Fußball-Oberliga: 0:0 gegen Cloppenburg reicht im letzten Spiel zum Klassenerhalt

SVG zittert sich zur Rettung

Wieder nichts! Göttingens Florian Evers (Mitte) scheitert an Cloppenburgs Torwart Arne Torliene, der per Fußabwehr klärt. Rechts lauert Martin Wiederhold, der nach Northeim wechselt. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Es ist vollbracht! Die SVG Göttingen hat sich im letzten Spiel der Fußball-Oberliga vor dem Abstieg gerettet. Das 0:0 vor 350 Zuschauern gegen den BV Cloppenburg reichte zum Klassenerhalt nach einer guten Hinrunde und einer umso enttäuschenderen Rückrunde. „Nach dieser Saison können wir froh sein, den Klassenerhalt geschafft zu haben“, meinte Trainer Knut Nolte und fuhr nüchtern fort: „Wir sind durch.“

„Eigentlich gibt es auch nichts zu feiern“, meinte Teammanager Thorsten Tunkel nach dem Abpfiff. „Sich mit nur 33 Punkten zu retten, ist keine Glanzleistung.“

Auch die SVG-Spieler bleiben eher zurückhaltend. Erst nach einiger Zeit war eine Kiste Gerstensaft organisiert, ehe Nolte noch eine Mini-Bierdusche verpasst bekam. Von Riesen-Partystimmung keine Spur!

Acht Chancen vor der Pause

Dazu hatte einmal auch das Spiel selbst beigetragen. Es war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Die SVG spielt sich Chance auf Chance heraus – und ist auch gegen Cloppenburg, das Trainer Jörg Goslar mit vier Siegen und zwei Unentschieden vorm Abstieg rettete, nicht in der Lage, auch nur mal eine davon zum erlösenden Treffer zu nutzen.

Allein in der ersten Halbzeit haben die Schwarz-Weißen acht(!) Möglichkeiten zur Führung – die Hälfte davon hätten sie einfach verwerten müssen. Einmal mehr war dabei vor allem Yannick Freyberg der Pechvogel. Kritiker auf der Tribüne sprachen auch von „Chancentod“. In der 6. Minute tauchte Freyberg allein vor BVC-Torhüter Torliene auf, schoss ihn aber an. In der 24. und 26. Minute hatte der SVG-Angreifer die nächsten Gelegenheiten, in der 35. seine vierte vor der Pause. Vicuña (39.) und Florian Evers (44.) vergaben ihre Chancen ebenso – eigentlich unfassbar, was die Sandweg-Elf an Tormöglichkeiten versiebte oder, härter ausgedrückt, geradezu kläglich vergab.

„Wir hätten früher den Deckel drauf machen müssen“, auch ich“, räumte Freyberg ein. Spannung bezog die SVG-Partie auch aus den Zwischenergebnissen der beiden Spiele, die für die SVG noch wichtig waren. FT Braunschweig lag gegen den HSC Hannover schnell vorn, wie Tunkel einer Oberliga-Homepage laufend entnahm.

Auch nach dem Wechsel hatte Freyberg noch zwei weitere Chancen (50., 68.), ebenso wie Evers (80.) und der gerade eingewechselte Ziegler (90.). Als es zwischendurch 2:2 zwischen Uphusen und Bornreihe stand, hätte der SVG sogar eine knappe Niederlage zum Klassenerhalt gereicht. Doch darauf wollte man es nicht ankommen lassen.

„Erstmal durchatmen“, meinte Tunkel, der als Stadionsprecher aushalf. Der 2. SVG-Vorsitzende Karl-Wilhelm („Willi“) Würzberg: „Uff! Uns ist eine Zentnerlast von den Schultern gefallen.“ In der Tat: Die SVG zitterte sich zur Rettung! (gsd)

Von Helmut Anschütz

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