Fußball-Regel gilt künftig auch für Hessen- und Verbandsliga

Ab der Saison 2015/16 gibt es eine Sperre nach Gelb-Roter Karte

Wenn im August die Fußballsaison 2015/2016 beginnt, dann haben Gelb-Rote Karten auch in der Hessen- sowie Verbandsliga für die Übeltäter unangenehmere Folgen als bisher.

Der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hat am Samstag beschlossen, dass nach einer Gelb-Roten Karte der betroffene Spieler für ein Spiel gesperrt wird.

Damit gilt für die beiden oberen hessischen Ligen die gleiche Regel, die in den Profiligen ebenso längst angewandt wird wie in den beiden höchsten Spielklassen der meisten anderen Landesverbände. Die Harmonisierung war der eine Grund für die Entscheidung, aber HFV-Präsident Rolf Hocke findet die Entscheidung auch sachlich-fachlich richtig. „Die neue Regel wird wohl abschreckend wirken und geht auch auf den Wunsch der Schiedsrichter zurück, die sich davon mehr Zurückhaltung in den Zweikämpfen versprechen“, sagt Hocke.

Eine eigene Meinung hat Roy Keßebohm. Der beinharte Verteidiger des Hessenligisten FSC Lohfelden verspricht oder droht: „Ich werde meine Spielweise nicht ändern.“ Keßebohm sagt aber auch: „Jetzt sind die Schiedsrichter gefordert, die Gelbe Karte nicht zu früh zu zücken, damit sie noch Spielraum haben, wenn es um Gelb-Rot geht.“

Christian Wollenhaupt, der Kapitän des Hessenligisten OSC Vellmar, meint, dass es künftig wichtig sei, unnötige Gelbe Karten wegen Meckerns zu vermeiden. Zudem geht Wollenhaupt davon aus, dass die Spiele künftig fairer werden.

Michael Möllmann hält dagegen nicht allzuviel von der neuen Regel. Der Abwehrspieler des FC Ederbergland kann mit dem Ist-Zustand ganz gut leben, weil er der Meinung ist, dass ein schwerwiegendes Foul sowieso mit der Roten Karte bestraft werden sollte.

Zudem gibt Michael Möllmann zu bedenken, dass es für so manchen Klub ein großes Problem wäre, wenn seine Mannschaft nicht nur durch Krankheiten und Verletzungen, sondern künftig auch noch nach einer Gelb-Roten Karte dezimiert wäre.

Das sagen die Trainer

Christoph Keim, Trainer des Hessenligisten 1. FC Schwalmstadt: „Ich erwarte ein offensiveres Spiel, gerade in der Schlussphase. Dann wird das Spiel weniger durch taktische Fouls unterbrochen. Außerdem müssen die Spieler nun jetzt noch mehr ihren Kopf einschalten.“

Wolfgang Zientek, Trainer des Verbandsligisten BC Sport: „Ein gelbwürdiges Foul muss die Gelbe Karte zur Folge haben, egal, ob es in der ersten oder 90. Minute passiert. Für die Schiedsrichter wird die Aufgabe nicht leichter, denn nun ist noch mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Wünschenswert ist es beispielsweise, dass ein Schiedsrichter auch mal den betroffenen Spieler vorwarnt, damit der vor der Gelb-Roten Karte freiwillig den Platz verlässt.“

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