Zur Saisonhalbzeit: Die Schreckensbilanz von Göttingen 05

Der Einsatz stimmt, nur der Ertrag bleibt aus: Eintracht Northeim mit Arigon Dacaj (links) unterlag am Sonntag gegen Arminia Hannover um Kapitän Marco Menneking. Foto: zij

Northeim/Göttingen. Mit solch grausamen Fakten macht man nicht gerade Lust auf Fußball. Dennoch sind die Realitäten um Oberliga-Schlusslicht Göttingen 05 nicht wegzudiskutieren. „Wenn du unten stehst, kriegst du nichts geschenkt“, sagte Göttingens Stürmer Lamine Diop nach dem 1:4 gegen Hildesheim.

Nur ein Sieg (3:0 gegen die „Wettskandal-Uphusener“), drei Remis und elf Niederlagen sind eine niederschmetternde Bilanz. Mit 41 Gegentreffern ist 05 die Schießbude der Liga. Zum ersten Nichtabstiegsplatz sind es nunmehr zehn Punkte Rückstand – das heißt, 05 müsste in der am Samstag gegen Uelzen beginnenden Rückrunde wohl vier Spiele mehr gewinnen als die Konkurrenz. Der Abstieg, der im Sommer nur am grünen Tisch verhindert wurde, also mit einem Jahr Verzögerung? Vieles deutet darauf hin.

Auffällig in den zurückliegenden Partien: 05 kassierte in den letzten Spielen vier Platzverweise bzw. gesperrte Spieler. Auch wenn der für Yousef Souleiman gegen Hildesheim überzogen war. Hesse hatte im Spiel zuvor Gelb-Rot bekommen, Ludwig hat fünf gelbe Karten gesammelt und Kapitän Alex Burkhardt, der 05 bereits verlassen hat, hatte Rot gesehen. Bitter zudem: Mazlum Dogan fing nach seinem Wadenbeinbruch wohl zu früh an. „Ich hab’ mich an derselben Stelle verletzt, muss mich wieder untersuchen lassen“, humpelte er von dannen.

Auch der Trainerwechsel hat noch nichts gebracht. Und ob die „Blutauffrischung“ mit neuen Spielern Erfolg zeigt, bleibt abzuwarten. Mittwoch soll ein neuer Torwart kommen. Wann der neue Spanier und Italiener spielberechtigt sind, ist offen. Im Probetraining waren noch der Australier Sherwin Emmanuel und ein Spieler aus der U19 vom FSV Frankfurt. Mit Lucas Beckmann steht der nächste Abgang fest. Er geht bis Ende März nach Neuseeland.

Beim Nachbarn in Northeim ist man mit Platz sechs nach der Hinrunde schon deutlich zufriedener, wenngleich bei der Eintracht zuletzt ein wenig der Wurm drin ist. Beim 0:3 gegen Arminia Hannover kassierte das Team am Sonntag die dritte Heimpleite in Folge – der letzte Sieg datiert vom Gastspiel der 05er, welches Northeim Ende September 4:1 gewann.

Seitdem jubelten im Gustav-Wegner-Stadion stets die Gäste. Dass das so ist, hat sicher mehrere Gründe, zumal man der Truppe nicht vorwerfen kann, spielerisch und kämpferisch zu enttäuschen. Verletzte Stammspieler wie Patrick Sieghan, Benjamin Zackenfels oder Nils Hillemann sind auf Dauer kaum zu ersetzen oder auch die unbefriedigende Trainingssituation, die dem Team das Leben schwer macht. Doch nicht ganz unerheblich dürfte auch sein, dass der Eintracht derzeit das nötige Quäntchen Glück fehlt. Gegen Spelle und Arminia hatte Melvin Zimmermann früh Chancen zum 1:0. Doch die Bälle fanden haarscharf nicht den Weg über die gegnerische Torlinie, Northeim blieb glück-, tor- und damit sieglos. (haz-gsd/mwa)

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