Interview mit Nachwuchsspieler

Vom KSV zum Profiklub: Till Hausotter stürmt bald für den SC Freiburg

In Aktion: Till Hausotter von den C-Junioren des KSV Hessen Kassel.
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In Aktion: Till Hausotter von den C-Junioren des KSV Hessen Kassel.

Mönchengladbach, Freiburg, Darmstadt: Zwölf Nachwuchsspieler des Fußball-Hessenligists KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal wagen zur nächsten Saison den Schritt zu einem Profiklub.

Einer, der in ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) wechselt, ist Till Hausotter. Mit 40 Treffern wurde der 14-Jährige in der abgelaufenen Spielzeit Torschützenkönig bei den C-Junioren. Der Junglöwe siedelt um in den Breisgau und schließt sich der U16 des SC Freiburg an.

Glückwunsch! Überwiegt bei Ihnen Vorfreude oder Anspannung?

Mitte August beginnt die Vorbereitung in Freiburg. Davor steht der Umzug an. Ich werde bei einer Gastfamilie wohnen. Ich freue mich schon sehr und will beim SC richtig Gas geben.

Wie war es, als sich im Oktober zum ersten Mal ein Berater meldete, der Sie zu einem Profi-Klub vermitteln wollte?

Nach dem Derby gegen Baunatal hat ein Berater bei meiner Mutter angerufen. Ich habe mich sehr gefreut, war aber nicht völlig überrascht. Schließlich hatte ein Berater zuvor meinen Kumpel und Mitspieler Shaban Zenku kontaktiert. Bei einem Treffen hat der Berater erklärt, dass er mich gern an einen Bundesligisten vermitteln würde. So kam der Kontakt zum SC Freiburg zustande.

Sie waren auch zum Probetraining beim FC Schalke und bei Dynamo Dresden. Warum haben Sie sich für den SC Freiburg entschieden?

Die Jugendarbeit beim SC Freiburg ist sehr gut. Der Verein achtet darauf, dass viele Talente die Möglichkeit erhalten, in den Profibereich zu kommen. Sie investieren viel in die Jugend. Beim SC habe ich mich gleich wohl gefühlt.

Haben Sie keine Angst, als 14-Jähriger 500 Kilometer von zu Hause entfernt auf einmal auf eigenen Beinen stehen zu müssen?

Wenn ich Fußball-Profi werden will, dann muss ich damit schon klarkommen. Das ist ja schon seit den Bambinis beim TSV Vellmar mein Ziel.

Welchen Anteil an Ihrer Entwicklung hat KSV-Trainer Dirk Bindbeutel?

Er hat einen sehr, sehr großen Anteil. Diese Saison hat er das Spielsystem komplett auf mich abgestimmt. Wir haben im Mittelfeldpressing agiert und nach Balleroberungen schnell über außen gespielt. Von dort kamen die Bälle auf mich. Das hat gut geklappt, und ich konnte viele Tore schießen.

Aktuell sind Sie noch in der Sportklasse am Goethe-Gymnasium. Wie sieht es mit den schulischen Leistungen aus?

Zum Glück bin ich nicht vollkommen abgerutscht. Weil ich aber zuletzt viel zu Probetrainings eingeladen und auch viel mit der Hessenauswahl unterwegs war, hatte ich dieses Jahr schon viele Fehltage. Die Schule hat mich aber komplett unterstützt und meine Abwesenheiten problemlos genehmigt. Besonders meine Lehrer Jens Pflüger und Klaus Müller, bei dem ich auch in der Talentfördergruppe war, haben mich ermutigt, den Schritt nach Freiburg zu gehen.

Ein Foto mit den alten Trainern: Vor Thorsten Fischer und Dirk Bindbeutel (nicht auf dem Bild) trainierten Till Hausotter (vorn) schon beim TSV Vellmar Karl-Heinz Reiser (von links) und Christian Flüge sowie Stefan Porada (KSV Hessen Kassel).

Ihre komplette Freizeit geht für Fußball drauf ...

Das ist kein Problem. Freitag war immer mein freier Tag. Aber zuletzt bin ich zusätzlich ins Fitnessstudio gegangen. Als ich gemerkt habe, dass ich zu einem großen Verein gehen kann und der Wechsel dann auch feststand, habe ich dafür gern meinen freien Tag geopfert. Vermisst habe ich nichts.

Welche Ziele haben Sie sich für die erste Saison in Freiburg gesetzt?

Ich möchte mich so schnell wie möglich eingewöhnen und viele Spielzeiten bekommen. Ich möchte möglichst viel lernen – und weiter viele Tore schießen. Dann eben gegen Teams wie Hoffenheim und den VfB Stuttgart.

Bundestrainer Joachim Löw wohnt ja auch in Freiburg. Gibt es den ganz großen Traum, der für Sie als Fußballer in Erfüllung gehen könnte?

Wenn ich Gas gebe, bin ich sicher, dass ich es schaffen kann, Profi-Fußballer zu werden. Mein Ziel ist es in der Tat, eines Tages mal in der Bundesliga zu spielen – am liebsten beim FC Bayern München – und dann auch den Schritt in die Nationalmannschaft zu schaffen.

Zur Person

Till Hausotter (14) begann bei den Bambinis des TSV Vellmar. Seit der D-Jugend spielt der Mittelstürmer beim KSV Hessen, für den er in der abgelaufenen Saison in 26 Liga-Spielen 40 Tore schoss. Bis zu den Ferien besucht der Achtklässler noch das Goethe-Gymnasium in Kassel. Mit seiner Familie wohnt er am Jungfernkopf. Neben Schule und Fußball bleibt dem 1,80 Meter großen Bayern-Fan nicht viel Zeit für andere Hobbys.

Hintergrund

Zwölf Nachwuchsfußballer der Hessenligisten KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal wechseln zur neuen Saison in Nachwuchsleistungszentren (NLZ) von Profiklubs: . U15 KSV Hessen Kassel: Till Hausotter (SC Freiburg), Shaban Zenku (Borussia Mönchengladbach), Linus Horey (SC Paderborn), Luis Fischer, Lennart Müller, Maurice Erlebach (alle drei FC Carl Zeiss Jena), Ilija Tilev, Alexander Basalo (beide MSV Duisburg) . U15 KSV Baunatal: Philip Brown (SC Paderborn) . U17 KSV Hessen: Enes Bucan (FC Carl Zeiss Jena), Jonah Schmincke (SC Paderborn), Johann Klein (SV Darmstadt 98)

Von Sebastian A. Reichert

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