SVG 1:5 zum Saisonschluss: Tag der Traumtore - auf der falschen Seite

Harter Kampf um den Ball: Göttingens Florian Mackes (rechts) gegen Lupo-Angreifer Elvir Zverotic. Wenig später führte ein Zweikampf zwischen den beiden zum Foulelfmeter, der das 1:1 für die Gäste brachte. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. So hatte sich die SVG Göttingen den Saisonabschluss in der Fußball-Oberliga wohl eher nicht vorgestellt! Gegen den seit Wochen feststehenden Meister und Regionalliga-Aufsteiger Lupo Martini Wolfsburg gingen die Schwarz-Weißen mit 1:5 (1:2) ein. „Das waren fast alles Traumtore – leider nur auf der falschen Seite“, kommentierte SVG-Team-Manager Thorsten Tunkel, der den erkrankten Chefcoach Knut Nolte vertrat. „Sehr ärgerlich, denn so eine Klatsche hatten wir nicht verdient.“

Festzuhalten bleibt aber, dass auch dieses Ergebnis in die schlechte Rückrunde der Sandweg-Elf nahtlos reinpasst. Das Team, das als Aufsteiger 18 Mal in Folge ungeschlagen geblieben war und eine glänzende Vorrunde mit 33 Punkten gespielt hatte, holte nach der Winterpause nur noch kümmerliche zehn Zähler.

Beispielhaft für den Fußball rächte sich in dieser Partie vor nur 150 Zuschauern wieder einmal, dass es anders herum läuft, wenn man seine hochkarätigen Chancen nicht nutzt. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte, zurück nach Northeim wechselnde Ali Ismail hatte in der 50., 52. (zweifach) und 71. Minute vier dicke Chancen auf dem Schlappen, die er allesamt vergab. Dann muss man sich nicht wundern, wenn der Gegner davonzieht.

Vier dicke Dinger von Ismail

Mit den ersten beiden Möglichkeiten hätte Ismail zum 2:2 ausgleichen können – stattdessen erzielte Lupos Stürmer Petrus Amin das 1:3 (58.). Überhaupt Amin: Dem Wolfsburger gelangen drei der fünf Gästetreffer, wobei vor allem das 1:4 genauso ein Traumtor war wie zuvor das 1:2 von Niklas Eilbracht (40.), der mit links ansatzlos in den rechten Winkel traf. Amin semmelte den Ball beim 4:1 aus 30 Metern links oben in den Knick – einfach klasse!

Zum 3:1 war er zuvor per Kopf erfolgreich, als SVG-Keeper Lukas Billhardt und seine Vorderleute bei einer Ecke nicht aufpassten. Andrea Rizzos 5:1 demonstrierte noch die Effektivität der Gäste, die nach dem Spiel ihren Aufstieg auch in Göttingen stilecht bei einem Italiener („Fellini“) feierten – es dürfte sich um die etwa 15. Aufstiegs-Fete gehandelt haben, war zu hören.

Dabei hatte die Partie gut angefangen für die SVG, die auf mehrere Spieler (Freyberg, Evers, Linde usw.) verzichten musste. Nach zehn Minuten brachte Martin Wiederhold die Schwarz-Weißen per Kopf in Front, nachdem kurz zuvor Janek Brandt an Lupo-Torhüter Lennart Gutsche gescheitert war. Zum 1:1 waren die Wolfsburger durch einen umstrittenen Elfmeter gekommen. Mackes hatte Zverotic gelegt – der Strafstoß, den Amin mit seinem ersten Treffer des Abends verwandelte, war eine sehr harte Entscheidung von Schiedsrichter Meermann aus Vechta.

„Das Spiel war nochmal ein Spiegelbild der Rückrunde“, gestand Tunkel nach dem Abpfiff, während die Wolfsburger noch ein italienisches Ständchen auf dem SVG-Rasen schmetterten. Lupo-Coach Francisco Coppi: „Durch den Elfer sind wir glücklich zurückgekommen. Unser Torwart hat uns dann bei den Göttinger Chancen gerettet.“

Vorm Spiel wurden die SVG-Abgänger Ismail, Sebastian Gehrke, Arigon Dacaj und Torwart Stollberg mit Blumen verabschiedet. Torwart Cohrs war zur Verabschiedung nicht erschienen.

So spielten sie:

SVG: Billhardt - Burkhardt, Brandt, Gehrke, Mackes - Ziegler, Alexander (46. Ismail), de las Heras Vicuna, Käschel - Dacaj (75. Th. Zekas), Wiederhold (46. Galante)

Lupo: Gutsche - Jungk, Wiswe, Eilbracht, Dieck - La-Pietra (62. Konieczny), Schlimpert, Jennerich (46. Stucki) - Zverotic, Amin, Rizzo.

Schiedsrichter: Meermann (Vechta) - Zuschauer: 150.

Tore: 1:0 Wiederhold (10.), 1:1 Amin (FE, 14.), 1:2 Eilbracht (40.), 1:3 Amin (58.), 1:4 Amin (73.), 1:5 Rizzo (85.). (gsd)

Von Helmut Anschütz

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