Fußball-Oberligist hofft auf Punktspiele ab Ostern

Trainer, Torwart, Termine: So ist die Lage beim FC Eintracht Northeim

Jan Ringling, Trainer bei Fußball-Oberligist FC Eintracht Northeim
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Fragen über Fragen beschäftigen die Fußballer aktuell. Fest steht: Jan Ringling ist auch in der Saison 2021/2022 Trainer des FC Eintracht Northeim.

Corona-Pause seit Anfang November, wann der Fußball wieder rollen kann, ist offen. Der FC Eintracht Northeim hatte am Wochenende zu einer digitalen Talkrunde eingeladen. Dabei gab es viele Infos.

Vertragsverlängerung

Wie der Verein kürzlich mitteilte, wurde der Vertrag von Trainer Jan Ringling um ein Jahr verlängert. Der 28-Jährige hat damit auch in der Serie 2021/2022 das Kommando beim klassenhöchsten Team der Region.

Er kam im Sommer 2019 zur Eintracht, übernahm die U19 und führte sie in die Spitzengruppe der Niedersachsenliga. Bereits unter Coach Simon Schneegans rückte Jan Ringling ins Trainerteam der 1. Mannschaft auf. Im April 2020 stellte der FC Eintracht den Duderstädter als neuen Cheftrainer für die Spielzeit 2020/2021 vor.

Seitdem bremste ihn Corona kontinuierlich bei seiner Arbeit aus. Nicht einfach, wenn man vor der Aufgabe steht, im Prinzip eine völlig neue Mannschaft zu formen, nachdem es im Kader zu einem zuvor nie da gewesenen Umbruch gekommen war.

„Wir sind sehr froh, dass Jan sofort zugesagt hat und der gemeinsame Weg weitergeht“, sagt Moritz Braukmüller für den Eintracht-Vorstand. Auch Ringling blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich bin gerne Trainer hier und hoffe, dass ich es noch lange bleiben kann. Eintracht Northeim ist mit dem ganzen Umfeld wie eine Wohlfühloase. Die Mannschaft ist ein Geschenk. Dementsprechend hatte ich absolut keine Gründe, meinen Vertrag nicht zu verlängern.“

Sportlich gab es für Ringling zurückblickend wenig Überraschungen. „Ich hatte das so erwartet, wie es gekommen ist. Die Jungs haben gezeigt, dass sie in die Oberliga gehören. Wir haben auf der anderen Seite aber auch mal richtig einstecken müssen. Wichtig war und ist, dass die Mannschaft immer gekämpft hat. Unser Weg braucht Zeit. Das wussten wir alle. Ich traue jedem einzelnen Spieler zu, sich nochmals zu verbessern. Das muss unser Ziel sein.“

Saison 2020/2021

Das beherrschende Thema unter Fußballfans- und spielern ist der weitere Umgang mit der Saison 2020/2021, die coronabedingt auf unbestimmte Zeit pausieren muss. Am Donnerstagabend hatte der NFV seine aktualisierten Pläne mitgeteilt. Das Ergebnis: Ein Abbruch der Serie, wie ihn andere Verbände (beispielsweise Hamburg) favorisieren, ist aktuell kein Thema. Die Entscheidungen sollen sportlich fallen, Auch, wenn die Saison dafür verlängert werden müsste.

Termine für die Rückkehr in den Trainings- oder gar in den Spielbetrieb kann und will der NFV nicht nennen. Letztlich muss man sich hier ohnehin daran orientieren, was die Politik ermöglicht. Sicher ist lediglich, dass der Verband den Klubs mindestens zwei Wochen Vorbereitungszeit zugestehen wird, bevor es wieder ernst wird.

Geht man davon aus, dass die aktuellen Corona-Einschränkungen bis Ende Februar oder vielleicht sogar darüber hinaus verlängert werden, könnte ein Zeitpunkt rund um Ostern (Anfang April) mutmaßlich ein realistisches Ziel sein.

