Vereine reagieren unterschiedlich auf Empfehlung des Landkreises

Mit oder ohne Zuschauer? - SV Freienhagen: Wir treten nicht an!

 Zuschauer
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Das waren noch Zeiten: Einfach auf den Sportplatz gehen und unbeschwert, unmaskiert und ohne Abstandsblick Fußball schauen. Corona hat den Zuschauern viele Verhaltensweisen genommen und will sie vorerst auch nicht wieder hergeben. Viele heimische Vereine diskutieren derzeit, ob sie mit oder ohne Publikum kicken sollen.

Wolle mer se reinlasse? Auf diese Frage, die im Karneval noch lustig gemeint ist, müssen am kommenden Wochenende alle gastgebenden Fußballvereine eine ernste Antwort finden.

Korbach – Sollen sie den Zuschauern bei den Ligaspielen erlauben, deren Zahl beschränken oder sie gar nicht erst auf den Sportplatz lassen.

Die Vereine wurden zu dieser schweren Entscheidung gedrängt, nachdem der Landkreis am Donnerstag wegen der steigenden Corona-Zahlen die Empfehlung aussprach, Sportveranstaltungen möglichst ohne Zuschauer auszutragen.

Das bedeutet: Verein, die Entscheidung liegt bei dir, die Verantwortung allersdings auch. So glühten gestern die Telefonkabel oder es herrschte dichter Verkehr auf dem Whatsapp-Nachrichtenkanal, denn viele Vorstände mussten beraten, wie sie vorgehen wollen.

Als erster Club meldete sich die SG Rhoden/Schmillinghausen per Mail bei der WLZ mit der Nachricht: Die zwei Heimspiele an diesem Wochenende werden ohne Zuschauer stattfinden.

Was hat zu dieser Entscheidung geführt? „Die Corona-Zahlen steigen auch bei uns im Landkreis bedrohlich an und wir wollen niemanden gefährden“, sagte Wilfried Scholz, Vorsitzender des TSV Schmillinghausen. Die SG sei auch nicht bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen, falls sich jemand auf dem Sportplatz infiziere. Die radikalste Entscheidung traf der Gruppenligist SV Freienhagen/Sachsenhausen, die gegen die SG Goddelsheim/Münden antreten sollte.

„Wir treten nicht an“, sagte der Vorsitzende Herbert Mitze. Beim SV hoffen sie, dass der Hessische Fußballverband heute die Entscheidung trifft, die Saison zu unterbrechen. „Wenn nicht, bleiben wir bei unserer Entscheidung, betont Mitze. Einige Spieler und Trainer hätten Bedenken, weil viel dranhänge, auch von beruflicher Seite. „Wir sind der Meinung, einer muss den Anfang machen und ich bin gespannt, ob sich noch andere Mannschaften uns anschließen werden.“

Bei anderen Vereinen war zu beobachten, dass sie am Nachmittag noch positiv in Sachen Zuschauer gestimmt waren, aber nach dem Gespräch mit den Vorstandsmitgliedern, doch lieber auf Publikum verzichten möchten.

Frank Stiehl, Vorsitzender des TSV Strothe, war anfangs noch gut gestimmt, dass das Spitzenspiel gegen den SV Ittertal mit Fans ausgetragen werden sollte. Doch am Abend meldete er: „Wir spielen ohne Zuschauer, die Gesundheit steht einfach im Vordergrund, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Ein wenig mehr schon, denn die TSV Verantwortlichen haben ihre Entscheidung nicht nur wegen den steigenden Infektionszahlen und dem Appell des Landkreises so getroffen, sondern auch, wegen eines Schreibens der Stadt Korbach. Darin hieß es unter anderem: Da wieder die Stufe 3 des Eskalationskonzeptes für die städtischen Sportanlagen erreicht sei, liege die maximale Zuschauerzahl im Trainings- und Spielbetrieb nun bei 60 Personen. Ob zu diesen 60 auch Betreuer und Helfer zählen, geht aus dem Schreiben der Stadt nicht hervor. Laut der Verordnung des Hessischen Fußballverbandes sind derzeit 250 Zuschauer ohne Sondergenehmigung erlaubt.

Einen anderen Weg schlägt der VfR Volkmarsen ein. Er will Zuschauer für das Kreisoberliga-Spitzenspiel gegen die SG Höringhausen/Meineringhausen zulassen. Dennoch werde es gegenüber den Spielen zuvor einige Änderungen geben, kündigte Sportwart Tobias Kuhaupt mit. „Wir werden Maskenpflicht für Zuschauer anordnen und mehr Platzordner aufbieten, die darauf achten, dass die Abstände eingehalten werden.“ Außerdem werde ein zentraler Punkt gesperrt, wo die Zuschauer normalerweise sehr eng beiein-ander stünden.

Auf dem Sportplatz der SG Bad Wildungen/Friedrichstein gelte für die Zuschauer ab sofort Maskenpflicht während des Spiels, teilte der SG-Vorsitzende Michael Neuhaus. gestern mit. rsm

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