Situation beim KSV Baunatal

Interview: „Ohne Sponsoren kein Aufstieg“

Probleme beim KSV Baunatal: Vizepräsident Timo Gerhold und Präsidentin Ursula Harms machen sich Gedanken über die Zukunft der Fußball-Abteilung. Foto: Schachtschneider

Baunatal. Auf dem Platz läuft es bestens, aber in der Fußball-Abteilung des KSV Baunatal werden die Sorgen nicht weniger. Derzeit sucht der Klub fieberhaft nach einem Abteilungsleiter. Wir haben mit der KSV-Präsidentin Ursula Harms und dem Vizepräsidenten Timo Gerhold gesprochen.

Frau Harms, Herr Gerhold, warum ist es so extrem schwierig, in einem angesehenen Klub mit knapp 6000 Mitgliedern einen Fußball-Abteilungsleiter zu finden?

Timo Gerhold: Wir werden nach der kommenden Jahreshauptversammlung einige kompetente Mitarbeiter in der Fußball-Abteilung haben, aber leider haben wir noch niemanden gefunden, der sich den Hut aufsetzen möchte.

Warum nicht?

Ursula Harms: Da gibt es ganz unterschiedliche Gründe. Manche wollen mit Rücksicht auf ihren Arbeitgeber nicht an exponierter Stelle tätig werden, einige sehen sich nicht als Führungspersönlichkeiten, und andere trauen es sich womöglich nicht zu, verantwortlich wichtige Entscheidungen zu treffen.

War auch Achim Herwig, der kürzlich als Fußball-Abteilungsleiter zurückgetreten ist, überfordert?

Gerhold: Das kann ich nicht beurteilen. Achim Herwig ist seit einiger Zeit beruflich in Braunschweig tätig und hat seinen Rücktritt damit begründet.

Die Fußball-Abteilung ist seit einigen Jahren das Sorgenkind des KSV Baunatal. Warum eigentlich?

Harms: In der Saison 2005/06 wollten unsere Fußballer hoch hinaus, unbedingt in die Regionalliga aufsteigen. Sie haben bei diesem Bemühen jegliches Augenmaß vermissen lassen. Finanziell hat das dem KSV Baunatal sehr geschadet.

Ist es noch immer auf die Saison 2005/06 zurückzuführen, dass die Mannschaft vermutlich auch dann nicht in die Regionalliga aufsteigen wird, wenn sie die sportliche Qualifikation schafft?

Gerhold: Jedenfalls werden wir nach den damaligen schlechten Erfahrungen keine finanziellen Risiken eingehen. Falls sich die Einnahmen aufgrund von Sponsorenbeiträgen nicht grundlegend steigern lassen, ist der Aufstieg in die Regionalliga ganz sicher nicht möglich.

Was sagen denn die Spieler dazu?

Harms: Die Spieler wollen Meister werden. Dass es mit dem Aufstieg wahrscheinlich nicht klappt, wissen und akzeptieren sie.

Es gibt noch eine weitere Baustelle. Sie haben den Förderverein aufgelöst. Warum?

Harms: Es ist besser, wenn wir als Hauptverein die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben behalten. Als es einen Förderverein gab, haben wir die nötige Transparenz vermisst. Zu Beginn der Saison war der Etat abgeblich gedeckt. Aber schon im September hieß es, dass kein Geld mehr vorhanden sei.

Nochmal zurück zur vakanten Position des Abteilungsleiters. Wie geht es weiter, falls sie tatsächlich keinen Kandidaten finden?

Gerhold: Dann muss die Fußball-Abteilung als Team auftreten. Aber es wäre uns natürlich lieber, wenn jemand die Abteilungsleitung übernehmen würde.

Gibt es einen Zeitplan?

Harms: Im Februar soll eine Jahreshauptversammlung stattfinden. Hoffentlich können wir bis dahin einen Kandidaten präsentieren und ein Team, das sich dann zur Wahl stellt.

Von Gerd Brehm

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