Trainer-Streit nach Abpfiff

7:8 n.E. - Northeim unterliegt SVG im NFV-Pokal zum dritten Mal in Folge

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Abgezockt gemacht: Melvin Zimmermann (rechts) dreht sich um Göttingens Benjamin Duell herum und trifft zum 1:0. 

Northeim. Solche Geschichten schreibt wohl nur der Fußball! Das Geburtstagkind Melvin Zimmermann (25) trifft zum 1:0, bringt sein Team auf Kurs Viertelfinale im NFV-Pokal. Silvan Steinhoff erhöht auf 2:0, alles sieht gut aus für Eintracht Northeim nach einer klar dominanten ersten Halbzeit gegen Oberliga-Nachbar SVG Göttingen. 

Dann bringt Göttingens erster Pokalheld Lucas Duymelinck die Schwarz-Weißen heran und gleicht vier Minuten vor Schluss sogar noch aus mit einer verrückten Bogenlampe in den rechten Winkel – Elfmeterschießen im Gustav-Wegner-Stadion vor stattlichen 680 Zuschauern. 

Und jetzt kulminiert’s sogar noch! Die ersten elf Schützen treffen alle, doch dann scheitert ausgerechnet Zimmermann an SVG-Schlussmann Omar Younes, der damit zum zweiten Göttinger Helden wird. Was für ein Pokal-Match!

Nach dem Sieg gab’s kein Halten mehr: Göttinger Jubel mit Trainer Nolte (Mitte), Neuzugang Benny Duell (4), Rückkehrer Julian Keseling (2.v.l., mit Leibchen), Yannick Hogreve (links) und Georgios Mittas (rechts). 

Diese Helden-Story hat eine Vorgeschichte: Schon in der vergangenen Saison wurde Younes in Northeim zum Pokalhelden, als er gegen Karsten Fischer parierte und – genau, gegen Zimmermann. Des einen Glück, des anderen Leid.

Und Pokal gegen die SVG? Das kann Northeim wohl endgültig nicht: In der ergangenen Saison 2:5 verloren, davor 0:3 und nun die erneute Niederlage, die sehr schmerzte. Weil die viel zielstrebigere Eintracht ihr in der ersten Halbzeit völlig überlegenes Spiel in der zweiten nicht mehr durchzuziehen vermochte.

Vor der Pause meldete Eintrachts starke Defensive SVG-Torjäger Duymelinck und den schnellen Yannik Freyberg fast völlig ab, von den Gästen war wenig zu sehen. Nach dem Wechsel kam die SVG, die keineswegs brillant spielte, auf und nutzte die Initiative, die ihr Northeim mehr und mehr überließ. „Doppel-Duymelincks“ Anschluss-1:2 kam unter Mithilfe von Keeper Köhler zustande, das 2:2 war ein absoluter Glücks-Heber. Pech für Eintrachts Thorben Rudolph, dessen Kopfball gegen das Lattenkreuz klatschte. Aber so ist eben Pokal!

Eintracht-Trainer Malte Fröhlich sah es so: „Wir waren 90 Minuten die bessere Mannschaft, haben den Takt angegeben. Die SVG hat wenig Fußball gespielt. Das bessere Team hat verloren.“ Ansichtssache...

„Aufgrund der zweiten Halbzeit war es verdient“, meinte dagegen Knut Nolte. Hinterher lieferten sich beide Trainer ein heftiges Wortgefecht, bezeichneten sich emotional hochgeputscht gegenseitig als „Labertasche“, „Möchtegern-Knilch“ und „billiger Amateur“. Unentschieden bei den Verbal-Fouls!

Eintrachts sportlicher Leiter Philipp Weißenborn blieb sachlicher: „Wir haben uns einlullen lassen, nach der Pause weniger fürs Spiel getan und der SVG mehr Platz gegeben.“

Die SVG drückt nun Drittligist VfL Osnabrück die Daumen, der am 9. August bei Regionalligist BSV Rehden spielt. Dann steigt am 16. August der nächste Pokalfight am Göttinger Sandweg.

Fußball-Pokal: SVG Göttingen besiegt Northeim im Elfmeterschießen

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