Mario Deppe geht im Sommer nach elf Jahren

Neuer OSC-Vellmar-Trainer Jörg Müller: „Ich freue mich riesig“

Er will es wissen: Jörg Müller, hier bei einem Spiel seines bisherigen Klubs FC Körle, lenkt künftig die sportlichen Geschicke bei den Fußballern des OSC Vellmar. Foto: Kasiewicz

Vellmar. Die Trainersuche beim OSC Vellmar ist vorbei. „Jörg Müller war unser Wunschkandidat und der einzige, mit dem wir gesprochen haben“, teilte Abteilungsleiter Rainer Rethemeier mit.

Der Nachfolger von Mario Deppe, der beim abstiegsbedrohten OSC im Sommer nach elf Jahren ausscheidet, kommt vom FC Körle. Assistent und Torwarttrainer wird Roland Borrman. Seine erste Trainerstation trat Müller 2007 in Gudensberg an – auch dort beerbte er Mario Deppe. Wir sprachen mit dem 43-Jährigen über seine neue Aufgabe.

Herr Müller, würden sie lieber einen Hessen- oder einen Verbandsligisten trainieren?

Jörg Müller: Ich habe keine Priorität. Die Verbandsliga ist realistischer, alles andere wäre ein Wunder. Aber damit beschäftige ich mich nicht.

Dachten Sie, dass der Job beim OSC etwas für sie sein könnte, als die Trennung zwischen Vellmar und Mario Deppe bekannt wurde?

Müller: Nein, der Anruf kam dann aber auch recht schnell. Außerdem hat mir in Körle nie etwas gefehlt.

Was hat Sie dann zum Wechsel bewogen?

Müller: Der OSC hat als gut geführter Verein mit Perspektive den Unterschied ausgemacht.

Mussten Sie lange überlegen, ob Sie annehmen?

Müller: Ja. Ich habe nicht spontan zugesagt, aber der Gedanke hat mich angefixt. Nach Absprache mit der Familie habe ich ja gesagt. Der Aufwand sollte nicht viel höher sein. Wir haben auch in Körle drei bis viermal trainiert.

Auch für einen Schulrektor ist der Aufwand zu bewältigen?

Müller: Ich habe einen großen Anspruch im Beruf, funktioniere aber nicht ohne einen Ausgleich. Zu meinem Leben gehört der Fußball.

Wie gut kennen Sie die Hessenliga und Verbandsliga?

Müller: Noch bin ich Spezialist für die Gruppenliga, aus der Verbandsliga kenne ich vielleicht ein Drittel der Teams. Die Hessenliga ist noch Grauzone für mich.

Welche Ziele setzen sie sich im neuen Amt?

Müller: Die Ziele richten sich zunächst danach, wie der Kader zusammengestellt werden kann. Im Fall des Abstiegs möchte ich mittelfristig zurück in die Hessenliga.

Ist Ihnen ein wenig mulmig wegen der größeren Bühne?

Müller: Nein, ich freue mich riesig, dort arbeiten zu dürfen. In Körle hatte ich Prokura. Keiner wurde unruhig, wenn wir mal fünf oder sechs Spiele verloren. In Vellmar ist die Erwartungshaltung höher.

Worauf legt der Trainer Jörg Müller besonderen Wert?

Müller: Auf den Teamgedanken. Jeder muss in jeder Einheit mit Willen und Leidenschaft ans Limit gehen.

Sie stehen anscheinend auch für Kontinuität.

Müller: Ich habe nicht zugesagt, um nach einem Jahr was Neues zu suchen.

Jörg Müller (43), geboren in Bad Arolsen, lebt in Fuldabrück-Dittershausen. Er arbeitet als Rektor an der Integrierten Gesamtschule Guxhagen. Müller ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er spielte in der Regionalliga für den KSV Hessen und den SC Neukirchen. Außerdem trat er für den FC Ederbergland, die SG Borken/Freudenthal und von 2002 bis 2007 für den OSC Vellmar an. 2007 startete Müller seine Trainerlaufbahn in Gudensberg und ist seit neuneinhalb Jahren beim FC Körle tätig.

Fußball kurios: Jörg Müller ist nicht Jörg Müller

Jörg Müller

Spekuliert wurde fleißig. Ein Fußball-Hessenligist wie der OSC Vellmar sucht ja nicht alle Tage einen Trainer. Zum Kandidatenkreis für die nachfolge von Mario Deppe wurde der momentan beim SV Kaufungen tätige Jörg Müller gezählt. Und eben Jörg Müller heißt der Neue. Allerdings kommt er vom FC Körle – und trägt den gleichen Namen. Rettet sich der OSC nicht mehr vor dem Abstieg, stünden sich beide in der kommenden Verbandsliga-Saison gegenüber. Gelingt der Klassenerhalt und steigt der KSV Hessen aus der Regionalliga ab, käme es für Müller zum Duell mit seinem Ex-Klub.

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