, Henry Hering, Lee Hartmann, René Grützner, Frank Stiehl ( Vorsitzender) Es fehlt : Henner Wiegand . © Worobiow

Die Fußballer des TSV Strothe haben sich die Meisterschaft in der Kreisliga A erkämpft und blicken optimistisch auf die neuen Aufgaben in der Kreisoberliga.

Strothe – Te-Es-Vau. Diese Buchstaben sind wichtig, wenn man über die Fußballer aus Strothe spricht. Dort leben nur 240 Menschen, aber eine Es-Ge mit einem anderen Verein mussten die Blau-Weißen zum Erhalt des Fußballs bisher noch nie eingehen. Sie stellen immer noch zwei Seniorenteams auf die Beine. Und auch ohne eine Spielgemeinschaft kann man über den Strother TSV eine Meistergeschichte schreiben.

Die Mannschaft lässt an diesem Sonntag nach dem letzten Saisonspiel (9:0 gegen Blau-Gelb Korbach) die Korken auf dem Platz knallen, pyrotechnisch blau-weiße Qualmwolken gen Himmel steigen und lässt viel Bier über den Kopf ihres Trainers Torsten Mannweiler laufen. Die Spieler feiern mit ihren Anhängern die A-Liga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Kreisoberliga.

Meisterschaft fast noch verspielt

Der Titel kam nicht überraschend. „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, wir wollen kein Meister werden“, sagte der Coach vor der Saison, seine dritte mit dem TSV. Der Kader wurde mit seinem Sohn Nico von der SV Freienhagen/Sachsenhausen und Henrik Wiegand von der SG Hö/Mei verstärkt. Überraschend war deshalb eher, dass der Favorit die Meisterschaft auf der Zielgeraden fast noch verspielt hätte, unter anderem mit dieser schier unglaublichen Partie am drittletzten Spieltag bei der SG Neukirchen/Sachsenberg in der die Strother bis zur 82. Minute 3:0 führten und noch 3:4 verloren.

Es folgte ein echtes Finale vor rund 350 Zuschauern gegen die punktgleiche SG Vöhl/Basdorf/Werbetal. Das 1:1 reichte der Strother Mannschaft zur Meisterschaft, weil sie das Hinspiel 3:0 gewonnen hatte.

Überhaupt war die Hinserie der Mannweiler-Elf ein Hingucker: elf Siege, ein Unentschieden. Wer sollte sie noch aufhalten? - Sie selbst!

Drei Torjäger erzielen 64 Saisontore

Nach der Winterpause verletzten sich die Torgaranten Luka Brandt, Nico Mannweiler und auch Kapitän Jonas Stiehl. Auf sie sollten die Kreisoberliga-Abwehrreihen ein Auge werfen, denn 64 der 114 erzielten Saisontreffer hat dieses Trio erzielt, Brandt traf 22mal und die beiden anderen schossen jeweils 21 Tore. „Alle drei sind in der Rückrunde nicht mehr richtig fit geworden und wir konnten sie nicht ersetzen“, sagt Trainer Mannweiler.

Kapitän Stiehl fügt hinzu, dass nicht nur das Verletzungspech die Mannschaft aus dem Tritt gebracht habe. „Wir sind einfach nicht mehr in den Spielfluss gekommen wie in der Hinrunde und haben die Ursache dafür nicht gefunden.“

Corona sei es jedenfalls nicht gewesen, der Virus haben nur zwei Spieler außer Gefecht gesetzt. Das Virus hatte ihnen ein Jahr zuvor als Tabellenführer die Meisterschaft gestohlen, weil die Saison abgebrochen wurde.

Der Coach gibt aber auch zu, dass zum Schluss die Nerven seinen Kickern immer mal wieder einen Streich gespielt hätten, die Anspannung sei schon groß gewesen. „Vor dem Spiel gegen Vöhl habe ich schon gemerkt, wie sehr es in der Kabine knistert.“

Spiel ohne Ball sollte besser werden

Wie viel KOL steckt schon in dieser Mannschaft? „Schon sehr viel“, meint Mannweiler senior, Mannweiler junior, der bereits in höheren Klassen gespielt hat, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir können ruhig höher stapeln, ich traue uns schon das obere Mittelfeld zu.“

Der Trainer glaubt auch, dass die Mannschaft in der KOL mit weniger Druck antreten könne. Er weiß aber auch, dass seine Kicker ab August einen schnelleren Ball spielen müssen und auch ihr Spiel ohne Ball verbessern sollten. „Unsere Spielweise ist teilweise noch zu statisch.“

Allerdings sagt hier keiner den phrasenschweinverdächtigen Aufsteigersatz auf: „Wir können in der neuen Liga aus einer kompakten Deckung spielen und müssen nicht mehr das Spiel machen.“ In Strothe sagen sie: „Unser Spiel ist bei diesen guten Stürmern schon nach vorn ausgerichtet. Das soll auch so bleiben. Hinten stehen und abwarten ist nicht unser Ding.“

Aufstieg als Geschenk zum 100. Geburtstag des TSV

Es soll ihnen eine Lehre sein. Diese Hoffnung hegt TSV-Kapitän Jonas Stiehl, der dem Schwächeln seines Teams zum Saisonende, auch positive Aspekte abgewinnen kann: „Wir sind ein junge Mannschaft und haben gerade als es nicht mehr so gut lief, eine Menge gelernt.“ Daher sei vielleicht diese schlechte Phase auch hilfreich für die neue Liga, erzählt der Kapitän. In dieser Anführerrolle eifert er seinem Vater Frank nach. Der heutige Vereinsvorsitzende war vor rund 20 Jahren auch Kapitän der Strother Aufstiegsmannschaft. Sie hielt sich nur ein Jahr in der KOL.

Das will die jünger Generation diesmal besser machen. Der Vorsitzende hofft, dass der ein oder andere Spieler noch dazukommen wird. „Da ist aber noch nichts spruchreif“, betont Frank Stiehl. Er sieht Parallelen zur alten Meisterelf. Auch sie seien nicht nur eine Fußballmannschaft gewesen, sondern auch ein Freundeskreis. „Die Meisterschaft ist auch ein Ertrag dieses guten Zusammenhalts“, meint der Vorsitzende, der sich freut, dass der TSV zum 100. Geburtstag 2023 quasi als Geschenk in der KOL spielen wird.

Dann fährt der Trecker mit dem Wagen los. Darauf sitzen Spieler und Trainer und tragen nun die Meisterschaft ins ganze Dorf. (rsm)

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