Fußball-Oberliga: Göttingen 05 hängt in den Seilen / Rassismus-Verfahren eingestellt

Regionalliga ab jetzt tabu

Er bewies hinterher Courage: Göttingens Torjäger Özkan Beyazit (Mitte), hier gegen Rotenburgs Christoph Drewes (links) und den 0:1-Torschützen Drilon Damaku, bedankte sich nach dem Abpfiff als einziger 05er bei den Fans für deren Unterstützung. Foto: Jelinek

Göttingen. Die Szene kurz nach dem Abpfiff des Oberliga-Spiels gegen den Rotenburger SV war irgendwie bezeichnend. Bis auf zwei Spieler verschwanden die Akteure des RSV Göttingen 05 schnurstracks in die Kabine.

Robert Huck musste noch Fragen fürs „Pöhler-TV“, ein Internet-Fan-Fernsehen, beantworten – und wenigstens Özkan („Ötze“) Beyazit verabschiedete sich noch gebührend von den Fans, die das Team nach Kräften, aber letzlich erfolglos unterstützten. Mit den Fans zu feiern, gab es eben auch nichts.

Auch 05-Team-Manager Jan Steiger redete nach der vierten Pleite in Folge nicht um den heißen Brei herum. War das 1:2 gegen Rotenburg die nächste Ernüchterung? „Ja!“, antwortete er ohne Umschweife. Die 05er rutschen immer weiter in die Krise – genauso wie sie es vergangene Saison schon einmal erlebt haben. „Wir haben nicht so gut gespielt, wie wir uns das erhofft haben“, gestand Steiger. Die zwei dicken Chancen von dos Santos und Beyazit in der Viertelstunde vor der Pause waren da längst vergessen.

„Wir waren einfalls- und mittellos, haben uns ganz schwer getan“, erklärte Steiger weiter. „In der zweiten Halbzeit stimmte wenigstens der Einsatz, da waren wir über außen gefährlich, ohne spielerisch zu überzeugen.“ Das Hauptproblem war „nicht in Führung gegangen zu sein“. Steiger: „Wenn man viermal in Folge verloren hat, muss man jetzt nicht mehr über die Regionalliga sprechen. Ich habe jetzt auch keine Lust mehr, die Lage schön zu reden.“ Vielleicht sei es daher ganz gut, dass die 05er nun die harten Auswärtsspiele in Lüneburg und Braunschweig vor der Brust hätten. Zwischendurch steigt noch die Heimpartie gegen Ottersberg.

Einstellung gegen Auflage

Die wegen angeblicher Rassismus-Vorwürfe gegen den Cloppenburger Spieler Lincoln Assinouko vorübergehend gesperrten RSV 05-Innenverteidiger Christian Horst und Julian Keseling wurden nun auch strafrechtlich entlastet. Das Amtsgericht Cloppenburg stellte das Verfahren ein. Die beiden Spieler müssen aber eine Strafe für gemeinnützige Zwecke zahlen. Horst muss 1500 Euro an die Robert-Enke-Stiftung abführen, Keseling, der den Vorwurf, Assinouko „schwarze Sau“ genannt zu haben, einräumte, muss 2500 Euro an Amnesty International zahlen.

Horst, Polizeibeamter in Ausbildung, bestreitet weiter, jegliche rassistische Äußerungen gegenüber dem BVC-Stürmer gemacht zu haben. Ihm droht möglicherweise nach wie vor ein polizeiinternes Disziplinarverfahren. Zuvor hatte das Bezirkssportgericht Strafen verhängt, das Verbandssportgericht diese jedoch gemindert. So endete dieses unerfreuliche 05-Kapitel mit relativ glimpflichen Strafen. (haz/gsd)

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