05: Neuer Vize, neuer Trainer und keine Oberliga-Lizenz mehr

Der neue Vorstand beim Fußball-Oberligisten Göttingen 05: Thorsten Richter, Jens Handkammer und der neue 2. Vorsitzende Neels Lamschus (von links). Foto: Anschütz/gsd

Göttingen. Fußballoberliga-Schlusslicht Göttingen 05 geht mit dem neuen, alten Präsidenten runter in die Landesliga. Bei der Mitgliederversammlung am Montag wurde Jens Handkammer ohne Gegenstimmen wiedergewählt, ebenso Finanzvorstand Thorsten Richter.

Neu im Führungsgremium ist Neels Lamschus, ein aus Lüneburg stammender 29-jähriger Rechtsanwalt, der seit 2009 in Göttingen und „05-infiziert“ ist.

Somit setzt der Noch-Oberligist, der sich mit dem Abstieg in die 6. Liga bereits abgefunden hat, auf personelle Kontinuität – zumindest in der Führungs-Etage. Trennen werden sich die Wege nach der Saison von Trainer Martin Wagenknecht. „Wir haben schon einen neuen Trainer, aber die Unterschrift fehlt noch“, meinte Handkammer, der die Vorstellung für die Osterwoche ankündigte. Im Internet geistert schon der Name von A-Jugendtrainer Arunas Zekas umher. Auch im Jugendbereich deutete er Änderungen an. Und auch bei Teammanager Jan Steiger (ebenfalls bei Kreisligist Hagenberg tätig) steht eine Entscheidung, ob er weitermacht, noch aus. Dennoch äußerte sich Steiger zur kommenden Saison: „So blöd es klingt, aber wir können jetzt schon für die Landesliga planen. Wir dürfen sie aber nicht unterschätzen, sie ist alles andere als ein Selbstläufer.“

Bei mehr als 20 Punkten Rückstand auf einen rettenden Platz sind die 05er auch so realistisch, keine Lizenz mehr für die Oberliga zu beantragen, zumal dies auch Geld kostet. „Wir wollen aber erhobenen Hauptes absteigen“, sagt Handkammer. In der Landesliga wolle man sich konsolidieren. Das Ziel für die kommende Saison sei nicht der sofortige Wiederaufstieg. Es gelte, so Handkammer, „ein Fundament zu schaffen“, einen „strukturellen Aufbau“ zu bewerkstelligen, um vielleicht ab der Serie 2016/17 wieder aufzusteigen. Handkammer: „Man muss Visionen haben. In fünf bis zehn Jahren ist vielleicht die Regionalliga drin.“

Handkammer und Richter erläuterten zudem die 05-Finanzen. „Wenn wir sie uns anschauen, können wir ruhig schlafen“, beschwichtigte Handkammer. Nachgeholt werden mussten seit 2011 die Jahresabschlüsse des ehemaligen JFV Göttingen, der am 1. Juli 2013 im I. SC Göttingen 05 aufging. Der JFV-Abschluss 2013 betrug minus 11 341 Euro, der Halbjahresabschluss des I. SC 05 zum Ende 2013 knapp plus 1500 Euro. Der Jahresabschluss 2014 werde gerade erstellt.

„Da ist mir nicht bange“, so der wiedergewählte 05-Präsident, der nochmal die Vergangenheit aufarbeitete und sich seinerzeit mit Thorsten Richter im Autohof Northeim bei Kaffee in Pappbechern entschied, die Schwarz-Gelben trotz der damals schlechten Lage aufrechtzuerhalten. „Wir waren um Haaresbreite vor dem Rückzug“, sagte Handkammer.

Für die Zukunft sucht 05 weiter eine Heimat. Der Maschpark soll’s sein auch wegen der dort möglichen eigenen Catering-Einnahmen. Zudem gelte es, die Finanzen weiter zu stabilisieren, sich breiter aufzustellen, weitere helfende Hände zu gewinnen und kalkulierbar und partnerschaftlich zu sein. Fan-Vertreter Philipp Rösener dankte dem Führungsgremium im Namen aller Anwesenden: „Ihr habt den schlingernden Kahn wieder in Fahrt gebracht.“

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