Vereine hoffen am Dienstag vergebens

Fußball: Neue Verordnung in Niedersachsen lässt Wünsche offen

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Die neue Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung hat dem Amateursport keine weiterführenden Lockerungen beschert. Enttäuschung dürfte besonders bei den Herren- und Damenfußballern aufkommen.

Hann. Münden – Während bei Kindern und Jugendlichen Sport mit Körperkontakt längst wieder zugelassen ist, müssen die Älteren darauf weiter warten. Aktuell darf nur kontaktlos mit mindestens zwei Metern Abstand trainiert werden. Außerdem sind die Sportler zu aktuellen Coronatests verpflichtet. Gerade Letzteres ist in der neuen Verordnung des Landes für den Einzelhandel bei einer Inzidenz unter 50 an fünf Tagen in Folge gestrichen worden.

Im Vorfeld der seit Dienstag gültigen Verordnung hatte sich der Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes, Günter Distelrath, an Ministerpräsident Weil gewendet, um eventuell eine Berücksichtigung der Interessen des Fußballs zu erwirken. Erfolg hatte dieses Vorgehen bislang jedoch nicht. Distelrath muss weiter auf den von ihm geforderten „Befreiungsschlag“ für den Erwachsenen-Fußball warten.

Auch der Vorsitzende des Fußballkreises Göttingen-Osterode, Hans-Dieter Dethlefs, wird deutlich: „Ich glaube, ich spreche im Namen vieler, dass man von der Politik in diesem Punkt maßlos enttäuscht ist.

Natürlich steht die Gesundheit an erster Stelle, aber wir betreiben unseren Sport ja unter freiem Himmel und da könnte man schon deutlich mehr zulassen.“ Am Dienstag lag die Inzidenz im Landkreis Göttingen nur noch bei 34,4. Sollte sich dieser Wert (unter 35) für fünf Tage festigen, würde für den Sport die Lockerungsstufe zwei in Kraft treten. Das brächte aber auch noch nicht die gewünschten Erleichterungen. Denn in der Stufe zwei ist bislang noch vorgesehen, dass die Kommunen die sogenannte „Zehn aus Drei-Regel“ anwenden. Hierbei ist die sportliche Betätigung mit maximal zehn Personen aus insgesamt höchstens drei Haushalten zulässig.

„Das würde uns aber auch nicht viel weiter bringen und ist fern jeglicher Realität, die auf Sportmannschaften zutrifft“, betont der Spielausschuss-Vorsitzende des Fußballkreises Göttingen-Osterode, Klaus Henkel. Er beklagt die offensichtlich fehlende Lobby des Amateurfußballs in Niedersachsen. Im Nachbarland Hessen tritt die Lockerungsstufe 2 schon bei fünf Tagen in Folge unter Inzidenz 50 ein (oder 14 Tage hintereinander unter 100). Und: Ab dieser Lage ist Mannschaftssport in voller Mannschaftsstärke und unter den für die Sportart üblichen Regeln möglich. Das würde somit auch den Körperkontakt einschließen.

Auf solch eine Regelung hoffen auch die Verantwortlichen in Niedersachsen. Hans-Dieter Dethlefs, der von vielen heimischen Fußballern angesprochen wird, ob nicht bald mal etwas Positives passiere, erwartet den nächsten Lockerungsschritt nun für Mitte Juni. Und er betont: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir im August auch mit der neuen Saison loslegen können.“ (Manuel Brandenstein)

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