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SG Landwehrhagen/Benterode verpasst Aufstieg

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Von: Manuel Brandenstein

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Nino Röther wird von Kasseler Spielern festgehalten.
Symbolisch: Wieder eine Großchance, erneut ohne erfolgreichen Abschluss. Hier ist es Nino Röther. © Brandenstein, Manuel

Leere Blicke statt ausgelassenem Jubel und ein Trainer, der nach dem Abpfiff verständlicherweise einfach seine Ruhe wollte. Das waren die Szenen nach dem letzten Spieltag der Fußball-Kreisliga A1.

Kassel – Tabellenführer SG Landwehrhagen/Benterode verpasste beim 1:2 (0:1) bei Dynamo Windrad den zum Aufstieg nötigen letzten Sieg und kickt damit nicht in der höchsten Kreisspielklasse.

Am Sonntagnachmittag war im von der Hitze aufgeladenen Kunstrasenkäfig der Waldauer Wiesen von Beginn an der Wurm drin. Dynamo Windrad Kassel erwies sich nicht zum ersten Mal als schwerer Gegner, der den Staufenbergern nicht zu liegen scheint. Trotzdem hätte es zur erst vierten Saisonniederlage in 26 Partien nicht kommen müssen. Chancen waren genügend vorhanden, aber die Nerven schienen den Spielern von Trainer Andreas Kühne diesmal einen Streich zu spielen. So hatten die Staufenberger nach kurzer Zeit bereits vier Gelbe Karten gesammelt. Nicht nur deshalb geriet der Schiedsrichter bei den rund 150 mitgereisten SG-Anhängern, die ihr Team erstmals in der Kasseler Kreisoberliga sehen wollten, unter Beschuss. Das führte soweit, dass im Spielverlauf sogar ein Kasseler Ordner auf die Staufenberger Zuschauerseite des Platzes beordert wurde.

Die Kasseler Führung fiel nach einer weiten Freistoßflanke, bei der die Gastgeber schneller reagierten und durch Steve Thomas per Kopf trafen. Auf der anderen Seite die besagte Nervenschwäche: Nino Röther schlug im Strafraum ein Luftloch und der Querpass von Marius Adolf auf den frei mitgelaufenen Julian Voller kam nicht an. So ging es mit Frust aber nicht ohne Hoffnung in die Halbzeitpause.

Und nach dem Seitenwechsel schien sich fast doch noch alles zum Guten zu wenden, aber ein halbes Dutzend Großchancen sollten letztlich nicht mehr reichen: Marius Adolf traf nur die Oberkante der Querlatte, Jan Gudes erfolgversprechender Schuss aus sechs Metern wurde noch abgeblockt und ein weiterer Kopfball von A-Jugendspieler Kudzma schrammte am rechten Pfosten vorbei.

Belohnt wurde lediglich Julian Vollmer. Der war schon einmal ausgewechselt worden und Andreas Kühne warf ihn nach rund einer Stunde Spielzeit zum zweiten Mal ins Gefecht. Damit hatte der Trainer ein gutes Händchen bewiesen, denn praktisch mit seiner ersten Ballberührung lupfte Vollemer den Ball am Torhüter vorbei zum 1:1. Jetzt war Stimmung auf dem kleinen Platz und die Staufenberger schickten sich an, komplett das Kommando zu übernehmen. Der zweite Treffer fiel aber nicht und die Dynamos blieben ehrgeizig: Bei einem Distanzschuss ließ Schüttensack den rechten Pfosten des SG-Tores erzittern. Dann rettete SG-Keeper Luis Schönebach spektakulär gegen Meissner. Jetzt brachte die SG sogar noch Dennis Pfordt aus der eigenen Zweiten auf das Feld. Er sollte offenbar das Spielglück der Reserve auf die erste Mannschaft übertragen. Doch auch das funktionierte nicht. Das Ende der Aufstiegshoffnungen kam in der 81. Spielminute, als Tim Gude bei einem Kasseler Konter im eigenen Strafraum den Gegenspieler zu Fall brachte. „Eindeutig war das nicht, aber man kann den Elfer geben“, meinte der Routinier nach dem Abpfiff und sprach von einer „bitteren Saison“, die einfach ohne krönenden Abschluss blieb. Den fälligen Strafstoß verwandelte Natour ganz sicher und machte damit den SBV Kassel (4:3 in Dörnhagen) zum Meister. Die Kasseler sprangen gestern zum allerersten Mal auf die erste Tabellenposition. Landwehrhagen/Benterode führte die Liga hingegen zehn Spieltage in Folge an und beendet die Serie nur als Dritter.

SG Landwehrhagen/Benterode: Schönebach – Stöbener, Dörner, Wedel, J. Röther – T. Gude, Adolf – J. Vollmer, Woltert, N. Röther – J. Gude.
Eingewechselt: Arand, Kudzma, Pfordt.
Tore: 1:0 Thomas (28.), 1:1 Vollmer (60.), 1:2 Natour (81.).

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