Vor Ort mit den Finalisten des HNA/Eon-Cups beim Bundesligaspiel in Hannover

Den Stars einmal ganz nah

Vorfreude auf das Bundesligaspiel vor der AWD-Arena in Hannover: Vorn von links freut sich das Team des KSV Baunatal mit Lion Semic, Constantin Jung, Tom-Luca Herting, Max Icke, Nick Niebel, Tom Leinhos, Luca Garcia, Enis Durna und Noel Zerickel. Hinten von links die Spieler der JSG Calden/Meimbressen mit Louis Siebert, Tobias Scholz, Alexander Utsch, Jan Mackewitz, Louis Bernhard, Hannes Dittmar, Basti Dittmar, Jason Busch, David Gerdesmeier, Simon Gerdesmeier und Joshua Busch. Hinten rechts Uwe Sattler (Eon Mitte Vertrieb) und Harald Wöhlbier (Klassenleiter F-Junioren). Foto:  Kohlhaase

Kassel/Hannover. Den ersten Applaus gibt es schon auf dem Parkplatz vor der Kasseler Aueparkhalle. Im Bus. Als F-Jugendklassenleiter Harald Wöhlbier die beiden Finalisten des HNA/Eon-Mitte-Cups 2012 für ihre starken Leistungen lobt, ist die Stimmung unter den 20 Nachwuchsfußballern und den Eltern schon fast auf dem Höhepunkt.

Doch der sollte noch kommen, denn heute geht es für die Teams der JSG Calden/Meimbressen und des KSV Baunatal zum Bundesligaspiel zwischen Hannover und Wolfsburg.

Draußen herrschen Minusgrade, im Bus ist es mollig warm. Während einige Eltern noch die aktuelle Folge des RTL-Dschungelcamps diskutieren, stimmen sich die Kinder bereits auf den Fußball-Nachmittag ein. Und auf dem Rasthof Hildesheimer Börde West gibt es die ersten Sympathiebekundungen. „Ich bin für Wolfsburg, die sind cooler. Und die haben Diego“, sagt der Caldener Hannes Dittmar, der aber wie viele seiner Mitspieler eigentlich Bayern-Fan ist. Beim KSV Baunatal dominieren die schwarz-gelben Farben. „Eigentlich halte ich zu Dortmund, aber heute drücke ich Wolfsburg die Daumen. Die haben die besseren Spieler“, weiß Luca Garcia.

Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff steuert Busfahrer Armin sein Gefährt an der AWD-Arena in Hannover vorbei in Richtung Busparkplatz. Er fährt und fährt und fährt, und irgendwann geht es nicht mehr weiter. Keine Wendemöglichkeit. Doch Armin bewahrt Ruhe, manövriert den Bus Hunderte Meter im Rückwärtsgang. Gemäß dem Motto des Holzherzens, das an der Windschutzscheibe hängt: „Ich bin gerade 60 geworden und komme ins knackige Alter. Heute knackt es hier, morgen dort.“ Wenig später hat er den Bus gewendet, und das Abenteuer Bundesliga kann beginnen.

Im Block W13 machen es sich die mit Mützen und dicken Winterjacken ausgerüsteten Nachwuchtalente und Eltern gemütlich. Eingedeckt mit Currywurst, Brezeln und Cola. Eine Mutter hat seinen Schützling besonders im Blick, Daniela Dittmar. „Den Hannes haben wir in Dortmund schon mal verloren, zwischen 80 000 Fußballfans. Deshalb bin ich da vorsichtig geworden“, sagt sie.

Das Spiel beginnt mit einem Paukenschlag. Mohammed Abdellaoue erzielt in der 3. Minute ein Traumtor. Hannes und all die anderen springen auf, jubeln, klatschen. Für Hannover? „Naja war doch ein toller Treffer, oder?“, sagt Hannes Dittmar. Am Ende steht es 2:1 für die 96er, und auch Luca Garcia freut sich: „Das Spiel war so verdammt spannend, aber ein starker Diego hat nicht gereicht. Deshalb hat Wolfsburg verloren.“ Zurück im Bus heißt es erst mal aufwärmen. Und ein bisschen träumen. Davon, den Stars nicht nur ganz nah gewesen zu sein, sondern irgendwann vielleicht selbst mal als Star auf dem Rasen von Hannover zu stehen.

Von Torsten Kohlhaase

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