Zwei der 30 Teams kommen nicht aus dem Fußball

E-Soccer-Cup startet: Spielkonsole vereinigt Unterschiede

Nils und Julian Lichtenfeld
 aus Battenberg
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Die halbe Mannschaft des Musikzugs Battenberg: Nils und Julian Lichtenfeld

Und los geht es: An diesem Wochenende steht der erste Spieltag beim Waldeck-Frankenberger E-Soccer-Cup auf dem Programm.

Korbach – In allen sechs Vorrundengruppen stehen jeweils zwei Spiele auf dem Programm. Gespielt werden sollen die Partien in der Zeit von Freitag (ab 16 Uhr) bis Sonntag (20 Uhr). Die Teamkapitäne werden gebeten, für das jeweilige Spiel die genauen Zeiten untereinander abzustimmen.

30 Mannschaften sind beim E-Soccer-Cup am Start, der von den Sportredaktionen der Frankenberger Allgemeinen und der Waldeckischen Landeszeitung ins Leben gerufen wurde. 2700 Euro Preisgeld werden ausgeschüttet – zur Verfügung gestellt von der Sparkasse Waldeck-Frankenberg.

Julian Gorski (Musikzug Battenberg) 

Aus dem Teilnehmerfeld stechen zwei Teams besonders hervor, die eins gemeinsam haben: Sie sind im echten Leben keine Fußballer. Das Handball-Quartett aus Külte und die Vier vom Musikzug Battenberg.

Bereits die erste Antwort des Külter Kapitäns Adrian Kann überrascht. Es gibt zwar das Playstation-Spiel Handball 21, quasi das Gegenstück zum Fußballspiel Fifa 21, aber Kann, Hendrik Fingerhut und die Brüder Johannes und Heinrich Wachs spielen virtuell lieber Fußball. „Das Fifa-Spiel ist ausgereifter und ich glaube, es ist schwierig, die schnellen Bewegungen beim Handball in so einem Computerspiel umzusetzen“, vermutet Kann und seines Wissens gibt es auch keine E-Handball-Turniere.

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Das Ballspiel mit dem Fuß ist den vier Külter Jungs aber auch nicht fremd, denn sie haben auf dem Bolzplatz fast immer nur Fußball gespielt, weil es einfacher war und sie kennen sich in dieser Sportart auch recht gut aus. nWer noch nie den Ball am Fuß gehabt hat, der habe auch Nachteile beim E-Soccer, vermutet der Külter Kapitän, allerdings hätten Handballer keine Vorteile gegenüber Fußballern an der Konsole, nur weil hier vor allem die Fingerfertigkeit gefragt sei.

Training macht aber auch beim virtuellen Fußballspiel den Meister. So könne man Tricks mit dem Kontroller üben. Das Ziel des Külter Teams für dieses Turnier laute auch nicht einfach nur Spaß haben, betont Kann. „Es ist beim E-Soccer nicht anders als im richtigen Sport, der Ehrgeiz kommt hinzu.“

Das Können kann noch so groß sein, Glück gehört auch immer dazu. Wo benötigt man mehr Schwein, beim echten oder beim virtuellen Fußballspiel? „Ich denke beim virtuellen Spiel, weil der Computer die anderen Spieler steuert und dadurch gibt man viel aus der Hand“, sagt Kann.

Marvin Gorski (Musikzug Battenberg)

Die momentanen Corona-Regeln verwandeln auch die Begegnungen dieses E-Soccer-Turniers zu Geisterspielen. Wird die Fan-Unterstützung den Kültern fehlen? „Ich kann da nur von mir sprechen, und mir wird sie nicht fehlen, denn ich spiele lieber allein. Dann habe ich mehr Ruhe und weniger Druck.“

Was da genau an Gegnern auf die Külter zu kommt, weiß Kann aber nicht. Einige Spieler kenne man schon, aber die große Mehrheit nicht, sagt Kann. Bei so wenig Übersicht, ist der Fußballspruch, wir schauen nur auf uns, endlich mal keine Phrasendrescherei.

Die Külter wissen daher auch nicht, was Julian und Marvin Gorski, Julian Lichtenfeld und Nils Lichtenfeld an der Konsole so drauf haben. Sie treten als Team des Musikzuges Battenberg an und sind die einzigen im Feld, die nicht aus dem Sport kommen. Aber sie seien alle große Fußballfans, betont Julian Gorski. Er und Nils Lichtenfeld spielen bei der SG Nordkreis III, derzeit Tabellenvierter in der Frankenberger Kreisliga C. „Wir hoffen, dass wir an der Konsole besser abschneiden“, sagt Julian Gorski und lacht.

Auch die beiden anderen Teamkollegen hätten in der Jugend Fußball gespielt. E-Soccer spielt das Quartett auch schon lange. Julian Gorskis erstes Spiel war Fifa 2004. Achtung, dieser Mann bringt 16 Jahre geballte Fußballerfahrung mit. (tsp/rsm)

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