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Mario Emde macht in der Landesliga Westfalen als Trainer Furore

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Trainer klatscht in die Hände
Mann mit Erfolgen: Mario Emde trainiert seit acht Monaten den SV Brilon in der Landesliga. © bb

Seit mittlerweile acht Monaten trainiert Mario Emde aus Diemelsee die Fußballer des SV Brilon in der Landesliga 2 Westfalen. Der 34-Jährige arbeitet nach schwierigem Start erfolgreich. Der Verein honoriert das.

Brilon – „Ich musste bei der Zusage nicht lange überlegen“, sagt Emde. „Wann bekommt man schon mal die Möglichkeit, eine Landesliga-Mannschaft zu trainieren?“ Mitunter nur einmal im Leben. Emde erhielt das Angebot Ende 2020. Und nahm an. „Das“, sagt er, „hätte ich mir nicht träumen lassen.“

Heute kann kann man sagen: Emde hat was bewegt. Vor knapp einer Woche feierten seine Briloner im Altkreisderby in Erlinghausen einen prestigeträchtigen 3:2-Erfolg; zweifacher Torschütze: der Ex-Willinger Max Ullbrich. Der SV stellte seine Bilanz aus 17 Partien auf 24 Punkte und Tabellenplatz fünf. Damit hatte beim Start keiner rechnen können, Emde trat kein leichtes Erbe an.

Die „Corona-Saison“ 2020/2021 hatte Brilon auf Rang 16 beendet; Erfolgscoach Stefan Fröhlich war weg, ein freiwilliger Abgang; dazu suchten neun Spieler das Weite. Emde stand also vor einer schwierigen Aufgabe, aber er war nicht neu in seinem Job.

Emde ist geduldig und beharrlich seinen Weg gegangen

Der ehemalige Spieler der SG Adorf/Vasbeck und des SC Willingen brachte Erfahrungen als Trainer bei den Bezirksligisten SV Oberschledorn/Grafschaft (Sommer 2017 bis Dezember 2018) und FC Assinghausen/Wiemeringhausen/Wulmeringhausen (Rückrunde der Abbruchsaison 2019/2020) mit. Sein Start in Brilon verlief holprig. Nach sechs Spielen standen fünf Zähler im Tableau. Emde, jüngster Trainer der Landesliga 2 des Westfälischen Verbands, behielt die Ruhe.

„Ich wusste, dass es vielleicht etwas dauern würde bis sich die ,neue Mannschaft’ finden wird. Danach sind wir sind wir acht Spiele ungeschlagen geblieben und vor allem zu Hause im Rembe-Sportpark eine Macht“, erzählt er. Seine Erklärung für den Aufschwung? Die Grundtugenden im Fußball: Geschlossenheit, Leidenschaft und Wille, gepaart mit spielerischen Elementen zeigten, dass man ,,Berge versetzen kann“, sagt Emde.

SV Brilon hat den Vertrag mit Emde verlängert

Das A und O für den Trainer, der sein Geld bei ContiTech in Korbach verdient, ist eine saubere Grundordnung im Spiel. „Wir werden im Spiel keine Risikotasten drücken – in erster Linie muss lange die Null stehen. Irgendwann tun sich beim Gegner dann Lücken auf“, sagt er. Und weiter: „Nicht umsonst haben wir die Mehrzahl an Spielen erst in der zweiten Halbzeit entschieden.“

Stoisch am taktischen System hält Emde aber nicht fest. „Wenn ich sehe, dass eine gegnerische Mannschaft durch aggressives Pressing verwundbar ist, dann ändern wir natürlich auch unsere Spielweise. Allerdings bewahren wir immer die Grundordnung und spielen dann nicht vogelwild.“

Emde über Unterschiede zwischen Waldeck und Westfallen

Ein bisschen neidisch könnten sie in Waldeck schon werden, wenn Mario Emde erzählt, dass in der Landesliga-Staffel 2 durchweg auf Kunstrasen gespielt wird. „Daher ist das Spiel schneller und vor allen Dingen technisch visierter“, sagt der Briloner Trainer. Deshalb sei ein Vergleich der Ligen schwierig. „In Waldeck beziehungsweise Hessen wird körperbetonter gespielt als in Westfalen.“

Eindeutig „Optimierungsbedarf“ sieht Mario Emde beim Westfälischen Fußballverband in Sachen Winterpause. Sie ging beim SV Brilon nzur vom 20. Dezember 2021 bis 8. Januar 2022. Das erste Meisterschaftsspiel stand am 30. Januar im Plan. „Das ist in Waldeck und Hessen definitiv besser“, findet Emde, der sich gut vorstellen kann, „zu einem späteren Zeitpunkt“ als Trainer in der Heimat zu arbeiten. (bb)

Der Verein honoriert den Erfolg und hat den Vertrag mit dem Cheftrainer bereits verlängert – weil „Mario einen super Job macht und die Mannschaft geschlossen hinter ihm steht“, so Präsidiumsmitglied Jürgen Hillebrand in einem Interview mit der „Westfalenpost“.

Das Team hinter sich zu wissen, ist für Emde zentral. „Ich habe in meiner aktiven Zeit in der Verbandsliga beim SC Willingen im Gedächtnis behalten, dass ein Trainer die Mannschaft hinter sich bringen muss. Das habe ich in Brilon geschafft“, sagt er. Ein Weiteres nahm er vom SCW mit: die, wie er sagt, überragende mannschaftliche Geschlossenheit. „Diesen Zusammenhalt versuche ich auch in Brilon zu vermitteln, was bis jetzt auch sehr gut geklappt hat.“

Im Upland hat Emde unter Bernd Keindl, Uli Schwalenstöcker und Uwe Schäfer trainiert. „Jeder davon hatte seine besonderen Eigenschaften. Von Bernd Keindl habe ich aber wahrscheinlich am meisten übernommen. Fußballerisch und, was noch viel wichtiger ist, menschlich ein super Trainer.“

Ein weiterer Ex-Willinger ist für Emde „unersetzlich“

In hohen Tönen lobt Emde auch seinen früheren Mitspieler Ullbrich, der im zweiten Jahr an der Briloner Jakobuslinde spielt. „Ein absoluter Führungsspieler! Er spricht viel mit den jungen Spielern und geht auf und neben dem Platz voran.“ Max habe sich im Vergleich zu sener Zeit beim SCW noch mal gesteigert, „er ist für mich im Sturm unersetzlich“. Der Stürmer gibt das Lob zurück: „Mario ist ein toller Trainer. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten und zu trainieren.“

Porträt eines lachenden Mannes (Max Ullbrich)
Leistungsträger beim SV Brilon: Max Ullbrich aus Willingen. © bb

Spaß ist das eine, Disziplin das andere. Emde macht keine halbgaren Sachen. „Wenn ich so eine Trainertätigkeit ausübe, dann auch nur mit hundert Prozent, so wie ich es auch von meinen Spielern erwarte. Man muss immer Vorbild sein.“ Dabei weiß der Vater einer Tochter die Familie hinter sich. Seine Frau halte ihm beim Fußball immer den Rücken frei. „Ohne ihre Unterstützung wäre dieser Trainerjob in der Landesliga nicht möglich.“ (bb)

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