Gruppenliga-Derby:

SG Wildungen will den Sieg mehr - TuSpo Mengeringhausen hadert nach dem 2:3

Dominik Lüdtke (TuSpo Mengeringhausen),  Wildunger Ansgar Vogel (links)
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45 Minuten lang kaum aufzuhalten: Dominik Lüdtke (TuSpo Mengeringhausen) spielte bis zur Pause stark, hier spielt er den Wildunger Ansgar Vogel aus.

Nach dem Abpfiff feierten sich die Sieger als Wildunger Jungs, die Verlierer aus Mengeringhausen diskutierten über Fehler und Fehlentscheidungen.

Mengeringhausen – Die überschäumende Freude auf der einen, der tiefe Frust auf der anderen Seite erklären sich nicht allein aus dem Resultat. Nach dem 3:2 (0:2)-Sieg der SG Bad Wildungen/Friedrichstein beim TuSpo Mengeringhausen im Gruppenliga-Duell ging es auch um die Entstehungsgeschichte.

Im Grunde ist sie einfach: Die Gäste drehten mit viel Willen und etwas Glück ein Spiel, in dem bei Halbzeit die TuSpo-Fußballer verdammt nach „Dreier“ ausgesehen hatten. „Wir hatten so weit alles im Griff“, stellte Trainer Andre Gutmann fest.

Der TuSpo spielte strukturierter, gewann die Zweikämpfe und ließ wenig zu. Es passte zum anfangs nervösen, fehlerhaften Spiel der Badestädter, dass Janis Schuldt seinen eigenen Keeper Christian Seibert zur ersten Parade zwang (11.). Nach 20 Minuten waren die Wildunger angekommen, Ansgar Vogel vergab die erste klasse Chance.

Doch das TuSpo-Spiel lief besser. Die Führung gelang dem im ersten Abschnitt an fast jeder Angriffsaktion beteiligten Dominik Lüdtke. Er verwertete im Gegenzug nach einer Ecke für die SG den prima Pass von links von Sven Schwedes, der den zu ungestüm attackierenden Kai Döring hatte aussteigen lassen (25.). Döhring wurde kurz darauf ausgewechselt.

Das 2:0 ging mit aufs Konto von Seibert. Der Tormann bekam den Ball bei Lüdtkes Ecke an den Kopf, Nutznießer war Simon Schwechel (40.). SG-Trainer Jörg Schäfer nannte die Gegentore „zwei Geschenke“: „Dann läuft du der Musik wieder hinterher.“

Gutmann vermisst Cleverness

Es hätte noch ärger kommen können für die SG, als Dennis Jakob sich durchtankte, Seibert jedoch anschoss. Das war kurz nach dem Wechsel. Die Gewichte verschoben sich aber zugunsten der Gäste. Auch weil Lüdtke zusehends abtauchte - er hat sich womöglich eine Rippenprellung zugezogen, wie sich später herausstellte.

Gutmann vermisste die Cleverness, die nötig gewesen wäre, um die Führung zu verteidigen. Er klagte auch, sein Team habe nun nicht mehr so viel investiert. Vielleich war das der Punkt. „Es war ein Stück weit unsere Entscheidung, wie das Spiel ausgeht“, sagte Jörg Schäfer. Bei zwei Mannschaften auf Augenhöhe, werde der gewinnen, „der zum Schluss mehr will“. Das war die SG.

Zum Anschluss traf Kevin Wathling vom Punkt, Schiedsrichter Pascal Otte hatte einen nicht unumstrittenen Handelfmeter gepfiffen (56.). Mehr böses Blut gab es nach dem 2:2 durch Florian Bruder nach Traumpass des eingewechselten Alen Muratovic in die Schnittstelle (62.). Vorher war Tim Schade offenbar gefoult worden; Otte hatte es wohl nicht gesehen.

Niederlage mit fadem Beigeschmack

Die Gäste setzten den TuSpo weiter unter Druck. Ihr 3:2 durch den strammen Schuss von Jan Kramer nach blitzschnell ausgeführtem Freistoß (80.) war vom Spielverlauf her nicht unverdient. „Ein bisschen Glück brauchen wir, aber wir haben uns den Dreier auch erarbeitet“, sagte Schäfer. Seine Freude trübte die Rote Karte gegen Lukas Baumann für ein offensichtliches Revanchefoul (90.)

Die Niederlage habe durch den erneuten Elfmeter gegen den TuSpo einen „faden Beigeschmack“ sagte Gutmann, den freilich der ausbleibende Pfiff vor dem 2:2 mehr ärgerte. „Wir dürfen aber die Fehler nicht bei anderen und auch nicht beim Schiedsrichter suchen“, betonte er: „Wir müssen uns den Schuh selber anziehen.“

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