Geht der KSV Hessen leer aus?

Saison-Szenarien: Nicht-Berücksichtigung der Relegationsplätze bei Befragung der Fußball-Vereine sorgt für Irritation

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Leeres Auestadion: Wie es mit der Saison des KSV Hessen und allen anderen hessischen Fußball-Vereinen weitergeht, soll sich in dieser Woche entscheiden. Derzeit werden die Klubs vom Hessischen Verband befragt. 

Wie geht es mit der Saison im hessischen Fußball weiter? Eine Entscheidung darüber will der Hessische Fußball-Verband (HFV) am kommenden Samstag verkünden. Zuvor werden die Vereine befragt. Diese Befragung aber führt bei einigen Klubs, allen voran beim KSV Hessen Kassel, zu Irritationen.

Denn: Bei den vorgegebenen Szenarien der Abstimmung ist keines dabei, das ein Aufstiegsrecht für Teams auf Relegationsplätzen berücksichtigt. Das kritisieren die Löwen vehement. Vorstandsmitglied Jens Rose sagt: „Wir haben in der Woche einen eigenen Vorschlag gemacht, dazu wurden die Vereine auch aufgerufen. Einzug hat der aber nicht gefunden.“ Der Klub kündigt an, dass er notfalls auch Rechtsmittel einlegen würde, sollte Teams auf den Releagtionsplätzen ein Aufstieg verwehrt bleiben.

Verwunderlich ist das nicht, gibt es doch auch andere Beispiele. Im Landesverband Westfalen dürfen diese Teams aufsteigen, die Staffeln werden vergrößert.

In Hessen sollen die Kreiswarte in dieser Woche mit den Vereinen konferieren. Bei der Frage, wie es mit der Saison weitergehen soll, können die Klubs für verschiedene Optionen stimmen. Erstens: Abbruch der Saison zum 30. Juni. Es soll einen Aufsteiger und keine Absteiger geben. Die Alternative ist, dass ein Team aufsteigt und es Pflichtabsteiger gibt. Zweitens: Die Spielzeit wird ab dem 1. September fortgesetzt. Drittens: Jeder Verein kann einen eigenen Vorschlag machen. „Die Szenarien hat der Verbandsspielausschuss in Abstimmung mit dem Verbandsvorstand und den Kreiswarten erstellt“, sagt der Regionalbeauftragte Horst Riemenschneider.

In Nordhessen werden drei Kreise heute eine Videokonferenz mit den Vereinen abhalten, in den anderen zwei teilen die Klubs ihre Meinung per E-Mail mit. Die Kreiswarte geben das Meinungsbild an Riemenschneider weiter. „Ich präsentiere die Ergebnisse bei der Vorstandssitzung

des HFV,“ sagt er. Als Leiter der Verbandsliga Nord sowie der Gruppenligen hatte er vorab die Klubs seiner Klassen nach ihrer Meinung gefragt: „Die meisten Vereine waren für einen Abbruch. Der Meister soll aufsteigen, kein Team absteigen.“

Der KSV Hessen steht in der Hessenliga als Zweiter auf einem Relegationsplatz – und fühlt sich benachteiligt. „Das Szenario ist nicht realisierbar“, findet Riemenschneider. Sein Beispiel: Wenn die Relegationsteilnehmer aufsteigen würden, spielten in den beiden Gruppenligen in der neuen Saison 38 Teams, anstatt aktuell 34. Bisher stiegen sechs Teams in die Gruppenligen auf – die fünf Kreisoberliga-Meister und der Relegationssieger der fünf Vizemeister. Nun würden noch vier Teams hinzukommen. Zur KSV-Kritik sagt er: „Für den Aufstieg von der Hessen- in die Regionalliga Südwest ist sowieso nicht der HFV allein verantwortlich.“ Das müsse in Abstimmung mit anderen Landesverbänden und dem DFB geschehen.

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