Punkt in Nachspielzeit gerettet

Nach 2:2 gegen Alzenau: KSV Baunatal im Wechselbad der Gefühle

Auf dem Weg zum 1:0: Baunatals Sebastian Schmeer (in Weiß), der zur Pause verletzt ausschied, nutzt einen gegnerischen Fehler, zieht am Alzenauer Schlussmann Pascal Maier vorbei und sorgt für die Führung des KSV.
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Auf dem Weg zum 1:0: Baunatals Sebastian Schmeer (in Weiß), der zur Pause verletzt ausschied, nutzt einen gegnerischen Fehler, zieht am Alzenauer Schlussmann Pascal Maier vorbei und sorgt für die Führung des KSV.

Am Ende stellte sich einmal mehr die Frage, ob das Glas halb leer oder halb voll sei. Endgültig geklärt wurde sie von den Beteiligten nicht. Verständlich, denn das 2:2 (1:0)-Unentschieden zwischen den Fußball-Hessenligisten KSV Baunatal und dem FC Bayern Alzenau lieferte Stoff für mehrere Deutungen.

Baunatal - Zunächst wirkte Alzenau präsenter, ehe die Baunataler den Unterfranken, bei denen der frühere griechische Nationalspieler und Ex-Premier-League-Profi Jose Holebas kaum auffiel, den Wind aus den Segeln nahmen. Allerdings brachten auch die Gastgeber keine Ruhe und Sicherheit in ihr Spiel. In der Defensive immerhin standen sie konzentriert und zweikampfstark. In Tornähe kamen beide Kontrahenten nicht. Von einer Ausnahme abgesehen. Alzenaus Außenverteidiger Vasileios Porporis patzte bei einem Rückpass. KSV-Angreifer Sebastian Schmeer erlief den Ball, umkurvte Schlussmann Pascal Maier und schob zum glücklichen 1:0 ein (7.).

Nach dem Wechsel, der abermals angeschlagene Schmeer war durch Jonas Springer ersetzt worden, folgte der erste Schock für die Platzherren. Nach einer Ecke kam Alzenaus Marcel Wilke frei zum Schuss und glich aus (49.). Verunsicherung machte sich bei den VW-Städtern nach zuvor drei Niederlagen trotzdem nicht breit. Zudem wurde ihr Wille spürbar, nicht wieder wie bei besagten Niederlagen durch einen gegnerischen Doppelschlag zu verlieren. Plötzlich war der KSV am Drücker und erarbeitete sich Möglichkeiten. Der eingewechselte Springer tat dem Spiel gut und war an vielen Szenen beteiligt.

Dann folgte der zweite Schock. Wieder gab es Ecke für Alzenau. Diesmal setzte sich Mingi Kang durch, köpfte den Ball aus der Drehung und dieser fand den Weg durchs Gewühl ins Tor zum 2:1 für Alzenau (77.). Wieder blieb der KSV dran und wurde in der Nachspielzeit belohnt. Einen weiten Diagonalpass von Maximilian Blahout nahm Emin Dag herunter, wollte Alzenaus Ricardo Santos umkurven und bekam das Bein weggezogen. Den unstrittigen Strafstoß brachte Hüseyin Cakmak unhaltbar im Eck unter (90.+3).

„Wir haben einen Riesenaufwand betrieben, unter Druck auf Rückschläge reagiert und in der zweiten Hälfte ein richtig gutes Spiel gemacht. Oft war es zum Verzweifeln, aber ich kann die Chancen nicht reinzwingen“, erklärte Baunatals Trainer Tobias Nebe. Außenverteidiger Max Wilhelm, der auf rechts im zweiten Startelfeinsatz ebenso überzeugte wie Berke Durak auf der linken Seite, sah es so: „Wir hatten alle von Anfang bis Ende den totalen Ehrgeiz. Aber es darf nicht passieren, dass zwei von drei Standards zu Gegentoren führen.“ Und dann hörte es sich so an, als sei das Glas für die wieder stark ersatzgeschwächten Baunataler doch, zumindest gerade so eben, eher halb voll. „Klasse, dass wir trotz des Rückstands noch was geholt haben. So bleibt Alzenau in der Tabelle hinter uns. Auch wenn wir mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sind. Es war aber gut für die Moral“, sagt Wilhelm. (Wolfgang Bauscher)

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