Lungenriss und Schlüsselbeinbruch

Nach Verletzungen: Die Böyükatas melden sich zurück

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Beide waren verletzt, beide sind nun wieder am Ball: Die Zwillinge Emre und Can Böyükata von den C-Junioren des KSV Hessen Kassel. 

Kassel – Klar, die U 15 des KSV Hessen Kassel unterlag Viktoria Fulda am vorigen Mittwoch 1:3. Doch im Spiel der Fußball-Hessenliga gab es Wichtigeres als die Punkte.

Denn sechseinhalb Wochen nach seiner schweren Verletzung kehrte Emre Böyükata auf den Platz zurück – und schoss das Ehrentor. Doch damit nicht genug: Am Wochenende bei der SG Rosenhöhe stand auch Zwillingsbruder Can, der mit Emre in einer Mannschaft spielt und sich vor fünf Wochen in einer Partie das Schlüsselbein gebrochen hatte, erstmals wieder auf dem Feld.

Zur Erinnerung: Im Heimspiel gegen Ober Roden war Emre Böyükata in vollem Lauf vom gegnerischen Torhüter an der Brust getroffen worden. Nach Notarzt- und Hubschraubereinsatz wurde der 14-Jährige mit einem Lungenrisss auf der Intensivstation des Klinikums behandelt. Der Heilungsprozess verlief rascher als erwartet.

Bereits am Wochenende zuvorkam Böyükata zum ersten Einsatz. Beim 4:2-Erfolg der Junglöwen in einem Testspiel gegen den Halleschen FC glückten ihm drei Treffer.

An den Unfall selbst erinnert sich Böyükata nur bedingt. „Ich war kurz bewusstlos. Dann lag ich auf dem Boden, viele Leute standen neben mir und irgendwann kam der Hubschrauber“, sagt er und berichtet weiter: „Ich kann das Gefühl von damals nicht beschreiben, das habe ich alles vergessen.“

Eine Woche lag Böyükata auf der Intensivstation, eine weitere Woche auf der Normalstation. Was ihm dabei durch den Kopf ging? „Der blöde Gedanke, dass ich lange mit Fußballspielen aussetzen muss.“

Emres Vater Naci, selbst Co-Trainer des Teams, bewegte anderes. „Vor allem die erste Woche war schrecklich für die Familie. Ich habe als Co-Trainer ja alles auf dem Platz mitbekommen. Das wünschst du nicht einmal einem Feind“, sagt er. Zumal sich dann ja auch noch Bruder Can schwer verletzte.

Trotz allem kam Naci Böyükata nicht der Gedanke, den Söhnen das Fußballspielen zu untersagen. „Wenn es nach den Großeltern gegangen wäre, vielleicht schon. Aber die Jungs spielen mit solcher Leidenschaft, dass ich ihnen die Entscheidung darüber selbst überlassen musste“, betont er. Zumal eine Verletzung wie ein Schlüsselbeinbruch nun einmal passieren könne.

Immerhin glückte Emre Böyükata ein tolles Comeback. „Er hat gleich gespielt, als wäre er nie weg gewesen“, sagt Co-Trainer Jurek Förster. Zudem habe seine Rückkehr die Mannschaft gestärkt: „Es ist für die anderen Jungs ein beruhigendes Gefühl, wenn er mit gutem Auge und gutem Timing dabei ist.“

Auch am Samstag bei Rosenhöhe traf Emre Böyükata. Es nützte wenig, denn der KSV verlor nach guter erster Hälfte 2:9 (2:3). „Wir haben zu viele Tore bekommen, die zu verhindern waren. Später war jeder Schuss des Gegners ein Treffer“, sagte Trainer Dirk Bindbeutel.

KSV Hessen: Chaudry - Winter, Fischer (27. Bretthauer), Jungk (50. Hofert), Göbel - Koch (43. Michels), Cetinkaya - Liehr (58. C. Böyükata), Grosu, Gümbel - E. Böyükata

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