Abstiegsrunde

Doch was bedeutet das konkret für Niedersachsens höchste Spielklasse? Darüber klärt Teammanager Hartmut Denecke auf. „Das erste Ziel ist es, die Hinrunde zu beenden. Dafür fehlt uns noch das Auswärtsspiel bei Arminia Hannover. Eine wichtige Partie gegen einen Gegner, der wahrscheinlich mit uns in die Abstiegsrunde gehen wird. Da können wir also die Weichen stellen“, verdeutlicht Denecke.

In der Abstiegsrunde treffen die Northeimer dann in Hin- und Rückspiel auf die fünf letztplatzierten Mannschaften aus der Oberliga-Staffel Lüneburg/Weser-Ems. Aktuell wären dies Uphusen, Rotenburg, Hagen/Uthlede Bersenbrück und Celle. Die Punkte aus den Spielen der eigenen Staffel gegen die Klubs, die ebenfalls in die Abstiegsrunde gehen, werden mitgenommen.

Mit dem Nachholspiel stehen den Northeimern nach diesen Plänen, die noch nicht in Stein gemeißelt sind, also elf Spiele bevor. Denecke: „Das Ziel ist es, bis Ende Mai damit durch zu sein, weil dann bereits die Relegationsspiele zur Regionalliga folgen. Da wir in der Abstiegsrunde damit aber nichts zu tun haben, bekommen wir vielleicht ein bisschen mehr Zeit.“ Fest steht: Ist es irgendwie möglich, soll ab Ostern wieder um Oberligapunkte gekämpft werden. Und dann auch gleich mit einem Doppelspieltag zum Auftakt.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereitet der Niedersachsenpokal, der als Qualifikations-Wettbewerb für den DFB-Pokal ausgespielt werden muss. Davon ist Eintracht Northeim allerdings nicht betroffen, weil man bereits ausgeschieden ist (1:3 bei Arminia Hannover).

Wie viele Absteiger in die Landesliga es geben wird, ist noch offen. Zwischen vier und acht, je nachdem wie viele Teams aus der Regionalliga in die Oberliga kommen, ist alles möglich. Denecke: „Man könnte also im schlimmsten Fall Dritter in der Runde werden und trotzdem absteigen.“

Vorbereitung

Um bestmöglich vorbereitet in die Rest-Runde zu gehen, halten sich die Fußballer aktuell unter Regie von Fitnesstrainer Alexander Polle in Form. Dabei dürften vor dem Ernstfall zwei, maximal drei Wochen Mannschaftstraining auf dem Platz möglich sein. „Wir waren eigentlich immer davon ausgegangen, dass die Jungs nicht viel Zeit bekommen werden, bevor es wieder losgeht. Damit haben alle anderen Mannschaften auch zu kämpfen“, sagt Polle. Mit dem aktuellen Zustand der Mannschaft ist er zufrieden. Drei Läufe pro Woche sowie weitere Einheiten für Mobilität und Kraft absolvieren die Jungs. „Das sieht gut aus. Wir sind dabei, die Grundlagen zu schaffen.“

Personalien

Die kurze Vorbereitungszeit, die mutmaßlich im März sein wird, muss Trainer Jan Ringling nutzen, um sich für eine neue Nummer eins im Tor zu entscheiden. Wie der Klub mitteilte, steht Christopher Meyer, einer der wenigen erfahrenen Kicker im Kader, nicht mehr zur Verfügung. Ihn hat es beruflich nach Stuttgart verschlagen. Dafür rückt Fabian Sündram in den Kader der 1. Mannschaft. Mit ihm und Tim Tautermann hat Ringling nun zwei Optionen, zwischen denen er wählen kann.

Unterstützung im sportlichen Bereich hat sich die Eintracht in Person von Philipp Weißenborn zurück ins Boot geholt. Der ehemalige sportliche Leiter und Trainer soll die Führungs-Crew um Oliver Gremmes ergänzen. Außerdem wird er bereits jetzt bei den Gesprächen mit den Spielern dabei sein, wenn die nächste Saison 2021/2022 geplant wird. Weißenborn: „Ich freue mich riesig darauf. Viele der Jungs aus der 1. Mannschaft kenne ich, seit sie neun oder zehn Jahre alt sind.“ (Marco Washausen)

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