Vor Elfmeterschießen

Wegen Dunkelheit: Schiedsrichter bricht Pokalspiel ab

Schlechte Sicht: Das Kreispokalspiel in Wilhelmshöhe wurde vor dem Elfmeterschießen abgebrochen. Fotos:  dpa, Fischer/nh

Kassel. Mittwoch, 18.30 Uhr, Sportplatz Stockwiesen. Als das Kreispokalspiel angepfiffen wird, ahnt noch niemand, welches Ende diese Partie nehmen würde.

Auf dem Platz stehen der TSG Wilhelmshöhe und der klassenhöheren Gruppenligisten FSV Kassel. Nach 90 Minuten steht es 1:1, nach der Verlängerung ebenfalls. Das Problem: Es ist spät geworden, und es gibt kein Flutlicht. Was also tun? Schiedsrichter Harald Kulle entscheidet sich dafür, das Spiel abzubrechen – kurz vor dem Elfmeterschießen.

„In der Verlängerung waren die Lichtverhältnisse noch in Ordnung, aber dann wurde es immer dunkler. Die Torhüter hätten die Bälle im Elfmeterschießen nicht mehr sehen können“, sagte der Unparteiische, der auch Vorsitzender des Kreissportgerichts ist. Wegen Gewitter und Ausschreitungen hätte er schon Spiele abbrechen müssen, wegen Dunkelheit noch nicht. „Bei der Partie Süsterfeld gegen Vellmar wäre es einmal fast soweit gewesen, aber da haben wir gerade noch das Elfmeterschießen durchbekommen“, erinnert sich Kulle.

Eike Rothauge

In Wilhelmshöhe fiel keine Entscheidung mehr. Und das, obwohl die Gastgeber nach dem Tor von Dennis Nixon (25.) und dem Gegentreffer von Tugay Kanat (37.) das Spiel gegen den Favoriten bis zur Entscheidung vom Punkt offen gestalteten. TSG-Trainer Eike Rothauge sprach von einer ausgeglichenen Partie, die beide Teams am Ende hätten gewinnen können.

Einer, der sich schon auf das Elfmeterschießen gefreut hatte, war FSV-Torwart Andy Mönch. „Das liegt mir eigentlich ganz gut, aber es hätte keinen Sinn gemacht. Zu Beginn der Verlängerung habe ich noch bis zur Mittellinie gesehen, später dann höchstens noch zwei Meter weit. Das war bei zwei Freistößen schon echt brenzlig“, sagt der 32-Jährige, der eigentlich den Kasten der dritten Mannschaft in der B-Klasse hütet und den etatmäßigen Keeper vertrat. FSV-Trainer Thomas Hühner meinte: „In den letzten zehn Minuten des Spiels waren die Sichtverhältnisse ziemlich kritisch.“

Thomas Hühner

Doch warum wurde das Spiel überhaupt erst so spät angesetzt, wenn kein Flutlicht zur Verfügung stand? „Aufgrund von schulischen und dienstlichen Belangen wollten die Vereine nicht vor 18.30 Uhr beginnen“, sagt Kreisfußballwart Günther Schneider, der nun das Spiel neu ansetzen muss. Denn wie Harald Kulle erklärt, ist es nicht möglich, nur das Elfmeterschießen auszutragen: „Die Satzung des Hessischen Fußball-Verbandes sieht ausschließlich eine Wiederholung der gesamten Partie vor.“

Vor Mitte Mai wird das aber nichts werden, denn die abstiegsbedrohten Forstfelder müssen noch zu Nachholspielen antreten. „Wir hätten es gern hinter uns gebracht, da wir Spieler haben, die unter der Woche in Gießen und Frankfurt arbeiten“, sagt Hühner. Sie werden sich einen weiteren Termin freihalten müssen, der dann vielleicht schon um 18 Uhr auf dem Sportplatz Stockwiesen beginnt.

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