Nun glücklich in Metze

Sportart gewechselt: Diese ehemalige Bundesliga-Handballerin spielt jetzt in der Fußball-Gruppenliga

Erstklassig als Handballerin: Josepha Kallenberg spielte 2019 für die HSG Bad Wildungen Vipers.
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Erstklassig als Handballerin: Josepha Kallenberg spielte 2019 für die HSG Bad Wildungen Vipers.

Von der Bundesliga in die Gruppenliga: Josepha Kallenberg geht einen ungewöhnlichen Weg. Vor anderthalb Jahren beendete sie aus beruflichen Gründen ihre Profi-Karriere bei den Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers.

Metze – „Für mich kam dieser Sport nur auf einem Top-Niveau in Frage. Ohne Leistungsgedanken weiterzuspielen, war für mich keine Alternative“, erklärt die 27-Jährige – und widmet sich inzwischen als Quereinsteigerin leidenschaftlich dem Fußball im Trikot des Gruppenligisten TSV Metze. Kallenberg spielte von 2012 bis 2019 acht Jahre lang für den BSV Sachsen Zwickau in der 2. Liga. Die Sachsen feierten zuletzt sogar die Zweitliga-Meisterschaft und den Erstliga-Aufstieg.

Allerdings ohne Kallenberg, die sich wegen ihres Polizei-Studiums zuvor aus Zwickau nach Kassel verabschiedet hatte. Dort kamen bei der gelernten Physiotherapeutin erste Gedanken auf, den professionellen Handball zu beenden, um im Beruf durchzustarten. Doch zunächst wollte sie sich noch einen Traum erfüllen: Einmal in der 1. Bundesliga spielen. Das gelang ihr in Bad Wildungen. Vier Monate half Kallenberg bei den Vipers aus. Dann hatte das nordhessische Aushängeschild seine Personalprobleme überwunden und „Josy“ widmete sich wieder mehr ihren beruflichen Themen.

Wegen Studium von Zwickau nach Kassel

Eine neue sportliche Herausforderung wollte die ehemalige Links- und Rechtsaußenspielerin aber auch. Am besten jedoch, ohne fünfmal pro Woche zur Verfügung stehen zu müssen. Da kam die Möglichkeit in Metze gerade recht: Hier tritt sie nur noch maximal dreimal wöchentlich für zwei Stunden gegen den Ball.

Und fühlt sich dabei seit dem ersten Probetraining wohl. „Wir haben uns sofort super verstanden. Ich hatte keinen Sonderstatus wegen meiner Bundesliga-Vergangenheit“, betont Kallenberg. Vor allem mit ihrer körperlichen Überlegenheit hinterlässt sie Eindruck. Bei der Schusstechnik haperte es hingegen noch etwas. Verständlich, denn ihr zuvor letztes Fußballtraining hatte sie bei den E-Junioren – und sonst nur als Abwechslung mit ihren Handballerinnen zum Spaß.

In der Jugend Bayernauswahl-Spielerin

Trotz der fehlenden Praxiserfahrung lief es in ihrer ersten Saison vielversprechend: Am vierten Spieltag gelang ihr als Stürmerin der erste Treffer. Mit ihrem neuen Team war sie Vierter, bevor die Saison abgebrochen wurde. Nach dem Trainerwechsel im August hin zu Kevin Böttner und Nina Eubel gab es zwar erst einen Sieg und noch keinen weiteren Torerfolg, doch die gebürtige Münchnerin ist vor dem Duell mit dem TuS Viktoria Großenenglis II (Sa. 15.30 Uhr, Niedenstein-Metze) weiterhin glücklich mit ihrer Entscheidung für den Fußball: „Ich bin mit Leidenschaft und Spaß dabei, habe jedoch weniger Aufwand und Verbissenheit als im Profihandball. Deshalb bleibe ich dem Fußball treu und strebe keinen Wechsel mehr an.“

In der Jugend war ihre Denkweise noch anders: Um in eine höhere Klasse zu kommen, pendelte die Bayernauswahl-Spielerin von ihrem Elternhaus in Pfaffenhofen an der Ilm anderthalb Stunden zum TSV Ismaning und zur HSG Würm-Mitte. Dort erhielt sie das Rüstzeug für ihr Ziel Bundesliga. Das erreichte sie über Umwege: Nach zwei Versuchen – zum einen in Erfurt beim früheren deutschen Serienmeister Thüringer HC, zum anderen in Zwickau – ging es für die schnelle Athletin erst in Nordhessen in die höchste Spielklasse. Im Fußball würde ihr hingegen der Klassenerhalt in der Gruppenliga genügen. (Fabian Seck)

Stürmisch: Josepha Kallenberg spielt nun Fußball für den TSV Metze in der Gruppenliga.

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