HNA-Interview: Wolfgang Hermann gibt am Montag nach 22 Jahren den Vorsitz beim FC Eintracht Northeim ab

„Fußball ist ein Teil meines Lebens“

Seine Eintracht ist allgegenwärtig: Auch am Arbeitsplatz von Wolfgang Hermann darf ein Vereinswimpel natürlich nicht fehlen. Foto: zhp

In der Sportstadt Northeim geht eine Ära zu Ende, wenn der 71 Jahre alte Wolfgang Hermann am Montag (19.30 Uhr) in der Gaststätte des Gustav-Wegner-Stadions nach 22 Jahren sein Amt als Vorsitzender des FC Eintracht Northeim niederlegt. Hermann hat nicht nur eine herausragende sportliche Geschichte in der Stadt Northeim und der Region geschrieben, sondern auch ganz wesentlich das gesellschaftliche Leben mitgeprägt.

Herr Hermann, Sie sind die Persönlichkeit, die wie keine andere in den vergangenen Jahrzehnten das Leben rund um den Fußball und abseits des Platzes in Northeim geprägt hat. Warum machen Sie die letzten drei Jahre bis zur 25 nicht voll? Das wäre doch ein schönes Jubiläum.

Wolfgang Hermann: Ich trete zurück, weil ich genau jetzt mit Dietmar Herrdum einen geeigneten Nachfolger gefunden habe. Ich werde ihn in der Mitgliederversammlung vorschlagen. Ich bin sicher, der bisherige Vorsitzende des JFV Northeim, mit dem wir zum 1. Juli verschmolzen sind, wird wiederum ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte des FC Eintracht Northeim aufschlagen. Er wird einen großartiger Nachfolger. Er ist erst Anfang 50 und kann - genau wie ich - den Verein gut und gerne 20 Jahre führen.

Bleiben Sie der Eintracht denn in irgendeiner Form erhalten?

Hermann: Ich werde mich komplett zurückziehen. Es wäre ein großer Fehler, sich einzumischen und nicht gut für das neue Kapitel, für das ein junger Vorstand stehen wird. Hartmut Denecke ist der Garant für sportliche Erfolge bei den Herren, Axel Ring für den Frauenfußball mit inzwischen acht Mannschaften und Jörg Isermann wird den Breitensport Kinder führen. Das ist ein Segen für den Verein, die Stadt und die Region.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis für eine erfolgreiche Vereinsführung über einen so langen Zeitraum?

In den 1990er Jahren: Wolfgang Hermann mit Hartmut Denecke (links) und Andreas Herre von der SVG Einbeck, die den Renault-Cup gewonnen hat. Archivfoto: osx

Hermann: Sie müssen die Liebe zum Fußball ausstrahlen, die richtigen Vorstandsmitglieder finden, viele ehrenamtliche Helfer haben und den so wichtigen Ausgleich zwischen Liebe und Konsequenz finden. Viele Sportfreunde haben zu unserer Erfolgsgeschichte beigetragen, die mit dem Zusammenschluss der drei Vereine VfB, SuS und Sultmershagen zum FC Eintracht begann. Mein Dank gilt auch noch heute Hartmut Denecke von Sultmershagen, Werner Mylius vom VfB und Bernd Brehmer von SuS. Diese Drei haben mich überzeugt, 1994 den Vorsitz zu übernehmen. Und ruck zuck sind 22 Jahre vergangen.

Spielen Sie mit dem Begriff Konsequenz, den Sie eben gebraucht haben, vielleicht auch auf Ihr letztes großes Werk, den neuen Kunstrasenplatz, an? Den haben Sie schließlich als unverzichtbar für den heimischen Fußball und den Leistungssport eingestuft. Und der macht mittlerweile den so wichtigen Ganzjahresbetrieb im Gustav-Wegener-Stadion möglich?

Hermann: Ich habe gesagt, wir brauchen für den Kunstrasenplatz 680 000 Euro. Und jetzt haben wir 680 000 Euro aufgebracht. Das werde ich den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung sagen. Und darauf können wir alle mehr als stolz sein.

Noch eine persönliche Frage: Als Chef eines großen Autohauses mit rund 230 Mitarbeitern sind Sie doch eigentlich ausgelastet. Warum haben Sie sich diesem außerordentlichen Engagement bei der Eintracht überhaupt verschrieben?

Hermann: Fußball war und ist ein ganz entscheidender Teil meines Lebens. Ich habe viel gegeben, aber noch mehr zurückbekommen. (zhp)

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