Fußball

Falsche Formation kostet Göttingen 05 den Bezirkspokal-Titel

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Jubel trotz Niederlage: Das 05-Team vor den eigenen Fans nach Spielschluss.

Göttingen – Ein Pokalfinale so ganz nach dem Geschmack der 800 Zuschauer im Maschpark – aus Göttinger Sicht leider mit dem falschen Sieger. Denn am Ende gewann Ligakonkurrent SV Lengede mit 6:4 (4:1) gegen Landesligist Göttingen 05 und qualifizierte sich als Bezirkspokalsieger für die erste Runde des NFV-Pokals.

Hinterher ist man immer schlauer: Im Nachhinein hatten 05-Trainer Philipp Käschel und Spielertrainer Gerbi Kaplan, der wider Erwarten doch spielen konnte, die falsche Formation auf das Feld geschickt. „Jannis Ernst ist unser Pokal-Torwart, das war vor der Saison so abgesprochen“, begründete Käschel die Maßnahme, nicht Nils Holzgrefe ins Tor zu stellen – was sich als Fehler herausstellen sollte. Denn an mindestens zwei Gegentreffern war Ernst nicht schuldlos. Zudem strahlte er keine Sicherheit auf seine Vorderleute aus.

Grzegorz Podolczak, der zwar die 1:0-Führung erzielte, ansonsten aber wirkungslos blieb, erhielt den Vorzug vor Moritz Bartels. Käschels Begründung: „Es war Grzegorz’ letztes Spiel, da hatte ich gehofft, dass er sich noch einmal zeigen wollte.“ Bartels aber war es, der zwei Minuten nach seiner Einwechslung innerhalb von zwei Minuten das Spiel mit zwei Treffern zum 3:4 noch einmal richtig spannend machte.

Danach spielten die Schwarz-Gelben, die auf Abwehrstütze Strzalla (Urlaub) verzichten mussten, fast nur noch in eine Richtung zum Gästetor, was an Powerplay im Eishockey erinnerte. Kaum einmal kam der SVL über die Mittellinie in die 05-Hälfte. Der eingewechselte Daniel Washausen hatte eine Riesen-Chance (73.) zum 4:4, doch seinen Heber fischte SV-Keeper Sascha Scheer noch weg.

Dieses 4:4 hätte dann aber 05-Kapitän Patric Förtsch machen müssen, als er allein vor Scheer auftauchte, diesen aber nicht überwinden konnte. Im Gegenzug dann die Vorentscheidung, als der kleinlich pfeifende Referee Tobias Geismann, der alles andere als ein Heim-Schiri war, einen „Witz“-Elfmeter pfiff, dem das 3:5 entsprang – Luca Bock soll Lengedes Justin Folchmann im Strafraum gerempelt haben. Da schien der Strafstoß kurz danach für 05 mehr eine Konzessionsentscheidung zu sein. Der gefoulte Förtsch verwandelte selbst zum 4:5, ehe der bei den Gästen herausragende Folchmann mit einem auch nicht unhaltbar scheinenden Freistoß unter die Latte für den letzten Treffer in diesem Tor-Spektakel sorgte.

Die 05er müssen sich letztlich aber an die eigene Nase fassen, dieses Finale gegen einen schlagbaren Gegner vergurkt zu haben. „Ein verdienter Sieg für Lengede“, gab denn auch der wie Torwart Nils Holzgrefe, der im Gegensatz zu Podolczak kein „Abschiedsspiel“ bekam, scheidende Philipp Bruns zu. „Wir haben super angefangen, uns dann aber hinten reindrängen lassen.“

„Sechs Gegentore nach Standards, das habe ich noch nie erlebt“, klagte Mehdi Mohebieh. 05-Coach Käschel: „Die Lengeder Standards in der ersten Halbzeit haben uns leider das Genick gebrochen.“ So jubelte Bezirkspokalsieger Lengede am Ende mehr als die 05-Fans, die ihr auseinanderbrechendes Team trotz der Pleite lautstark feierten.  haz/wg-gsd

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