Verbandsligist will Saisonfehlstart verhindern

SC Willingen: Vielleicht kommt SSV Sand gerade recht?

Torwart macht sich breit bei Flachschuss eines Stürmers
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Winkelverkürzer: Der Willinger Torwart Yannick Wilke steht gegen Sand wieder zwischen den Pfosten und hofft, dass er keinen Ball aus dem Netz holen muss.

Der SC Willingen hat zum Saisonauftakt viel Frust erlebt. Den Ärger würde der Verbandsligist zu gern in positive Energie umwandeln und an diesem Freitag (19.30 Uhr) gegen den SSV Sand einen Heimsieg feiern.

Willingen - Nachdenkliche Fußballer traf SCW-Coach Dardan Kodra beim ersten Training nach dem 1:1 in Thalau an. Es war nach dem 0:2 gegen die SG Barockstadt II zum Auftakt der Saison bereits das zweite Ergebnis, das enttäuschte Gesichter beim heimischen Verbandsligisten hervorgerufen hat.

Nun also kommt Sand. Der Gegner ist mit Remis (1:1 in Eichenzell) und Sieg (5:0 gegen Ehrenberg) recht gut aus den Startlöchern gekommen. Sand ist eine spielstarke Mannschaft, in der auch der Ex-Volkmarser Leon Winkelheide und der ehemalige Stürmer von Eintracht Edertal, Artur Radig, ihren Stammplatz haben.

Das Willinger Team musste in Thalau im Vergleich zur Barockstadt-Partie das Spiel machen und hat sich dadurch auch mehr Chancen erarbeitet als zum Auftakt. Darin liege schon ein positiver Ansatz, meint Kodra, doch die Verwertung der Tormöglichkeiten sei auch in Osthessen nicht gut gewesen.

„Wir haben es verpasst, das 2:0 zu erzwingen.“ Und diese Willenskraft möchte der Trainer nun gegen Sand von seinen Spielern sehen. Er will sie auch nicht mehr mit einem defensiven und abwartenden Spielplan wie gegen Barockstadt aufs Feld schicken, sondern „wir wollen selbst aktiver und risikofreudiger werden, konsequenter und selbstbewusster attackieren“. Den letzten Vergleich vor knapp zwei Jahren gewann der SCW mit 1:0.

Es sei wichtig, dass sein Team diesen technisch starken Gegner nicht ins Rollen kommen lasse, dann „sind die nur noch schwer zu halten“. Vielleicht aber kommen die Sander zu diesem Zeitpunkt gerade recht. Denn die Willinger Kicker haben in der Vergangenheit oft bewiesen, dass ihnen vor allem dann ein Befreiungsschlag gelingt, wenn sie sich in einer schwierigen Situation befinden.

Kodra bittet Zuschauer um Geduld

Kodra weist aber daraufhin, dass man mit dieser jungen Mannschaft nicht „das alte Willingen“ einfordern könne, wenn es nicht gut laufe, sondern „wir wollen konsequent einen neuen Weg gehen, der zwar viele alte Willinger Tugenden beinhaltet, aber wir wollen einen moderneren und offensiveren Fußball spielen“. Deshalb bittet Kodra auch die eigenen Zuschauer um ein wenig Geduld. Heimspiele könnten bei zu viel Kritik von außen auch eine Belastung für junge Spieler werden.

Die Mannschaft sei aber selbstbewusst und stark genug, um zu wissen, dass sie jeden Gegner in dieser Liga schlagen könne. „Sie muss es jetzt nur noch zeigen“, betont Kodra, der personell den gleichen Kader wie zuletzt aufstellen kann. Außerdem steht Torwart Yannick Wilke wieder zur Verfügung.

Es gibt für den Coach aber auch einen guten Grund, warum Sand heute genau der richtige Gegner für sein Team sein könnte. „Die Erwartungshaltung ist etwas gesunken, da können wir eigentlich nur positiv überraschen. Das sollten wir als Chance in dieses Spiel mitnehmen.“

SSV-Coach Deppe: SCW en Team mit „hohen Ambitionen“

Der SSV kommt mit Selbstbewusstsein, aber auch einer guten Portion Respekt zum SC Willingen. „Gegen die Upländer werden wir mehr gefordert werden als gegen die SG Ehrenberg“, sagt Trainer Mario Deppe.

War es am vergangenen Wochenende beim 5:0 eine über weite Strecken eine einseitige Partie, „denke ich, dass wir diesmal eine harte Nuss zu knacken haben.“ Deppe rechnet fest damit, dass der SCW offensiver und von Beginn an auf Sieg spielen wird. „Willingen gehörte in den letzten Jahren immer dem oberen Tabellendrittel an. Die Gastgeber haben auch in dieser Saison hohe Ambitionen“, sagt er.

Deppe plagen nach wie vor Personalsorgen. „Wir gehen mit unveränderter Aufstellung ans Werk. Es wird die Mannschaft auflaufen, die gegen Ehrenberg drei Punkte holte.“ Da Simon Bernhardt, Marvin Urban, Laurin Unzicker, Salko Szaferi und Justin Braul weiterhin ausfallen, steht Tobias Oliev wieder auf dem Spielbogen. „Ich finde es toll, dass sich Tobi zur Verfügung stellt.“ Neben dem 36-Jährigen, der ab dieser Serie die zweite Sander Mannschaft betreut, sitzen Pierre Kühne und Abdul Jaber auf der Ersatzbank. (mit zhj)

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