Nicht nur von Corona gestoppt

+
Ende der Leidenszeit in Sicht: Moritz Meuser, hier noch im Trikot des OSC Vellmar, will nach einem Kreuzbandriss möglichst bald wieder voll angreifen. 

Früherer Spieler des KSV Hessen Kassel war nach Kreuzbandriss lange ausgebremst

Viele Berichte über Sportler beginnen derzeit mit „eigentlich“. So auch dieser. Denn eigentlich wollte Moritz Meuser in diesen Tagen nach langer Verletzungspause auf den Fußballplatz zurückkehren oder bereits zurückgekehrt sein. Dass daraus nichts wurde, liegt allerdings nicht nur am Corona-Virus allein.

Im vorletzten Hessenligaspiel der vorigen Saison mit dem FSC Lohfelden bei Bayern Alzenau hatte Meuser einen Kreuzbandriss erlitten. „Das Band war im Jahr zuvor schon angerissen, jetzt war es ganz durch“, sagt er. Als der FSC kurz darauf seine Mannschaft in die Kreisliga A zurückzog, fanden alle Spieler einen neuen Klub. Nur Meuser blieb vereinslos. Bis heute.

„Es war mir immer klar, dass ich nur dann zu einem Klub gehe, wenn ich fit bin. Daher habe ich mich kaum mit dem Thema beschäftigt. Damals nicht, und auch jetzt nicht“, sagt der 26-Jährige. Denn der Heilungsprozess verlief nicht wie erhofft.

„Ich würde jetzt schon ganz gern sagen können, dass ich irgendwo mittrainiere. Aber es gab Komplikationen mit dem Knie, und ein zweiter Eingriff war erforderlich. Das hat mich zurückgeworfen“, sagt der im niedersächsischen Helmstedt geborene Industrie-Kaufmann. Ohne Bitternis, sondern mit Gelassenheit.

„Aus den vielen Verletzungen in meiner Zeit beim KSV Hessen habe ich gelernt, geduldig zu bleiben.“ So ist er einer von wenigen Sportlern, die nicht von der Corona-Pandemie ausgebremst wurden. „Ich verpasse nichts. Wäre ich schon fit gewesen, hätte ich die Krise bekommen. Und so bleibt es mir immerhin erspart, meinen Freunden beim Fußballspielen zuschauen zu müssen.“ Sollte Meuser körperlich soweit sein, wieder selbst spielen zu können, könnte ihm das Virus freilich immer noch einen Strich durch die Rechnung machen. Auch das sieht er gelassen.

Momentan tut Meuser alles für das Comeback, arbeitet an der Fitness und dem Aufbau der Muskulatur und ist ins Lauftraining eingestiegen. Allmählich kommen erste Anfragen von Klubs, die sich die Dienste des auf der linken Außenbahn starken, erfahrenen Spielers sichern wollen. Je nachdem, wie es mit dem Fußball in Hessen weitergeht, möchte Meuser im Saisonendspurt oder spätestens zur nächsten Spielzeit wieder mitmischen. Auf 120 Einsätze brachte er es in der Hessenliga für den OSC Vellmar und Lohfelden, fünf Partien absolvierte er in der Regionalliga für die Löwen. Es hätten mehr sein können. „Immer wenn ich dran war, haben mich Verletzungen zurückgeworfen. Das waren die unschönsten Momente meiner Laufbahn“, sagt er und ergänzt: „Und vor sechs Jahren eine meiner Ansicht nach viel zu harte Sperre von acht Partien nach einem Spiel mit dem OSC gegen Lehnerz.“ Woran er sich besonders gern erinnert? „Schöne Momente gab es ja nicht viele. Ich habe zu oft gegen den Abstieg gespielt“, sagt er scherzhaft und wird konkret: „Vor zwei Jahren musste Trainer Otmar Velte gehen. Unter dessen Nachfolger Daniel Beyer war es toll, der Zusammenhalt war groß und wir haben die Klasse gehalten.“ Dort in der Hessenliga sieht sich Meuser am besten aufgehoben. Dass es für ihn vielleicht weiter nach oben hätte gehen können, beschäftigt ihn nicht. „Ich habe keine Bundesliga verpasst.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.