Nach NFV-Pokalsieg in Northeim: Alle SVGer jetzt Osnabrück-Fans

Göttingen/Northeim. Christian Horst hatte es hinterher ziemlich eilig. Der Abwehrchef des FC Eintracht Northeim musste zum Nachtdienst bei der Polizei. Keine Zeit zum Auslaufen und zum sacken lassen der erneuten Pokal-Pleite am vergangenen Samstag gegen Oberliga-Nachbar SVG Göttingen (7:8 n.E.). NFV-Pokal und die Eintracht – das passte jetzt schon zum dritten Mal in den vergangenen drei Jahren nicht zusammen. Während die Northeimer bedient waren und diese Niederlage mächtig wurmte, feierten die SVGer den Einzug ins Viertelfinale – und sind alle plötzlich Fans von Drittligist Osnabrück. Siegt der VfL am 9. August in Rehden, könnte der 16. August zum Zahltag für die Göttinger werden.

Stimmen zum Spiel

„Wenn wir in der zweiten Halbzeit so gespielt hätten wie in der ersten, wäre nichts mehr passiert“, lamentierte Horst. „Pokal gegen die SVG ist nicht unser Ding. Wir hätten das Spiel vorm Elfmeterschießen entscheiden müssen.“

„Keine ungewohnte Situation“ konstatierte auch Eintrachts Thorben Rudolph, der das Match schon nach 61 Minuten hätte entscheiden können, wenn sein Kopfball ins Netz und nicht ans Lattenkreuz geflogen wäre. „Im Pokal ist es wie früher bei 05“, meinte der Ex-Schwarz-Gelbe. Eben nichts!

Passende Einwechslungen

„Ein schönes Gefühl“ hatte dagegen Florian Evers. Er räumte aber auch ein: „Die ersten 30 Minuten waren wir nicht da. In der Halbzeit sind wir aber aufgewacht. Auch die Spielerwechsel taten uns gut“, meinte der Denker und Lenker der SVG. Klar: Yannick Hogreve, Nico Grimaldi und der Ex-Eintrachtler Lamine Diop brachten neues Leben ins SVG-Spiel. Da passte es ja auch gut, dass die Neuzugänge am Samstagabend ihren Einstand bei der SVG gaben – in Grimaldis Pizzeria.

Mit dabei auch wieder Julian Keseling! Am späten Freitagabend teilte SVG-Teammanager Thorsten Tunkel die Rückkehr des Nörtener Abwehrspielers zu den Schwarz-Weißen mit. Wie in der vergangenen Saison saß der Routinier mit der neuen, alten Nummer 2 im Gustav-Wegner-Stadion schon wieder auf der Gästebank.

Comeback von Keseling

„Ich hatte unverbindlich in Nörten mittrainiert“, sagt Keseling. Ein Wechsel zum SSV war spekuliert worden. „Dann hat mich Thorsten Tunkel angetickert“, so „Kese“ weiter. „Die drei Monate Pause taten mir gut, ich hatte etwas Abstand. Jetzt habe ich wieder Bock drauf zu spielen. Gegen Osnabrück laufe ich wieder auf“, lächelte er. Trainer Nolte: „Wir sind nach der vergangenen Saison nicht im Streit auseinandergegangen.“

Im Blickpunkt

...auch „Elfer-Killer“ Younes und „Doppel-Knipser“ Duymelinck. „Florian Evers hat mir gesagt, wohin Melvin Zimmermann schießt“, meinte der syrische (Flüchtlings-)Torwart zum entscheidenden zwölften Elfer, den er wegfischte. Seine Torjäger-Qualitäten unterstrich der Ex-Nörtener Duymelinck mit seinem ersten Pflicht-Doppelpack. „Es geht wohl weiter wie in der Bezirksliga“, war er happy. Da hatte er 30 Mal getroffen.

Für den kommenden Freitag sicht die SVG noch einen Testgegner, um im Rhythmus zu bleiben. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.