Kreisfußballwart Erwin Naumann im HNA-Interview zur Hallenkreismeisterschaft

Modus auf dem Prüfstand

Geismar/Borken. Die Verbandsligisten Melsunger FV und SG Gilsa/Jesberg/Waltersbrück, die Kreisoberligisten SG Uttershausen/Lendorf, SG Beiseförth/Malsfeld und SG WeWaLe/Ca., ein A-Ligist und ein B-Ligist spielen am Sonntag (ab 10.30 Uhr, Großsporthalle Borken) die Endrunde der Fußball-Hallenkreismeisterschaft aus.

Gruppenligisten haben sich nicht qualifiziert, Finalspiele wird es nicht geben, nach der Gruppenphase steht der Nachfolger des FC Körle fest.

Wir haben uns im Vorfeld mit Kreisfußballwart Erwin Naumann über den in die Kritik geratenen Modus und die Zukunft des Turniers unterhalten. Es war die erste Hallenrunde in Naumanns Amtszeit und unter der Aufsicht von seinem Stellvertreter Günter Brandt als Klassenleiter.

Herr Naumann, Sonntagabend ist die neunte Auflage der Hallenkreismeisterschaft Vergangenheit. Wieviel Zukunft hat der Modus?

Erwin Naumann

Erwin Naumann: Das Gesamtkonzept steht auf dem Prüfstand. Es wird mit Sicherheit etwas geändert werden. Was, das können die Vereinsvertreter mitentscheiden und uns gern bis zum Kongress am 16. März in Fritzlar mitteilen. Wir sind offen für neue Ideen und kreative Vorschläge. Der aktuelle Modus wurde auf Wunsch der Vereine vor drei Jahren eingeführt. Nur so war es Teams wie Ermetheis möglich, auch mal auf großer Bühne zu spielen.

Im Umkehrschluss bedeutet die aktuelle Turnierform aber, dass höherklassige Teams in der Vorrunde stärkere Gegner als in der Endrunde haben.

Naumann: Natürlich ist es bedauerlich, dass alle Gruppenligisten ausgeschieden sind. Aber jedem können wir es nicht rechtmachen. Ich kann mir jedoch vorstellen, höherklassige Vereine als Gruppenköpfe zu setzen und alle anderen dementsprechend dazu zu losen. Aktuell sind 60 Vereine dabei. Wobei es in Zukunft eher weniger sein werden.

Aus welchem Grund?

Naumann: Zum einen, weil das Turnier freiwillig ist und viele Vereine Angst vor Sperren und Verletzungen haben. Zum anderen werden es immer weniger Spieler und neue Spielgemeinschaften sind geplant. Allerdings zeigt gerade die Vorrunde in Treysa, welchen Stellenwert der Hallenfußball hat. Alle B-und C-Ligisten, die zwei Wochen zuvor vom unter tragischen Umständen erfolgten Turnierabbruch in Guxhagen betroffen waren, sind angetreten, was ich ihnen hoch anrechne. Eine Alternative gab es nicht, weil wir immer mehr Probleme haben, Hallen zu bekommen. Melsungen und Fritzlar sind durch den Handball belegt, in Guxhagen ist es auch schwierig. Zudem veranstalten mehrere Vereine wie Melsungen, Gensungen/Felsberg, Röhrenfurth und Besse eigene Turniere. Also bleiben Borken, Treysa und Homberg erste Wahl.

Was können Sie tun, damit das Turnier noch interessanter wird?

Naumann: Wieder mit Bande zu spielen, wäre eine Option. Allerdings kostet das Geld. Dafür bräuchten wir Sponsoren. Die Zuschauereinnahmen und das Antrittsgeld decken gerade einmal die Kosten und die Vereine wollen wir nicht noch mehr belasten. Das Mammutprogramm verteilt über vier Wochenenden ist ohnehin kaum noch für uns als Ausschuss und die ehrenamtlichen Helfer zu stemmen. Mir wäre es lieber, wenn wir an zwei Wochenenden spielen würden. Dabei die Vorrunde in zwei Hallen parallel unterteilt in Norden und Süden vom Kreis, danach kommt die Endrunde. Es ist allerdings auch nur noch eine Frage der Zeit, bis der Hallenfußball analog zur Jugend durch Futsal abgelöst wird. Foto: sbx/nh

Von Sebastian Schmidt

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